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Balsam für die Seele: Eine perfekte Woche auf Usedom

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Ich komme an und das erste das ich tue ist atmen. Tief und bewusst. Ein und aus. Die Luft schmeckt salzig und entfaltet vom ersten Moment eine wohltuende Wirkung. Der Wind pustet alle stressigen Gedanken fort. Und obwohl ich während meiner Anreise noch keinen Blick darauf geworfen habe, spüre ich, das Meer ist ganz nah.

Nur 300 Metern trennen den weitläufigen Osteestrand in Karlshagen von meinem Domizil. Einem traumhaften, schilfrohrgedecktem Ferienhaus*, ideale Ausgangsbasis für Erkundungstouren auf der Sonneninsel Usedom. Modern und lichtdurchflutet mit Sauna, Kamin, Sonnenterrassen und allem was das Herz sonst noch begehren könnte. Das alles teile ich mir für eine Woche mit meinen Bloggerkolleginnen Aylin, Madlen, Isabel samt Töchterchen Maja, Britta und Jasmin.

Wassersport und Wildlife: Usedom für Abenteurer und Aktivurlauber

Wandern, Radeln, Paddeln – wer seinen Urlaub gerne aktiv gestaltet, ist auf Usedom genau richtig. Hier findet man ein breites Freizeitangebot für jeden Geschmack. Eines meiner Highlights ist die Insel Safari, bei der wir mit dem Geländewagen versteckte Ecken des Eilands auskundschafteten und Ausschau nach den Big 5 Usedoms halten.

Sobald wir Verkehrsstraßen verlassen und unser Guide und Inhaber Gunnar Fiedler schmale Feldwege einschlägt, klettern wir auf das Dach des Landrovers, um noch Näher an der Natur zu sein. Auf ruckelnder Piste, vorbei an saftigen Wiesen und malerischen Wasserlandschaften, wie dem Schmollensee.
“Seeadler auf der rechten Seite”, ruft Gunnar dann mit geschultem Blick aus dem Fenster und ich suche den Himmel nach den imposanten Greifvögeln ab, die hier auf Usedom heimisch sind.

Am Mittag steuert Gunnar ein besonders schönes Fleckchen an. Eine idyllische Badebucht am Stettiner Haff. Hier genießen wir unser Mittagspause bei Käse, Brot und köstlichen selbstgemachten Aufstrichen.
Wer eine Insel-Safari bucht, wird stets mit einer neuen Route überrascht. Keine Tour gleicht der anderen, darum finden auch viele Insulaner gefallen daran, um unbekannte Fleckchen zu entdecken. Im Sommer wird auch gerne mal das Schlauchboot mit eingepackt oder die Safari am Lagerfeuer ausgeklungen.

Eine vollkommen andere Perspektive auf Usedom erlebt man vom Wasser aus. Je nach Gusto und Wellengang hat die Ostseeinsel abwechslungsreiche Angebote mit verschiedenen Startpunkten in petto.
Zeigt sich das Meer mal nahezu spiegelglatt, sind die idealen Voraussetzungen zum Stehpaddeln gegeben. Kurse auf Ostsee und dem Achterwasser, das Usedom im Westen umschließt, bietet die Kite- und Surfschule Schöne Freizeit. Egal ob SUP, Wellenreiten, Windsurfen oder Kiten, das Team um Philipp Schöne legt großen Wert auf kleine Gruppen und individuelle Betreuung, nachhaltiges Lernen und natürlich auf jede Menge Spaß auf dem Wasser.

Viele Sonnenstunden erlebe ich während meiner Woche auf Usedom. Ungemütlich zeigt sich das Eiland jedoch, als meine Bloggerkolleginnen und ich mit Kapitänin Rika Harder über das Achterwasser schippern. Das trübt meine Stimmung aber keineswegs, denn eingemummelt in eine Decke segelt es sich auch bei frischeren Temperaturen ganz wunderbar. Wer mag darf auf Rikas Zeesenboot “Romantik” sogar selbst Hand anlegen und beim Segel setzen oder steuern helfen

Kaiserbäder-Romantik: Mondäne Villen und Kaffee im Strandkorb

Keinesfalls verpassen darf man bei einer Reise nach Usedom sich dem ausgiebigen Flanieren hinzugeben. Das ist besonders vergnüglich entlang der herrlichen Strandpromenade zwischen den Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck. Vorbei an klassizistischen Villen und Anwesen mit Fachwerkdetails und entzückenden Türmchen. Schon Thomas Mann, Theodor Fontane und Maxim Gorki erlagen diesem schillernden Charme und verbrachten ihren Urlaub auf Usedom.

Mit der ältesten Seebrücke Deutschlands schmückt sich das Kaiserbad Ahlbeck. Auch hier kann wunderbar spazieren gehen, die Ostsee stets im Blickfeld oder mit dem Fahrrad über die polnische Grenze nach Swinemünde radeln.

“Einfach mal reinschauen”, lockt mich eine Tafel von der Promenade mitten hinein in das Atelier der Fotografin Jacqueline Illemann. Die Bremerin ist seit fünf Jahren auf Usedom und wohnt mit ihrem Mann, einem waschechten Ahlbecker, in einer der herrlichen Villen in erster Reihe zum Meer. Den Morgen beginnt sie gerne mit einer Tasse Kaffee im eigenen Strandkorb.
Mindestens einmal am Tag ans Wasser gehen und wenn mal keine Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang bleibt, zumindest für einen Moment die Nähe zum Meer genießen. Das haben sich Jacqueline und ihr Mann fest vorgenommen. Welch wundervolles Ritual.

Eine ganze Weile halte ich mich in der “Waschküche Fotoprosa und Meer” zwischen den großformatigen Leinwänden auf. Einige Motive erinnern mich an die surrealistischen Werke von René Magritte. Fasziniert von dem besonderen Bildstil der Fotografin buche ich selbst ein Shooting. Wenige Tage später stehe ich nicht hinter sondern vor der Kamera. In einem mintfarbenen Kleid und einem Koffer in der Hand am Strand von Ahlbeck.

Langschläfer-Frühstück und Pommern-Tapas: Usedom für Vegetarier

Freunde des fangfrischen Fisches und der fleischreichen, gutbürgerlichen Küche kommen auf Usedom voll auf ihre Kosten. Veganger haben es beim auswärts essen besonders schwer und auch Vegetarier müssen etwas suchen, können den Urlaub auf Usedom aber auch kulinarisch genießen.

Essen und Ambiente stimmen in der Düne 74 in Karlshagen, wo regionale und saisonale Gerichte serviert werden. In den Strandkörben auf der Terrasse lässt es sich außerdem herrlich Cocktails schlürfen.
In Heringsdorf, nur einen Katzensprung von der Seebrücke entfernt, erwartet das Marc O’Polo Strandcasino hungrige Flaneure. Während des Schlemmens kann man den Blick über die aktuelle Kollektion der Boutique schweifen lassen, die eine Etage unterhalb der Restaurant-Galerie liegt. Etwas legerer, aber ebenfalls schmackhaft, geht es wenige Meter entfernt im Café Zeitlos zu.

Originelle Pommern-Tapas findet man auf der Karte des Restaurant Remise, das gleich gegenüber des geschichtsträchtigen Schloss Stolpes liegt. Die Häppchen sind recht fleisch- und fischlastig. Aber die Speisekarte hält daneben eine schöne Auswahl an vegetarischen Gerichten bereit.

Mit mehr als 100 Jahren das älteste Café auf Usedom ist das Café Asgard in Bansin. blumige Tapete, alte Kachelöfen und Chansons aus den Boxen – wer in das entzückende Café eintritt, begibt sich auf eine Zeitreise in die schillernden 20er Jahre. Neben köstlichen Waffeln, stehen auch Flammkuchen und Suppen zum Aufwärmen auf der Speisekarte.

Herzhaftes und eine verführerische Auswahl an Kuchen findet ihr im Cafe Röntgen in Ahlbeck. Generell hat Usedom viel für Süßmäuler zu bieten. Angetan bin ich von den charmanten Gartencafés, die man im Hinterland findet. In der Naschkatze in Krummin findet man gemütliche Ecken im Grünen, um sich durch die Kuchenvitrine zu probieren.
Zu seinem Namen kam das Café durch ein herrenlosen Kätzchens, das regelmäßiger Gast im Garten von Peter Jezek und seiner Frau war. Seitdem hat die Naschkatze sogar einen für sie reservierten Sitz im Garten. Wo sie aber tatsächlich Platz nimmt, entscheidet die Mietze selbstverständlich selbst und jeden Tag aufs Neue.

An einem Morgen verwöhnten Aylin von todaywetravel und ich uns in den luxuriösen Hallen des Steigenberger Grandhotel and Spa* mit einem ausgiebigen Langschläfer Frühstück. An regnerischen Tagen lohnt es noch ein paar Stunden im Spa-Bereich des Hotels zu verweilen.

Nützliche Tipps für deinen Urlaub auf Usedom

In den Seebädern Usedoms wird eine Kurtaxe erhoben. Sie variiert je nach Bad und Saison und kostet zwischen 1 Euro und 3 Euro pro Tag Der Vorteil: Saubere Strände und eine Vielzahl an kostenfreien Angeboten.
Familien mit Kindern wird auf Usedom jede Menge Indoor- und Outdoor-Programm geboten. Isabel von Child & Compass hat sich diesem Thema in einem ausführlichen Beitrag gewidmet.

Anreise und Übernachten

Usedom ist im deutschen Teil mit zwei Brücken verbunden und kann somit ohne Fähre mit dem Auto befahren werden. Anreisen könnt ihr zudem mit dem Flugzeug ab Flughafen Heringsdorf. Ich wähle mein liebstes Transportmittel, den Zug. Je nachdem von wo aus man sich auf die Reise nach Usedom begibt, kann einen die Fahrt aber durchaus auf die Geduldsprobe stellen. Von Frankfurt am Main erreicht man Karlshagen an der Ostsee in etwa neun bis zehn Stunden.
Ich empfand die Fahrt als sehr entspannt und machte es mir mit Snacks und einem Buch auf meinem Fensterplatz gemütlich. Bis wir Mecklenburg-Vorpommern erreichten, denn dann löste ich meinen Blick von den Seiten und konnte mich kaum noch satt sehen, von der vorbeiziehenden Landschaft.

Ob Camping am Ostseestrand, residieren in mondäner Gründerzeitvilla, gemütliches Ferienhäuser oder auf dem Hausboot. Für jeden Geschmack findet sich auf Usedom die richtige Unterkunft. Ich wohnte eine Woche in Karlshagen in einem herrlichen
schilfrohrgedecktem Ferienhaus* und habe ich vom ersten Moment sehr wohl gefühlt. Auch die Lage gefiel mir gut. Etwas abseits der Kaiserbäder, dafür ruhig inmitten von Natur und der Strand ist auch fußläufig erreichbar.

Transport vor Ort

Usedom eignet sich prima als Reiseziel, an dem man sich ohne Auto fortbewegen kann. Gut ausgebaute Radwege laden dazu ein, sich auf den Sattel zu schwingen. Eine der beliebtesten Touren führt entlang einiger Lieblingsorte des deutsch-amerikanischen Malers Lyonel Feinigers.

Des Radelns müde geworden bringt die Usedomer Bus und Bäderbahn Urlauber wie Inselbewohner bequem von A nach B.

Gute Gründe zum Wiederkommen

Obwohl es mich bei meinen Reisen oft in wärmere Gefilde zieht, reizt es mich Usedom im Winter zu erleben. Lange Strandspaziergänge entlang der stürmischen See, dick eingepackt mit rosigen Wangen. Später in der Sauna aufwärmen und im Anschluss heiße Schokolade und warme Waffeln genießen.
Oder sich auf den Weg zum Wasserschloss Mellenthin machen, das neben einem Hotel und einem Restaurant auch eine Braurei und eine Kaffeerösterei beherbergt.

Zwar habe ich es mir während meiner Frühlingswoche auf Usedom fest vorgenommen , den Morgen, wie Jacqueline Illemann, am Kaffee nippend im Strandkorb zu beginnen, dieses Mal hat es leider nicht geklappt. Beim nächsten Mal aber ganz bestimmt.

*Dieser Beitrag wurde unterstützt von der Usedom Tourismus GmbH.

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von

Mainzerin Sarah packt regelmäßig das Fernweh und kurz darauf ihren Koffer, um neue, faszinierende Orte zu bereisen oder an alte, lieb gewonnene zurückzukehren. Und obwohl sie gelegentlich von einem Neuanfang an einem anderen Ort träumt, einem kleinen Haus in der Toskana mit Klappläden an den Fenstern und Zitronenbaum im Vorgarten oder von einer Stadtwohnung in Lissabon mit Blick auf den Tejo, ist Mainz eben doch ihre Stadt des Herzens.

9 Kommentare

  1. Hallo Sarah! So eine traumhafte Reise hast du gemacht, super! Sehr schöne Fotoserie: Natur, Essen und Karte – alles, was ich besonders mag.

  2. Pingback: Bloggercamp auf Usedom generiert über 1 Million Social-Media Reichweite | Pressebereich Insel Usedom

  3. Liebe Sarah,

    toller Artikel der richtig Lust auf die Insel macht. Für uns geht es in zwei Wochen wieder dort hin. Mein Tipp ist das Schloss Stolpe. Dort gibt es gegen eine kleine Spende eine Führung und leckeren, selbstgebackenen Kuchen.

    • Lieber Axel,

      vielen Dank für deinen Kommentar und ganz viel Freude auf Usedom wünsche ich euch!
      Grüßt mir die Insel 🙂

      Sarah

  4. Hallo Sarah,
    sehr toller Beitrag mit schönen Bildern, die einfach für sich sprechen! In Usedom war ich mit meiner Familie auch schon und werden mit Sicherheit wieder einen Abstecher dort hin machen.

    Vielen Dank für die Tipps!

    Joahnnes

  5. Jörg Geißler sagt

    Hallo Sarah, danke für deinen gelungenen Beitrag 😎. Wenn du mal wieder in der Gegend bist, komm vorbei auf einen Kaffee im Strandkorb. Liebe Grüße vom waschechten Ahlbecker Jörg

    • Hallo Jörg, vielen lieben Dank für deinen Kommentar und die Einladung für einen Kaffee im Strandkorb. Nehme ich bei meinem nächsten Besuch sehr gerne an. Ich grüße euch herzlich aus Mainz!

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