Alle Artikel in: Italien

Camping Platz

Der Duft nach Kindheit

Als ich ein Kind war, fing der Urlaub bereits vor der Fahrt in den Süden an. Die großen Ferien hatten gerade begonnen. Meine Schwester Anne und ich drückten unsere Nasen am Küchenfenster platt und warteten auf den Moment, in dem meine Eltern mit dem hellblauen Volvo 240 vorfuhren und den Wohnwagen auf dem Parkplatz vor unserem Haus abstellten. Sobald der Caravan zu sehen war, stürzten wir hinaus und begrüßten ihn, wie einen alten Freund. Strichen mit den Fingerspitzen an der beigen Wand entlang und öffneten die Tür, um endlich unsere Köpfe hineinzustecken und diesen ganz besonderen Duft einzuatmen. Die leicht muffigen Polster, die darauf warteten nach der Überwinterung gelüftet und ausgeklopft zu werden, das furnierte Holz – und da war noch etwas. Ein kleiner Rest Pinien- und Meeresduft hing noch vom letzten Urlaub in der Luft. Exakt in diesem Moment fing für uns der Urlaub an und er erreichte seinen  Höhepunkt, wenn mein Vater den Blinker setzte und wir euphorisch kreischend von der Hauptstraße auf den Campingplatz Maremma Sans Souci (Sans Souci bedeutet “ohne Sorgen”) …

Blick aufs Meer

Ein Tag am Meer

Baden im Meer, eine sanfte Brise, barfuß durch den Sand, Sommersprossen zählen, Kinderlachen, frische Ananas naschen, „Wer-weiter-ins-Wasser-rennen-kann!“, ein Buch nach dem anderen verschlingen, auf der Luftmatratze dösen, bis in die Abendstunden die Sonne auf der Haut spüren – die schönste Zeit.

Blick auf Elba

Frühlingsgefühle auf Elba

Es gibt wohl schlimmere Ort, an die man ins Exil flüchten kann. Enge Gassen winden sich in geschmeidigen Bewegungen hinauf zur Burg, die Orangenbäume tragen erste Früchte, die Sonne beginnt die Felsen zu wärmen und die Entscheidung was nun ein strahlenderes blau hervorbringt – der Himmel oder das Meer – ist schlicht nicht zu beantworten. Ja, auf Elba lässt es sich aushalten und als ich mittags vor dem hellgelben Palazzina dei Mulini mit den grünen Fensterläden stehe, fällt mein Mitleid für Napoleon Bonaparte gering aus, der das Anwesen für zehn Monate bewohnte. Für Wanderliebhaber lockt die Mittelmeerinsel mit Bergen und unberührter Natur. Weiße Sandstrände und glasklares Wasser laden in den Sommermonaten zum Baden ein. Während unserer Toskanareise im Februar,  hat die Saison noch nicht begonnen und es ist natürlich noch deutlich zu kalt fürs Schwimmen, dafür können wir die Insel in Ruhe erkunden, bevor der große Touristenansturm anfängt. Unser Ausflug nach Elba beginnt in der Hafenstadt Piombino. Hier nehmen wir die Fähre, die uns in einer Stunde auf die drittgrößte Insel Italiens bringt. Genauer gesagt, …

Castiglione della Pescaia

Castiglione della Pescaia: Eine Liebeserklärung

Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Waren es 16 oder 18 Mal? Oder habe ich doch schon die 20 geknackt? Fakt ist: Für einen Ort, fern von meinem zu Hause, war ich schon sehr oft hier. In Castiglione della Pescaia, einem beschaulichen Fischerstädtchen in der toskanischen Maremma. Und so kam es, dass dieser Platz, rund 1.100 Kilometer von Mainz entfernt, ebenfalls zu einer Art Heimat für mich wurde. Einem Ort wo ich einfach nur anzukommen brauche und gleich mit Wohlfühlen beginnen kann und wo der Abschied jedes Mal ein wenig schmerzt und eine Lücke hinterlässt. Als Kind habe ich, mit wenigen Ausnahmen, jeden Sommer mit meiner Familie in Castiglione della Pescaia, verbracht. “Ist es nicht öde jedes Jahr an den selben Ort zu fahren?” fragten mich damals Schulfreunde. Aber wie könnte mir dieser Ort je langweilig werden. Liebe Freunde habe ich schon mit hierher genommen, um ihnen meinen kleinen Fleck großen Glücks zu zeigen. Nächte am Strand mit auf Sternschnuppen warten verbracht, meinen ersten Cappuccino getrunken, Vormittage auf dem Markt verbummelt, war im Februar, April, …

Ponte Vecchio in Florenz

Geheimtipps: Übernachten und Essen in Florenz

Bei der Auflistung der gastronomischen Highlights wundere ich mich ein wenig. Wie verdammt noch mal war es uns gelungen, in nicht mal 24 Stunden in Florenz so viel zu essen? Die Antwort liegt nahe: Weil es hier an jeder Ecke sagenhafte Leckereien gibt, die nur darauf warten gekostet zu werden. Ob hungrig oder nicht spielt irgendwann keine Rolle mehr. Und wer viel isst, der muss sich auch angenehm betten, am besten im Studentenviertel der Stadt. Wohnen im Hotel Loggia Fiorentina Eigentlich wollten wir uns ein Apartment mieten. Ein schickes, pittoreskes mit Terrasse, wie dieses hier. Doch beim Durchstöbern der Hotels fiel uns auf, dass die Preise im Februar einfach unschlagbar günstig sind. Da kann auch keine private Wohnung mithalten. Bei der Suche nach einer Unterkunft legten wir vor allem Wert auf die Lage, wir hatten schließlich nur einen Tag Zeit und wollten diese nicht mit Bus fahren vergeuden. Außerdem wollten wir unser Auto möglichst sicher und preiswert parken. Unsere Wahl fiel schließlich auf das Hotel Loggia Fiorentina* (Partnerlink). In die Altstadt sind es keine zehn …

Toskana

Wintertage in der Toskana

Ich fahre gerne durch die Nacht. Die Straßen sind leer, aus den Boxen dringt Radiohead’s “Codex”. Der Tank ist voll und der Tempomat steht regungslos auf 120 km/h. Auf der Rückbank liest Tim mit der Stirnlampe, Carlos schläft. Auch von Frithjof, der rechts neben mir sitzt, höre ich hin und wieder ein leises Schnarchen. Wir sind auf dem Weg in die Toskana. Hinter Mailand steuern wir am frühen Morgen eine kleine Tankstelle an. Drinnen duftet es herrlich nach frischem Kaffee und ein paar Lastwagenfahrer lassen sich ihren morgendlichen Espresso schmecken. Auch ich genieße meinen ersten Cappuccino, seit wir über die Grenze gefahren sind, mit einem köstlichen Cornetto con Ciocolatto. Hmmm…, auf diesen Moment habe ich mich seit Wochen gefreut. In Sestri Levante legen wir den nächsten Zwischenstopp ein. Die Gemeinde mit den zwei Buchten ist wunderschön auf einer Halbinsel am Golf von Tigullio gelegen und hat eine zauberhafte kleine Altstadt, gleich an der kleinen Bucht Portobello. Wunderbar cremigen und fast schon puddingartigen Kakao trinkend, erfreuen wir uns daran, dass unser gesamter Urlaub noch vor uns …

Ein Pfau.

Peacock Blue

Den betörenden Duft der Glyzinie in der Nase, luftig-lockerer Pizzaboden, belegt mit Ricotta und Rucola auf dem Teller und eine Vespa braust knatternd vorbei. Wenn dann noch der klapprige Fensterladen an der charmant, abgenutzten Fassade geöffnet wird und sich die drollige, italienische nonna über die Fensterbank heraus lehnt, um sich lautstark und mit rollendem “r” mit dem Postboten zu unterhalten, dann, ja dann könnte es mir einfach nicht besser gehen. Wir genossen die Tage in Italien in vollen Zügen. Auf der Isola Bella ließen wir uns, bei einem Cappuccino, in der Sonne nieder und auf der Isola Madre schauten wir einem Pfau zu, der mit ausgebreiteter Federkrone, stolz vor uns auf und ab stolzierte. Am letzten Tag, spazierten Meike und ich ein wenig durch den Garten “unserer” Villa. Fasziniert von der Pflanzenvielfalt, schnupperten wir an den Blüten der Magnolie oder verweilten einige Zeit unter dem Orangenbaum. Später schlenderten wir durch Verbania und lugten hier und da über die hohen Zäune der leerstehenden, alten Villen, um einen Blick in die Oasen am Lago Maggiore zu werfen. …

Lago Maggiore Impression.

On the Spur of the Moment

Es geht doch nichts über spontane Trips. Am Montag fragte meine liebe Freundin Meike: “Fährst du am Freitag mit mir an den Lago Maggiore?” Ich schaute kurz in meinen Kalender, nichts sprach dagegen. Also lautete meine Antwort: “Klar!” Am Mittwoch buchten wir Zugtickets nach Stresa und zwei Tage später ging es dann auch schon los. Richtung Süden. Im Zug sitzend, fiel mir mal wieder auf, dass dies mein liebstes Reiseverkehrsmittel ist. Während der Fahrt lasen wir oder schauten aus dem Fenster. Menschen stiegen ein, Menschen stiegen aus und es gab jede Menge zu sehen und zu hören. Der kleine Junge schräg gegenüber beklagte sich, dass bisher nur hässliche Mädchen auf ihn stehen und der gestriegelte Mann im Anzug, der in Bern zustieg und neben mir sein MacBook aufklappte, arbeitete an einer Präsentation über E-Recruiting. Als wir schließlich in unserer Unterkunft in Verbania ankamen, war ich zunächst sprachlos. Wir wohnten in einer wunderschönen Villa, (Bilder 3-6) mit einem riesigen Anwesen, und obendrein hatten wir unser Domizil die meiste Zeit für uns allein. Von unserem Fenster aus …

Sarah am Strand von Castiglione della Pescaia.

Rainy Summer Holiday

Die Uhrzeit ignorieren, sich die meisten Stunden des Tages am Strand aufhalten bis die letzten Sonnenstrahlen im Meer versinken, viel lesen, Beachball spielen und auf der Luftmatratze übers Meer getragen werden, auf dem Markt nach ein paar neuen Lieblingsstücken für den Kleiderschrank Ausschau halten und frisches Obst einkaufen, bei Pizza aus dem Pappkarton und einer Flasche Wein den Sonnenuntergang am Strand anschauen, ein oder zwei toskanische Städte erkunden und durch die kleinen Gässchen schlendern, nachmittags genüsslich Cappuccino an der Bar trinken, vom Bett aus dem Rauschen des Meeres lauschen und mich von der Melodie eines sanften Wellengangs in den Schlaf wiegen lassen… So sieht für mich der perfekte Sommerurlaub aus, den ich gerne in Castiglione della Pescaia verbringe. Die Realität meines Urlaubs sah in diesem Jahr etwas anders aus. Ungewohnt viele Regentage und kühle Temperaturen luden dann doch eher zum Verweilen in geschlossenen Räumen ein. Bei der ein oder anderen Tasse Vanilletee wurde noch mehr gelesen als sonst. Wir spielten Karten an der Bar während wir dem Prasseln der Regentropfen auf den Pavillon lauschten und …

Süßigkeiten in einem italienischen Kaffee.

Last Days in Rome

Unschwer an den Fotos zu erkennen habe ich die letzten Tage in Rom, zusammen mit meinen lieben Eltern, hauptsächlich mit dem Verspeisen italienisicher Köstlichkeiten verbracht. Ein letztes cena in meinem Lieblingsrestaurant bei Ivo, gekrönt mit köstlichem Tiramisu. Wir genossen göttlich-schmeckende überbackene Aubergine in der Bar del Fico und schauten dabei den älteren Italienern beim Schachspielen unterm Feigenbaum zu. Beim letzten Frühstück in meinem Stammcafé habe ich noch schnell Adressen mit der sympathischen Kellnerin ausgetauscht und der Abend gehörte natürlich Trastevere. Ganz bewusst sogen wir noch einmal die Düfte nach Pizza und Après Lotion ein, um die Erinnerung an die laue Sommernacht an einem kalten Herbsttag in Deutschland besonders intensiv ins Gedächtnis rufen zu können. Jetzt sitze ich im Zug nach Grosseto und die toskanische Landschaft zieht am Fenster vorbei. Die nächsten Tage verbringe ich auf einem Campingplatz in Castiglione della Pescaia, der direkt am Meer gelegen ist und lasse meine Zeit in Italien mit einem Strandurlaub ausklingen.