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Inselleben auf Texel – Teil II

Den Burg

Weiter geht’s mit meinem Texel-Travel-Diary. Nach unserer Insel-Safari und dem Mittagessen am Strand besuchen wir Lennart Witte auf seinem Schaf-Bauernhof. Auf diesen Tag freue ich mich schon seit Wochen, denn auf Lennarts Hof wagen putzige Lämmer ihre ersten Gehversuche. Noch dazu dürfen wir die kleinen Wollknäuele nicht nur aus der Ferne beobachten, sondern sogar vorsichtig beschmusen. Mein Herz ist im Nu erobert, als mir eine Mitarbeiterin des Hofs ein Lamm auf den Schoß setzt. Noch dazu ein Schwarzes. Da hüpft mein Herz gleich noch ein gutes Stück höher. Denn für Underdogs hege ich schon immer eine besondere Empathie. Sei es in der Gesellschaft, bei der Fußballweltmeisterschaft oder eben bei Schafen.

Und dann gibt es da diese Augenblicke, die einem wohl ein Leben lang im Gedächtnis bleiben. Während unserer Zeit auf dem Hof haben wir das große Glück einen ganz besonderen Moment mitzuerleben. Eines der Schafe ist trächtig und bringt gleich zwei Babys zur Welt – und wir sind mit dabei und schauen, etwas angespannt aber vor allem fasziniert, zu. Magie pur!
Auf Texel gibt es übrigens weit mehr Schafe als Einwohner. Im Frühjahr leben rund 40.000 Schafe und Lämmer auf der Insel und knapp 14.000 Menschen.

Bei unserem nächsten Halt bleiben wir in der Familie und besuchen Lennarts Vater, Anton Witte, in seiner Käserei Wezenspyk. Seit 1981 wird hier Käse produziert. Zunächst aus Kuhmilch, danach auch aus Milch von Schafen. Anton weiht uns in die Geheimnisse der Herstellung ein. Mehr als 100 Liter Schafsmilch benötigt der Käsebauer für einen 11 Kilogramm schweren Käselaib.
Wir probieren uns durch echten texelschen Schafskäse und Bauernkäse. Nach der Verkostung ist mir klar warum der Käse in der ganzen Region so beliebt ist. Da kann ich nicht widerstehen und kaufe im Hofladen ein großes Stück Schafskäse mit Kräutern für zu Hause. Lange gehalten hat es leider nicht. Nach zwei Tagen habe ich das Stück, mit etwas Hilfe von meinen Mitbewohnerinnen, verputzt.

Ein Bad in Schafwolle

Die Nacht verbringen wir im charmanten Boutique Hotel Texel.  Aber zuvor steht noch ein einmaliges Wellness-Treatment auf dem Programm: Woolness. Bei dieser Anwendung werde ich, mit einer interessanten Technik, in Wolle gewickelt. Das „Baden“ entspannt die Muskeln und die Gelenke. Durch den Lanolin-Gehalt in Wolle wird die Haut geschmeidig zart und kleine Wunden geheilt.
So eingehüllt und rundum gepolstert fühle ich mich, als hätte mich jemand in eine Wolke gesteckt. Wenn ihr mal die Möglichkeit habt, Woolness auszuprobieren, kann ich es nur empfehlen. Das Gefühl ist wirklich unvergleichlich.

Bevor mich die Woolness-Expertin zum Entspannen alleine lässt, bekomme ich eine wohltuende Hand- und Fußmassage mit einer auf Wollfett basierenden Creme. Anschließend wird das Licht gedämmt und während ich dem Wind lausche, der durch die Holzbalken zieht, gebe ich mich ganz dem wohligen Gefühl hin.
Nach zwanzig Minuten dahin schweben ist leider wieder Zeit fürs Entwickeln. Die Wolle wird übrigens nicht weggeworfen. Sie wird re- und upgecycelt indem sie für Kunsthandwerk und andere kreative Basteleien weiterverwendet wird.

Bevor wir mit einem phänomenalen Abendessen verwöhnt werden, ist noch etwas Zeit in den Innenpool des Boutique Hotels zu planschen. Den haben Sylvi, Josi, Christina und ich an diesem Nachmittag ganz für uns allein.

Im Restaurant Gusta lassen wir den Abend ausklingen. Bei regionalen und saisonalen Speisen wird viel erzählt und noch mehr gelacht. Ein toller Abschluss für einen besonderen Tag!

Ein Besuch im größten Strandgutsammlermuseum der Welt

Am nächsten Tag tauchen wir ein in das Leben der Strandräuber und Seemänner. Giells van Mil vom Schiffsbruch- und Strandgutsammlermuseum Flora erzählt uns von den Geschichten hinter den vielen Fundstücken, die in den vergangenen 60 Jahren an den Strand von Texel gespült wurden. Vier Scheunen sind mittlerweile gefüllt mit Schuhen, Flaschen, Bojen, Fernsehern, Flugzeugmotoren, Kokosnüssen und anderen skurrilen Stücken. Laut Texeler Strandgutsammlern, ist Flora das erste und größte Strandgutsammlermuseum der Welt.

Streifzug durch Den Burg

Am Abend spaziere ich zusammen mit Katharina durch Den Burg. Mit knapp 7.000 Einwohnern wohnen hier etwa die Hälfte der Texelaner. Wir schlendern durch kleine Gassen und können uns nur schwer satt sehen, an der typischen niederländischen Architektur mit ihren charmanten Backsteinhäusern, den großen Fenstern und den Frontgiebeln.
Die Frühlingssonne treibt die Menschen hinaus auf die Straßen und Plätze. In der „Hauptstadt“ der Insel haben sich die ersten Touristen der Saison in den Cafés und auf den Terrassen der Restaurants niedergelassen.

Nach einem leckerem Apfelpfannkuchen im Schoutenhuys, Texels ältestem Steingebäude, falle ich nur ein Haus nebenan glülcklich in mein Hotelbett. Das Einschlafen ist mir heute ein Leichtes. Das Schäfchen zählen, habe ich ja schließlich schon am Tag erledigt.

Diese Reise wurde unterstützt vom VVV Texel. Die geschilderten Erlebnisse und Erfahrungen bleiben davon unberührt.

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