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Sevilla: Insider Tipps für die vielleicht schönste Stadt Andalusiens

Müsste man Sevilla mit einem Duft beschreiben, dann wäre es der der Orangenbäume. Im Frühjahr weht der süßlich-frische Duft der Blüten durch die Straßen und betört Besucher und Sevillanos gleichermaßen. Der Charme der Hauptstadt Andalusiens liegt in der Verschmelzung ihrer wechselhaften Geschichte und Kulturen, die sich im Mudéjar-Stil der Prachtbauten zeigt, dem leidenschaftlichen Flamenco und der Lebensfreude, die man am besten vor und in den Tapas-Bars bei einem Gläschen Sherry erlebt.

In Sevilla kann man nicht viel falsch machen! Doch welche Viertel bieten sich am besten zum Flanieren an? Wo lässt es sich am ausgiebigsten schlemmen und welcher Sunset Spot ist der schönste der ganzen Stadt? Ich verrate euch in diesem Artikel meine liebsten Sevilla Insider Tipps.

Karte mit meinen Sevilla Insider Tipps in der Übersicht

Auf dieser Karte findest du meine Tipps, Sehenswürdigkeiten, Restaurant- und Hotelempfehlungen im Überblick.

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Sevillas Sehenswürdigkeiten bestaunen

#1 Alcazar

Der Alcazar ist ein mittelalterlicher Königspalast, der ursprünglich von den Mauren erbaut und danach vielfach erweitert wurde. Bis heute wird der prächtige Bau von der Königsfamilie genutzt. Der Palast, der zum Weltkulturerbe gehört, ist eines der besten Beispiele für den Mudéjar-Stil, in dem sich maurische mit christlichen Baustilen vermischt –ein Sinnbild für Andalusien als Schmelztiegel der drei großen Religionen.

Beim Umherwandern kommt man aus dem Staunen kaum heraus. Mit offenem Mund geht es durch die opulenten Hallen mit kunstvollen Fliesen und die herrlichen Gärten, die eine herrschaftliche Oase inmitten der Stadt bilden.

Mein Tipp: Wer den Palast von Innen bestaunen möchte, sollte das #2 Kathedrale von Sevilla

„Bauen wir eine Kirche, damit die anderen uns für verrückt halten“. Dieses Zitat aus Sevilla ist eher legendär, als historisch belegt. Doch zumindest ein Fünkchen Wahrheit ist daran: Mit 115 Metern Länge, 76 Metern Breite und einer Höhe im mittleren Kirchenschiff von sage und schreibe 42 Metern ist die Kathedrale von Sevilla die größte Kirche Spaniens und sogar die drittgrößte der Welt.

Besonders markant ist die Giralda. Das Minarett der alten Hauptmoschee, die nach der christlichen Rückeroberung abgerissen wurde, blieb erhalten und danach als Kathedralenturm verwendet. Sie ist mit ihrer wechselhaften Geschichte das Wahrzeichen der Stadt.

Mein Tipp: Auch hier gilt: Tickets am besten vorab kaufen. Wenn du auch den Königlichen Alcazar besichtigen möchtest, lohnt sich ein Kombiticket. Wer nur einen Blick hineinwerfen möchte, kann kostenlos an einem Gottesdienst teilnehmen, ohne Herumlaufen und Fotografieren versteht sich.

#3 Plaza de España

Schöne Plätze gibt es in Städten ja wie Sand am mehr, aber die Plaza de España ist eine andere Nummer. Der monumentale halbkreisförmige Platz wurde im Stil der spanischen Renaissance für die Iberoamerikanische Ausstellung von 1929 erbaut. Die Ausstellung sollte einen symbolischen Frieden mit den ehemaligen Kolonien schaffen.

Ein Kanal, auf dem man sogar mit einem Boot befahren kann, umrundet den Platz, die vier Brücken stehen für die vier alten spanischen Königreiche. 52 Fresken symbolisieren die 52 spanischen Provinzen. Man merkt: Hier wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Kein Wunder, dass der Platz auch gerne als Filmkulisse genutzt wird, zum Beispiel in Star Wars oder Lawrence von Arabien.

#4 Parque de Maria Luisa

Am Plaza de España angekommen, seid ihr quasi schon mitten in der grünen Lunge von Sevilla, dem Parque de Maria Luisa. Zu verdanken ist der Green Space der Schwester der spanischen Königin Isabella II. Die Herzogin Maria Luisa schenkte der Stadt das Gelände, auf dem sich heute der Park erstreckt. Beim Flanieren unter Palmen, Zypressen und Orangenbäumen geht es vorbei an ausgedehnten Grünflächen und am Plaza de América mit den herrschaftlichen Pavillons. Im Teatro Lope de Vega finden bis heute Veranstaltungen statt. Ein Ort zum Wohlfühlen und die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

#5 Viertel Triana

Von der Altstadt aus gesehen, liegt auf der Seite des Flusses Guadalquivir das Viertel Triana, das sich einst außerhalb der Stadtmauern befand. Hier lebten die Seefahrer und Handwerker wie Töpfer, aber auch Roma hatten sich hier niedergelassen. Mit ihren Flamenco-Auftritten sorgten diese für Furore.

Zusammen mit Cádiz und Jerez de la Frontera gilt Triana als Wiege des Flamencos, dem wohl berühmtesten andalusischen Kulturgut. Der Weg nach Triana führt über die Brücke Puente de Isabel II., die älteste noch erhaltene Eisenbrücke Spaniens. Von hier erblickt man auf der einen Seite die bunten Häuser Trianas, auf der anderen Seite die pittoreske Altstadt.

Mein Tipp: Tauche ein in die Kunst des Flamenco bei einer Live-Tanzshow im Theater von Sevilla.

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Schlemme dich einmal quer durch die Stadt

Wer in Sevilla ist, muss natürlich Tapas essen. In den engen Gassen der Altstadt wimmelt es von Tapas-Bars, in denen es die typischen Kleinigkeiten gibt. Unweit der Kathedrale liegt die Tapas-Bar Pelayo, in der man sich hemmungslos durch Tortilla, frittierten Käse sowie lokalen Fisch und Fleischhäppchen schlemmen kann. Bei der Fülle an Bars kann man aber auch einfach der Nase nach entscheiden.

Wer auf der Suche nach einem guten Frühstücks- beziehungsweise Brunch-Spot ist, ist im Paradas 7 in der Nähe des Museo de Bellas Artes de Sevilla im Zentrum richtig. Hier gibt es gesunde Bowls, herzhafte Bagels und frische Smoothies.

Fans von Markthallen, wie ich es bin, kann ich den Mercado Lonja del Barranco ans Herz legen. In der wunderschönen gläsernen Halle direkt am Flussufer, in dem einst der Fischmarkt beheimatet war, warten heute hippe Food Stalls. Hier ist für jeden etwas dabei – von spanischen Tapas über Pizza, Bao Buns zu feiner Patisserie und Eiscreme.

Spaziere durch die Casa de Pilatos und den Palacio de las Dueñas

Die Casa de Pilatos im Herzen von Santa Cruz gelegen, ist ein Palast aus dem 16. Jahrhundert. Ähnlich wie der Alcazar, ist der Palast im typisch andalusischen Mudéjar-Stil erbaut. Kunstvolle Fliesen, detailreiche Holzarbeiten und antike Statuen lassen Besucher beim Rundgang durch die Casa de Pilatos in die Pracht der adligen Stadtpalais zwischen Mittelalter und Neuzeit eintauchen.

Allein in den wunderschön verzierten Innenhöfen könnte ich Stunden verbringen. Benannt wurde das Haus übrigens nach Poncius Pilatus, um an die Pilgerreise des Fadrique Enriques de Ribera, der Sohn des Erbauers, nach Jerusalem zu erinnern.

Auch der Palacio de las Dueñas gehört in die Reihe der repräsentativen Stadtpaläste Sevillas. Die Residenz des Herzogs von Alba ist noch heute im Familienbesitz und wird teilweise noch immer bewohnt, weshalb einige der Räume nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Die über fünfhundertjährige Geschichte des Gebäudes entdeckt man bei einem Spaziergang durch die Gärten, prachtvollen Salons und schattigen Innenhöfe. Wenn die Brunnen plätschern und die Orangenblüten ihren Duft verbreiten, kann man sich für einen Moment in vergangene Zeiten träumen oder einfach den Moment genießen.

Meine Empfehlung für Hotelbuchungen: Auf Booking.com findet ihr transparent und mit sehr guten Stornierungsoptionen die passende Unterkunft für euren Urlaub.

Übernachte im Hotel Murillo

Das Hotel Murillo liegt mitten in Santa Cruz direkt am Jardines de Murillo. Im historischen Gebäude mit gusseisernen Balkonen und Kassettendecken gibt’s jede Menge Flair in Bestlage. Das Schmankerl ist die Dachterrasse, auf der man sich nach einem ereignisreichen Tag noch ein Gläschen Vino mit Blick auf die Giralda schmecken lassen kann.

Lasse dich durch die Altstadt von Sevilla treiben

Am besten erlebt man eine Stadt, wenn man sich durch die verschiedenen Viertel trieben lässt. In Sevilla ist es vor allem die Altstadt, das Barrio de Santa Cruz, das euch beim Flanieren tief in die Geschichte mitnimmt. Santa Cruz ist das ehemalige jüdische Viertel von Sevilla. Nach der Reconquista wurde die jüdische Bevölkerung allerdings vertrieben.

In diesem alten Viertel befinden sich viele der Hauptsehenswürdigkeiten mit dem Alcazar und der Kathedrale, aber auch jenseits der bekannten Orte gibt es in versteckten Ecken viel zu sehen. Eine der weniger bekannten Highlights ist zum Beispiel die Plaza de Cabildo. Der halbkreisförmige Platz ist ein friedliches Fleckchen mitten im Zentrum. An dem Brunnen könnt ihr euch für eine Verschnaufpause niederlassen und wer sonntags in Sevilla unterwegs ist, findet hier einen kleinen Trödelmarkt.

Enge Gassen, gerade so breit gebaut, dass einst die Eselskarren hindurchpassten, und weiß getünchte Häuser mit von Blumen geschmückten Balkonen prägen das Bild von Santa Cruz. Einen Abstecher wert ist der Jardines de Murillo, der Garten des sevillianischen Barockmalers Murillo. Am Abend finden hier in den Tablaos, den traditionellen Bars, von Santa Cruz oft Flamenco-Shows statt.

Bestaune den Sonnenuntergang vom Metropol Parasol

Nachdem wir uns bisher hauptsächlich den altehrwürdigen Orten Sevillas gewidmet haben, wird es Zeit für die moderne Seite der Stadt. Sinnbild für das zeitgenössische Sevilla ist das Bauwerk Metropol Parasol, das bei den Einheimischen nur “Las Setas”, die Pilze, genannt wird.

Die vom deutschen Architekten Jürgen Mayer entworfene Holzkonstruktion erinnert mit ihren übergroßen Schirmen an Pilze und bietet Platz für Restaurants, Cafés, Bars und Geschäfte. Von der Aussichtsplattform auf dem obersten Schirm habt ihr einen atemberaubenden Blick auf die Stadt – der vielleicht schönste Ort für den Sonnenuntergang in Sevilla!

Praktische Tipps für deine Reise nach Sevilla:

Anreise: Wer keine Zeit für einen Roadtrip von Deutschland nach Andalusien hat, kommt mit dem Flugzeug in knapp drei Stunden nach Sevilla. Direktflüge gibt es etwa von München, Düsseldorf oder Frankfurt-Hahn. Vom Flughafen fährt ein Flughafenbus in die Stadt.

Beste Reisezeit: Ich würde immer empfehlen, die Hauptreisezeit im Juli und August zu meiden. Besonders schön ist Sevilla im Frühling, wenn die Bäume blühen oder im Herbst, wenn es immer noch schön warm ist. Sehr empfehlen, kann ich auch eine Reise im Winter. Denn dann blühen die Orangenbäume und die Stadt umgibt einen herrlichen Duft.

Die perfekte Reisedauer: Für einen entspannten Städtetrip sind zwei bis drei volle Tage ideal. Rund um Sevilla liegen viele weitere spannende Orte, sodass ihr euren Urlaub auch wunderbar mit einer Andalusien Rundreise verbinden könnt.

Von A nach B in Sevilla: Sevilla ist zwar nicht gerade klein, aber die Altstadt und die meisten Sehenswürdigkeiten lassen sich wunderbar zu Fuß erkunden. Etwas weitere Strecken lassen sich auch wunderbar mit dem Fahrrad zurücklegen, da das Netz an Fahrradwegen und auch an Fahrradverleihen in Sevilla gut ausgebaut ist. 

Das waren meine Insider Tipps für Sevilla. Kennst du noch einen Geheimtipp? Dann teile ihn gerne in den Kommentaren.

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Mainzerin Sarah packt regelmäßig das Fernweh und kurz darauf ihren Koffer, um neue, faszinierende Orte zu bereisen oder an alte, lieb gewonnene zurückzukehren. Und obwohl sie gelegentlich von einem Neuanfang an einem anderen Ort träumt, einem kleinen Haus in der Toskana mit Klappläden an den Fenstern und Zitronenbaum im Vorgarten oder von einer Stadtwohnung in Lissabon mit Blick auf den Tejo, ist Mainz eben doch ihre Stadt des Herzens.

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