Natur erleben und schützen: 6 Tipps für nachhaltiges Campen
Müll trennen, Strom sparen und mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren sind im Alltag ganz normal. Aber wie sieht es im Urlaub aus? Besonders Roadtrips und Camping sind seit einigen Jahren sehr beliebte Urlaubsarten. Der Natur nah sein und abseits von ausgebuchten Hotels die Ruhe genießen – doch wie ist es dort um Umweltschutz und Nachhaltigkeit bestellt? Hier teile ich 6 Tipps, wie du einen umweltfreundlichen Campingurlaub machen kannst.
Inhalt
Tipp #1: Bewusst packen – und das Richtige mitnehmen
Bevor die Reise zum Campingplatz losgeht, steht das Packen an – und hier fängt der Umweltschutz auch gleich an. Überlege dir genau, was du wirklich auf deiner Packliste für den Roadtrip benötigst.
Wenn du noch Ausrüstung, wie ein hochwertiges Dachzelt, ein passendes Campingzelt, praktische Outdoorjacken und sonstiges Zubehör kaufen musst, achte auf nachhaltige Marken und eine hohe Qualität. Vielleicht kannst du dir einige Gegenstände auch von Freunden leihen, als praktisches Geschenk fürs Campen wünschen oder gebraucht kaufen.
Was auf keinen Fall fehlen darf, sind wiederbefüllbare Trinkflaschen und Brotzeitdosen. So kannst du auch im Campingurlaub eigene Getränke und Lebensmittel mitnehmen und vermeidest Verpackungsmüll. Außerdem erleichtern dir eine faltbare Tragetasche oder ein Rucksack den umweltfreundlichen Einkauf von Lebensmitteln im Campingurlaub – ohne auf Plastiktüten zurückgreifen zu müssen.
Des Weiteren gilt: Weniger ist mehr! Je mehr Gepäck du dabei hast, desto mehr Kraftstoff verbraucht dein Fahrzeug. Daher ist es wichtig, bewusst zu packen und Gewicht zu sparen – das kann ganz unterschiedlich funktionieren:
Statt dicker, schwerer Handtücher kannst du kompakte Sporthandtücher aus Mikrofaser einpacken. Hygieneartikel, Spülmittel und Waschmittel kannst du am besten in kleinere Reisegrößen abfüllen oder vor Ort kaufen. Alternativ gibt es auch festes Shampoo und Duschgel (Seife), das noch weniger Platz einnimmt.
Falls du planst, auf naturnahen Stellplätzen ohne sanitäre Anlagen Halt zu machen, achte darauf, dass die Hygieneartikel umweltfreundlich sind. So belastest du die Natur so wenig wie möglich.
Nimm nur unverzichtbare Lebensmittel – wie den Lieblingskaffee und Gewürze – mit und kaufe lieber vor Ort regionale und saisonale Produkte ein. So kannst du nicht nur die Umwelt schützen, sondern dein Urlaubsland auch kulinarisch hautnah erleben.
Tipp #2: Umweltschonende Anreise
Der Camper oder das Auto sind schon einmal deutlich emissionsärmere Transportmittel zum Urlaubsort als Flugzeuge oder Kreuzfahrtschiffe. Aber auch die Übernachtungsmöglichkeiten im Urlaubsland sind für deine CO₂-Bilanz wichtig, wie auch eine Studie des Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) zeigt.
Wichtig bei der Anreise mit dem eigenen Fahrzeug ist ein umweltfreundlicher Fahrstil. Früh schalten, Geschwindigkeitsbegrenzungen einhalten und vorausschauend fahren sollten selbstverständlich sein. Wenn du mit mehreren Freunden in den Campingurlaub fährst, bildet Fahrgemeinschaften und nutzt so wenige Fahrzeuge wie möglich. Mit dem Verein WOHNmobil für Klimaschutz kannst du außerdem deine CO₂-Emissionen kompensieren indem Bäume gepflanzt werden.
Bist du mit dem Camper unterwegs, solltest du Gewicht reduzieren. Das kannst du erreichen, indem du deinen Frischwassertank nur so weit wie nötig füllst und den Schmutzwassertank vor der Fahrt leerst. Auch auf Lebensmittel kannst du weitestgehend verzichten: Schließlich gibt es im Urlaubsland auch Supermärkte. 😉
Aber es geht noch umweltfreundlicher! Besonders, wenn du zum ersten Mal campen fährst oder es einfach einmal ausprobieren möchtest, musst du deine Ausrüstung oder den Van nicht unbedingt gleich kaufen. Versuche es zunächst mit einem Verleih oder auch mit einem Mobilhome oder Glamping-Unterkünften.
Für den Roadtrip durch Norwegen kannst du beispielsweise mit dem Zug anreisen und erst vor Ort einen Camper mieten. Das spart nicht nur Emissionen, sondern erlaubt auch ein bewusstes Reisen und viele tolle Erfahrungen auf dem Weg zum Urlaubsziel.
Tipp #3: Campingplatz bewusst wählen
Auch das Ziel deines Campingurlaubs kannst du nachhaltig wählen, denn es gibt zahlreiche umweltfreundliche Campingplätze. Labels wie das EU-Ecolabel oder Ecocamping kennzeichnen solche Stellplätze, die auf Nachhaltigkeit achten und Ressourcen sparen.
Besonders auf Müllvermeidung und -recycling sowie Wasser- und Energieeinsparungen wird auf gekennzeichneten Campingplätzen geachtet. Häufig bekommst du dort auch regionale und saisonale Lebensmittel oder du kannst tageweise Fahrräder mieten.
Wenn du lieber mitten in der Natur campen möchtest, solltest du dich vorher genau über die Bestimmungen im Urlaubsland informieren. Nicht überall ist Wildcampen erlaubt! Stattdessen gibt Portale wie Campspace oder Alpacacamping, die unter anderem naturnahe, private Stellplätze vermitteln.
Tipp #4: Ressourcen sparen
Auch – oder besonders – beim Campen gilt: Wasser und Energie sparen, wo es nur geht! Egal, ob du dich für einen nachhaltigen Campingplatz oder Camping mitten in der Natur entscheidest: Versuche so wenig Ressourcen wie möglich zu verbrauchen.
Beim Camping geht es schließlich darum, in Einklang mit der Natur Urlaub zu machen, und da gehört ein verantwortungsvoller Umgang mit Energie und Wasser einfach dazu. Nutze wenn möglich solarbetriebene Lichtquellen oder praktische Wassertanks. Für langes Plantschen im Wasser eignen sich der See oder das Meer sowieso viel besser. Auch ein romantisches Picknick im Sonnenuntergang kann viel schöner sein als das Grillen mit dem Gas- oder Elektrogrill.
Tipp #5: Müll vermeiden – oder zumindest richtig entsorgen
Was in Deutschland normal ist, kann in anderen Urlaubsländern ganz anders aussehen. Versuche auch im Campingurlaub Müll zu vermeiden und richtig zu entsorgen.
Praktische Gadgets sind beispielsweise mitgebrachte Müllbeutel, in denen Müll getrennt und bei Gelegenheit im Urlaubsland richtig entsorgt werden kann. So sind auch fehlende Mülleimer am Stellplatz oder unterwegs kein Problem mehr.
Wenn du im Urlaub einkaufen gehst, achte außerdem auf möglichst wenig Verpackungsmüll. Auf dem lokalen Wochenmarkt findest du sicher leckeres Obst und Gemüse – und kannst es in mitgebrachten Jutebeuteln statt Plastiktüten zum Campingplatz transportieren.
Erkundige dich nach Möglichkeit auch, ob es vor Ort einen Unverpacktladen gibt. Dort kannst du Nudeln, Reis oder Mehl ganz nach Bedarf in mitgebrachte Behältnisse abfüllen. So kaufst du nur so viel wie nötig und vermeidest Müll.
Tipp #6: Nachhaltige Mobilität am Urlaubsort wählen
Einmal am Campingplatz angekommen, darf der Camper oder das Auto dort ruhig stehen bleiben. Vielleicht hast du sogar die Möglichkeit, dein eigenes Fahrrad mitzunehmen. Sonst bieten viele Unterkünfte auch Fahrrad- oder E-Scooter-Verleihe an, mit denen du vor Ort die nähere Umgebung erkunden kannst. Oder du erkundest die Stadt zu Fuß – so lassen sich meist die schönsten Läden, Restaurants und authentische Details entdecken.
Für weiter entfernte Ausflugsziele kannst du auf öffentliche Verkehrsmittel oder organisierte Bustouren zurückgreifen. So vermeidest du unnötige Emissionen und die mühsame Parkplatzsuche. Außerdem sorgen die Öffis im Urlaub garantiert für Abenteuer und lustige Geschichten auf dem Weg zu den tollsten Sehenswürdigkeiten! Damit wird der nächste Campingurlaub nicht nur nachhaltiger, sondern auch abenteuerreicher.
Titelbild: @qeedo
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