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Hotel-Tipp Ligurien: Das nachhaltige Relais del Maro

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Umgeben von den Bergen Liguriens, keine 20 Kilometer von der Mittelmeerküste entfernt, liegt ein Hotel, so besonders, man sollte den Zauber dieser Herberge einmal selbst erlebt haben. Das Relais del Maro, ein grünes Juwel, das den bewussten Umgang mit Natur und Umwelt pflegt und dessen herzliches Team es auf wunderbare Weise versteht seine Gäste zu verwöhnen.
Ort des Glücks ist das verschlafene Bergdorf Borgomaro am Rande der italienischen Alpen. Die Zeit scheint in charmanter Hinsicht stehen geblieben zu sein, in der 300-Seelengemeinde. Ein Fahrrad lehnt ohne Schloss an der Hauswand. Ein paar Meter weiter steht ein Topf mit dem Überbleibsel des pranzo auf den Stufen. Unter der alten Steinbrücke plätschert der Impero durch das Örtchen und bahnt sich seinen Weg, bis er sich bei Imperia in das Ligurische Meer ergießt.

Unangefochten der größte Schatz des Dorfes ist das Relais del Maro, indem wir zwei Nächte verbringen dürfen. Elena, die Hotelmanagerin, begrüßt uns fröhlich und in einwandfreiem Deutsch. Am nächsten Tag hören wir die Italienerin mit Neuankömmlingen auf Französisch und Englisch plaudern.
Schon beim Eintreten in das ziegelrote Haupthaus spüre ich, dass in die Renovierung des historischen Gebäudes Herzblut hineingesteckt wurde. Vom einladenden Eingangsbereich mit der Schiefertafel, die täglich eine neue Programmidee verrät, der gemütlichen Bibliothek, den individuell gestalteten Zimmern und dem herrlichen Garten. Antiquitäten schmücken jeden Raum und liebevolle Details sorgen für eine heimelige Gemütlichkeit.

Authentisch wohnen im Albergo Diffuso

Schon mal von einem Albergo Diffuso gehört? Das Relais del Maro ist ein solches “verstreutes Haus”, das alle Annehmlichkeiten eines Hotels mit intimen Einblicken in das Dorfleben vereint. Die Idee der Alberghi Diffusi stammt gewissermaßen aus der Not heraus. Um das Verwaisen kleiner Ortschaften aufzuhalten, überlegte sich ein findiger Tourismusberater, wie man die Entwicklung der betroffenen Regionen unterstützen kann. Eccolo! Die Lösung war über die Dörfer verteilte Herbergen, die die Gäste somit authentisch in das Leben der Einheimischen integriert. Wie hier im bezaubernden Borgomaro.

Die 14 Zimmer und Suiten des Relais del Maro sind auf drei historische Gebäude verteilt. Mit der Casa Madre als Haupthaus und Zentrum des Hotels, in dem die Gäste immer wieder zusammen kommen. Morgens begegnet man sich am köstlichen regionalen Bio-Frühstücksbuffet. Später dann auf der herrlichen Terrasse. Zum Baden im Pool, der nachmittäglichen Teatime und zum aperitivo.

Grüne Perle mit Familiengeschichte

Zwischen all der herzlichen Gemütlichkeit befinden wir uns auch mitten in einem Stück Familiengeschichte. Mamma Piera kam in der Casa Madre, dem Haupthaus, zur Welt. Tochter Elena wuchs hier auf. Ihre Großmutter wohnte in der Casa del Borgo, das die Gäste beim Gang über die Brücke und den Marktplatz in der dahinter liegenden Gasse erreichen.

Wer meinen Blog bereits kennt, hat bestimmt schon mitbekommen, dass ich ein großer Fan von Green Pearls bin. Die Reiseplattform sammelt eine feine Auswahl einzigartiger Unterkünfte weltweit. All diese Hotels haben eins gemeinsam: Sie haben sich das Ziel gesetzt unseren Planeten zu schützen und zu einem grüneren Ort zu machen. Das Relais del Maro ist eines davon.

Von kulinarische Überraschungen in Borgomaro

Nicht gerade die einfachsten “Esser” haben sich hier auf Italienreise begeben. Die eine isst vegetarisch, der andere mag dies nicht, wofür die dritte wieder eine besondere Neigung hegt. In Restaurants essen zu gehen, war die letzten zwei Wochen unserer Urlaubs also stets ein Kompromiss. Nichts anderes erwarteten wir in Borgomaro. Denn ein 300-Seelen-Dorf hat natürlich keine üppige Gastronomieauswahl vorzuweisen. Ein paar wenige Lokale gibt es aber sehr wohl und in zwei davon speisen wir während unseres Aufenthalts. Und wer hätte es für möglich gehalten? Beide Restaurants vermögen es nicht nur uns – also tatsächlich alle drei – satt und zufrieden zu machen, wir kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

Noch dazu kommt, dass ich den ganzen Urlaub von Gnocchi träumte und hoffte auf jeder Speisekarte, die ich in der Hand hielt, endlich eine vegetarische Variante zu lesen. In Borgomaro finde ich sie endlich und habe sie wenig später auf dem Teller. In der Etta Enosteria, die uns Elena ans Herz legt und auf das wir vom Hotelzimmer einen direkten Blick darauf werfen können, schlemmen wir bis die Scheiben beschlagen, trinken Wein aus einer Flasche ohne Etikett und werden so herzlich verabschiedet, als wären wir zu Besuch bei Freunden gewesen. Ein vergnüglicher Abend voller überraschender Genussmomente und das im bescheidenen Borgomaro.

Der letzte Abend in Ligurien bricht an. Wie gestern finden wir uns auf der Terrasse des Relais zum Aperitif ein, bevor wir entscheiden, wo – und vor allem mit was – wir unsere Italienreise kulinarisch abschließen möchten.
Die Antwort haben wir etwas eine Stunde später auf einem gigantischen Holzbrett vor uns liegen. Pizza von der Größe eines Bistrotisches. In dem rustikalen Ristorante Le Logge treten wir den Kampf mit der Riesenpizza an. Während der Priester schräg gegenüber Handyfotos von der Pizzabäckerin knipst, die sich gestikulierend empört. Daneben ein stämmiger Italiener mit seinem vergleichsweise sehr winzigen Chihuahua auf dem Nachbarstuhl, der angestrengt versucht die Geschehnisse oberhalb der Tischplatte zu erspähen. Spätestens jetzt erleben wir es, das Albergo-Diffuso-Prinzip.

Die italienische Riviera: Abstecher nach San Remo

Eindrucksvolle Berglandschaft, wie gemacht zum Wandern und Biken und dann wartet noch die schillernde Côte d’Azur zum Greifen nah. Von dem pastellfarbenen Portofino will ich erst gar nicht anfangen. Eines ist sicher, Ligurien und sein nahes Umland geizen ganz und gar nicht mit ihren Reizen.
Etwas bedrückt stellen wir fest, dass die zwei Nächte im Relais del Maro und der eine volle Tag nicht im Ansatz genügen, um diesem wunderbaren Fleckchen Italiens gerecht zu werden. Während wir uns versprechen bald wieder zu kommen, beschließen wir Saint-Tropez, Portofino und die Hikingtrails um Borgomaro – dieses Mal – links liegen zu lassen und uns stattdessen der mondänen italienischen Riviera zu widmen.

In San Remo, einen Katzensprung von der französischen Grenze entfernt, spazieren wir die Promenade entlang. Prachtbauen auf der einen, das Mittelmeer auf der anderen Seite. Unter dem Schatten hoher Palmen, vorbei an noblen Sommerresidenzen und Casinos liegt ein Hauch Nostalgie in der Luft.
Einen Augenblick später, den Weg nach links das Meer hinter uns lassend, tauchen wir ein, in ein vollkommen anderes San Remo. Durch ein Gewirr an Gassen erklimmen wir die unzähligen Stufen der Altstadt. Kaum einer Menschenseele begegnen wir hier. Friedliche Stille umgibt das Viertel, die ab und zu durch Klappern von Geschirr gebrochen wird.

… und weiter nach Imperia

Über die Via Aurelia, eine der schönsten Küstenstraßen Europas und alte Römerroute, fahren wir in die nächst größte Stadt von Borgomaro. Die Hafenstadt Imperia besteht aus dem Stadtteil Porto Maurizio mit seiner hübschen Altstadt sowie dem Viertel Oneglia, das sich hervorragend zum Flanieren und Shoppen eignet.

Über schmale Gassen windet sich die Altstadt einen Hügel hinauf. Sehr praktisch, wenn man – wie wir – bereist ein paar Kilometer Fußmarsch hinter und vor sich hat: Gleich drei Aufzüge bringen euch in luftige Höhen. Wir nehmen den Lift hinauf zur Via Vianelli von der wir eine Runde durch das historische Imperia drehen und gemütlich wieder hinab schlendern.
Es zieht uns erneut ans Wasser und so steuern wir, durch die Via de Tommaso spazierend, geradewegs auf das Meer zu. Einen Wimpernschlag später finden wir uns wieder mitten im mediterranen Leben, das sich so liebe. Bunte Häuser mit Klappläden reihen sich um einen kleinen Platz mit Bars und Restaurants. Bei I Sognatori lassen wir uns auf der Terrasse nieder. Tanken nochmal Sonne an diesem Tag im Frühherbst, für uns, die bereits morgen früh die Heimreise antreten, muss sie bis kommendes Jahr genügen. Bei caffé schauen wir zu den in der Bucht ankernden Booten. Und dem Meer, das sich in einem Wettstreit mit dem wolkenlosen Himmel zu befinden scheint, wer nun das strahlender Azur hervorbringt.

An eines werde ich mich auf meinen Reisen wohl nie gewöhnen: Abschiede. Wehmütig sagen wir arrivederci zu dem zauberhaften Relais del Maro, dem verträumten Borgomaro und der Nostalgie verströmenden Riviera. Aber nicht bevor wir unseren letzten Platz im Auto füllen mit regionalen Köstlichkeiten aus dem Relais. Um an verregneten Herbsttagen in Deutschland zumindest den Geschmack Liguriens heraufzubeschwören.

*Diese Reise wurde unterstützt von dem Relais del Maro und Green Pearls. Die geschilderten Erlebnisse und Erfahrungen bleiben davon unberührt.

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von

Mainzerin Sarah packt regelmäßig das Fernweh und kurz darauf ihren Koffer, um neue, faszinierende Orte zu bereisen oder an alte, lieb gewonnene zurückzukehren. Und obwohl sie gelegentlich von einem Neuanfang an einem anderen Ort träumt, einem kleinen Haus in der Toskana mit Klappläden an den Fenstern und Zitronenbaum im Vorgarten oder von einer Stadtwohnung in Lissabon mit Blick auf den Tejo, ist Mainz eben doch ihre Stadt des Herzens.

1 Kommentare

  1. Hanna sagt

    Wow, Sarah, das hört sich unbeschreiblich schön an! Du schreibst so toll, dass man fast meint, die Gerüche und Ausblicke selbst zu erleben! Jetzt steht das Relais del Maro und Ligurien im Allgemeine auf jeden Fall auch auf meiner Reiseliste! 🙂

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