Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kindheit

Camping Platz

Der Duft nach Kindheit

Als ich ein Kind war, fing der Urlaub bereits vor der Fahrt in den Süden an. Die großen Ferien hatten gerade begonnen. Meine Schwester Anne und ich drückten unsere Nasen am Küchenfenster platt und warteten auf den Moment, in dem meine Eltern mit dem hellblauen Volvo 240 vorfuhren und den Wohnwagen auf dem Parkplatz vor unserem Haus abstellten. Sobald der Caravan zu sehen war, stürzten wir hinaus und begrüßten ihn, wie einen alten Freund. Strichen mit den Fingerspitzen an der beigen Wand entlang und öffneten die Tür, um endlich unsere Köpfe hineinzustecken und diesen ganz besonderen Duft einzuatmen. Die leicht muffigen Polster, die darauf warteten nach der Überwinterung gelüftet und ausgeklopft zu werden, das furnierte Holz – und da war noch etwas. Ein kleiner Rest Pinien- und Meeresduft hing noch vom letzten Urlaub in der Luft. Exakt in diesem Moment fing für uns der Urlaub an und er erreichte seinen  Höhepunkt, wenn mein Vater den Blinker setzte und wir euphorisch kreischend von der Hauptstraße auf den Campingplatz Maremma Sans Souci (Sans Souci bedeutet „ohne Sorgen“) …

Castiglione della Pescaia

Castiglione della Pescaia: Eine Liebeserklärung

Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Waren es 16 oder 18 Mal? Oder habe ich doch schon die 20 geknackt? Fakt ist: Für einen Ort, fern von meinem zu Hause, war ich schon sehr oft hier. In Castiglione della Pescaia, einem beschaulichen Fischerstädtchen in der toskanischen Maremma. Und so kam es, dass dieser Platz, rund 1.100 Kilometer von Mainz entfernt, ebenfalls zu einer Art Heimat für mich wurde. Einem Ort wo ich einfach nur anzukommen brauche und gleich mit Wohlfühlen beginnen kann und wo der Abschied jedes Mal ein wenig schmerzt und eine Lücke hinterlässt. Als Kind habe ich, mit wenigen Ausnahmen, jeden Sommer mit meiner Familie in Castiglione della Pescaia, verbracht. „Ist es nicht öde jedes Jahr an den selben Ort zu fahren?“ fragten mich damals Schulfreunde. Aber wie könnte mir dieser Ort je langweilig werden. Liebe Freunde habe ich schon mit hierher genommen, um ihnen meinen kleinen Fleck großen Glücks zu zeigen. Nächte am Strand mit auf Sternschnuppen warten verbracht, meinen ersten Cappuccino getrunken, Vormittage auf dem Markt verbummelt, war im Februar, April, …