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Wanderlust: Der Moselsteig von Traben-Trarbach nach Reil

Kaum ein Wanderabschnitt der nicht Entzückung hervorruft. Gefühlt alle zehn Meter lockt eine neue Sitzgelegenheit zur Rast, um ein phänomenales Panorama zu genießen. Wer eine Etappe des Moselsteigs erwandert, versteht warum er im Jahr 2016 zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt wurde. On top winkt bei diesem Wanderwochenende eine Unterkunft, der besonders lauschigen Art. Wenn man ein neues Wort für Gemütlichkeit erfinden müsste, keines wäre wohl treffender als der Begriff “Schlaffass”.

Auf 365 Kilometern aufgeteilt in 24 Etappen folgt der Moselsteig dem Lauf der Mosel auf der deutschen Seite. Die Etappe 13 führt vom entzückenden Jugendstil-Städtchen Traben-Trarbach durch einmalig schöne Landschaft bis nach Reil.

Moselromantik vom feinsten

Startpunkt der Wanderung ist die Poststraße in Traben, die über eine Brücke zum Stadtteil Trarbach führt.  Einem Serpentinenpfad folgend, geht es bergauf, begleitet von den ersten schönen Aussichten auf das Tal. In den Kurven bieten Bänke die Möglichkeit zum Luft holen und genießen der Landschaft. Auf dem steilen Anstieg ist bald die Ruine der Grevenburg erreicht. Täglich ab 11 Uhr kann man hier einkehren mit herrlichem Blick auf die Mosellandschaft. Danach führt der Moselsteig ein weiteres Stück bergauf bevor man in heimischen Urwald eintaucht. Baumriesen strecken sich in die Höhe, auf umgestürzten Stämmen sprießt neues Leben. Samtiges Moor leuchtet in der Sonne, die sich ihren Weg durch das Blätterdach des märchenhaften Waldes sucht.

Kurz vor der wildromantischen und verschlafene Ortschaft Starkenburg erreicht man einen der schönsten Picknick-Plätze der Strecke. Mit Holzhütte, Relaxliege und abermals phänomenalem Panorama über das Moseltal.
In wechselndem, teils steilem auf und ab führt der Weg mitten hinein in die Altstadt von Enkirch. Hier erwartet den Wanderer erneute Möglichkeiten einer Rast mit Einkehr, zum Beispiel im Weingut und Weincafé Nonnenhof ab 14 Uhr.

Von Enkirch wandert man durch die Weinberge, größtenteils schattenlos, mit extrem steilen Etappen bergauf und bergab. Zwischen den Reben hat man das Ziel Reil stets im Blick. Noch einmal wird die Mosel über die Brücke überquert und im Ortskern ist beim Bahnhof das Ziel erreicht.

Wohnen im Schlaffass

Das i-Tüpfelchen des Miniurlaubs ist die Übernachtung im Schlaffass. Das urige Cottage mit vier Schlafplätzen ist ganz aus naturbelassenem Holz gebaut. Und genau so duftet es darin – nach Wald und Gemütlichkeit.

Wer die Tour etwas abkürzen möchte, klingt alternativ die Wanderung bereits in Enkirch aus. Denn der Weg von Enkirch nach Reil ist nicht annähernd so spektakulär wie die ersten etwa 8,5 Kilometer. Von Enkirch nimmt man den Bus zurück nach Traben-Trarbach.

Nützliche Tipps

Anreise mit der Bahn: Von Koblenz mit der Regionalbahn nach Bullay. Von hier mit der Moselweinbahn weiter nach Traben-Trarbach. Wer eine längere Anfahrt hat, sollte sich für diesen Miniurlaub zwei Nächte Zeit nehmen.

Übernachten: Besonders herrlich schläft es sich  in gemütlichen Schlaffässern direkt an der Mosel auf dem Campingplatz Rissbach.

Wanderung: Informationen zur Strecke und GPS-Track zum Download gibt’s hier.

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von

Sarah

Mainzerin Sarah packt regelmäßig das Fernweh und kurz darauf ihren Koffer, um neue, faszinierende Orte zu bereisen oder an alte, lieb gewonnene zurückzukehren. Und obwohl sie gelegentlich von einem Neuanfang an einem anderen Ort träumt, einem kleinen Haus in der Toskana mit Klappläden an den Fenstern und Zitronenbaum im Vorgarten oder von einer Stadtwohnung in Lissabon mit Blick auf den Tejo, ist Mainz eben doch ihre Stadt des Herzens.

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