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Itchy Feet

Freunde am Strand. Im Hintergrund geht die Sonne unter.

Erich Kästner schrieb einmal, er sei auf die Welt nicht besonders neugierig, die Kastanie vor dem Haus tue es doch auch. Ganz und gar widersinnig ist Kästners Ansicht ja nun nicht, schließlich hat das altbewährte Zuhause, indem man meist von lieben Menschen umgeben ist, auch etwas für sich. Diese besondere Art der Geborgenheit darf man auf einer Weltreise, verbunden mit ständigen Ortswechseln, scheinbar endlosem Koffer ein- und auspacken und so manch unvorhergesehener Situationen, nicht erwarten. Warum also, zieht es so viele Menschen in die Ferne? Zu Hause ist es doch auch ganz schön. Und wozu durch die Welt reisen, wenn man ohnehin schon alles zu kennen glaubt? Wer hat noch nicht den schiefen Turm von Pisa oder das Taj Mahal gesehen? Nur leibhaftig davorgestanden haben wohl die wenigsten. Und eins kann ich versichern: Es besteht ein nicht unwesentlicher Unterschied darin, ein Video von einer Fahrt auf dem Canal Grande in Venedig auf YouTube zu sehen oder selbst einmal, dieses schauklige Vergnügen – vorzugsweise bei Nacht – erlebt zu haben. Dieses magische Gefühl kann kein Medium der Welt transportieren.

Frisch mit dem Studium fertig, möchte ich mich nun selbst auf das Abenteuer Weltreise begeben. Raus aus der alltäglichen Routine und mit dem gleichzeitig befreienden und beunruhigenden Gefühl der Unzugehörigkeit konfrontiert sein, hemmungslos spontan sein, von unerwarteten Erlebnissen aus der Fassung gebracht werden, das ist es wonach mein Fernweh lechzt.

Dabei steht für mich nicht das Abklappern von möglichst vielen Ländern in kürzester Zeit und das Hetzen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten im Mittelpunkt. Vielmehr lege ich Wert darauf, die unverfälschten Lebensweisen an den verschiedenen Orten zu erfahren sowie die einheimischen Menschen näher kennenzulernen.

Zunächst werde ich Anfang April zwei Wochen in der Toskana verbringen. Hier steht vor allem entspannen und genießen auf dem Programm. Im Sommer verbringe ich dann ein paar Monate in meiner Lieblingsstadt Rom. Weiter geht es im Oktober von Indien, über Vietnam nach Bali. An welchen Ort dieser Welt es mich im Anschluss daran verschlagen wird, lasse ich auf mich zukommen. Mein letztes Reiseziel steht allerdings schon fest: Ich selbst.

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