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Der Duft nach Kindheit

Camping Platz

Als ich ein Kind war, fing der Urlaub bereits vor der Fahrt in den Süden an. Die großen Ferien hatten gerade begonnen. Meine Schwester Anne und ich drückten unsere Nasen am Küchenfenster platt und warteten auf den Moment, in dem meine Eltern mit dem hellblauen Volvo 240 vorfuhren und den Wohnwagen auf dem Parkplatz vor unserem Haus abstellten.
Sobald der Caravan zu sehen war, stürzten wir hinaus und begrüßten ihn, wie einen alten Freund. Strichen mit den Fingerspitzen an der beigen Wand entlang und öffneten die Tür, um endlich unsere Köpfe hineinzustecken und diesen ganz besonderen Duft einzuatmen. Die leicht muffigen Polster, die darauf warteten nach der Überwinterung gelüftet und ausgeklopft zu werden, das furnierte Holz – und da war noch etwas. Ein kleiner Rest Pinien- und Meeresduft hing noch vom letzten Urlaub in der Luft.

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Exakt in diesem Moment fing für uns der Urlaub an und er erreichte seinen  Höhepunkt, wenn mein Vater den Blinker setzte und wir euphorisch kreischend von der Hauptstraße auf den Campingplatz Maremma Sans Souci (Sans Souci bedeutet „ohne Sorgen“) einbogen.
Das Zirpen der Grillen erschien uns im ersten Augenblick nahezu ohrenbetäubend, aber unsere Sinne waren ohnehin zunächst wie benommen vom toskanischem Licht, dem blau des Himmels und dem unvergleichlichen Duft der Pinien. Der tatsächlich irgendwie alle Sorgen davon blies – und das auch heute noch.

3 Kommentare

  1. Andreas Hohaus sagt

    Wunderbar geschrieben,mit schönen Photos und ich erinnere mich dadurch auch an die Zeit als es bei uns losging – Freude pur.
    Danke für einen schönen Moment!

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