Alle Artikel in: Lieblinge

Paris im Herbst

Pariser Momentaufnahmen

Im Jardin des Tuileries über raschelndes Herbstlaub spazieren. An den kleinen Souvenirständen entlang der Seine vorbei schlendern. Den Bräuten mit langen Schleppen, die vor dem Eiffelturm posieren, zuschauen. Eine Nase voll vor den Patisserien, die unwiderstehliche Macarons und Tartelettes anbieten, nehmen. An Cidre nippende Menschen, die  sich – eingehüllt in Decken – vor den Bars in Montmartre niedergelassen haben, beobachten. Die in die abendliche Novembersonne getauchte Basilika Sacré-Cœur genießen. Pärchen jeden Alters, die an den unmöglichsten Orten stehen bleiben, um einen Moment eng umschlungen zu verweilen, bemerken. Von einem verzückten „Darf ich bitte in die Wohnung hinter dieser traumhaft schönen Fassade einziehen?“ ins nächste fallen. Sich von dem hektischen Treiben in den wirren Gängen der Metro anstecken lassen. Crêpe essen und sich fragen, ob er einem nur so besonders köstlich vorkommt, weil man ihn auf einer Treppe an der Seine isst. C’est Paris.

Am Golf von Orosei: Spätsommertage auf Sardinien

Nach einer Nacht in Cagliari sind Sandra und ich in unserer Ferienwohnung in Orosei, an der Ostküste Sardiniens, angekommen. Wir zwei sind auf dieser Reise beide etwas mitgenommen. Sandra hat alle paar Minuten mit einem Hustenanfall zu kämpfen, ich mit mit einer triefenden Rotznase. Krank im Urlaub. Da gehört viel Akzeptanz dazu, nicht frustriert zu sein, wenn ein paar Pläne über Board geworfen werden. Anstelle von Wanderungen auf den Monte Tuttavista, stehen nun doch mehr gemütliche Strandtage auf dem Programm. Und statt abends auf unserer Terrasse an vino rosso zu nippen, halten wir uns nun an Teetassen mit Ingwer und Zitrone fest. Man hat den Eindruck, hier auf der Insel, die rund 200 Kilometer vom italienischen Festland entfernt liegt, ist die Zeit bei so manchem stehen geblieben. Ein Hirte treibt seine Schafe auf der Schnellstraße an unserem Auto vorbei und als wir einen Zwischenstopp in dem verschlafenen Fischerdorf Santa Lucia einlegen, amüsieren wir uns ein wenig über die Ständer mit Wäsche, die zum Trocknen auf den Besucherparkplätzen aufgestellt wurden. Beim Spazieren durch die leeren Straßen sehen wir, dass viele Einwohner …

Altstadt von Lissabon

Lissabon, wo das Glück zu Hause ist

Auch in den nächsten Tagen klingt unsere Begeisterung für Lissabon nicht ab. Wir lassen uns durch die Altstadt treiben und genießen den portugiesischen Frühling – und die süßen Köstlichkeiten, die es hier an jeder Ecke zu kaufen gibt. Wer auch immer der Erfinder der Pasteis de Nata ist, ist ein Genie! Der cremige Pudding auf dem luftig lockeren Blätterteig, darüber eine Prise Zimt: Göttlich! Für einen kurzen Moment gehen Meike, Sandra und ich die Umstände durch, die dagegen sprechen, unseren Aufenthalt in Lissabon zu verlängern. Verwerfen die Idee aber recht schnell, da erstens in Deutschland die Arbeit und andere Verpflichtungen auf uns warten und zweitens der Wetterbericht für die ganze nächste Woche Regen in Lissabon voraussagt. Nach einem leckeren Tapas-Essen im Viertel Bairro Alto wollen wir den Abend noch nicht enden lassen. Wir erkundigen uns bei dem Kellner nach der Bedroom Bar, über die wir schon im Reiseführer gelesen haben, erfahren aber von ihm, dass der Club mit der originellen Einrichtung seit einem Jahr geschlossen hat. Dafür empfiehlt er uns eine andere Location im Stadtviertel …

Lissabon

Sehnsucht nach Lissabon

Kann man Sehnsucht nach einem Ort haben, an dem man noch nie war? Seit einigen Jahren überkam mich immer wieder dieses Gefühl. Lissabon und ich, das könnte etwas werden. Das könnte eine Stadt sein, an die ich zukünftig gern und regelmäßig zurück kehren möchte. Und genau das ist sie. Spätestens nach sieben Stunden steht es endgültig fest: Ich bin verliebt. Diese Stadt bezaubert mich. Mit allen Sinnen und von Beginn an. Seit ich den ersten Fuß auf portugiesischen Boden gesetzt habe. Mit dieser wachsenden Begeisterung drängt sich immer wieder eine Frage in meinen Kopf: Wieso habe ich Lissabon nicht schon früher mal besucht? Vor der Abreise war ich etwas besorgt. Schon seit Wochen habe ich dieser Städtereise mit meinen Freundinnen Meike und Sandra entgegen gefiebert, mich gefreut und Pläne geschmiedet. Solch eine extreme Vorfreude kann natürlich auch schnell für Enttäuschungen sorgen. Mir war klar, dass meine hohen Erwartungen an Lissabon kaum einzuhalten waren. Was, wenn die Freunde, die von ihren Reisen in die portugiesische Hauptstadt erzählt haben, übertrieben haben? Wenn ich dort den italienischen Flair …

Blick auf Elba

Frühlingsgefühle auf Elba

Es gibt wohl schlimmerer Ort, an die man ins Exil flüchten kann. Enge Gassen winden sich in geschmeidigen Bewegungen hinauf zur Burg, die Orangenbäume tragen erste Früchte, die Sonne beginnt die Felsen zu wärmen und die Entscheidung was nun ein strahlenderes blau hervorbringt – der Himmel oder das Meer – ist schlicht nicht zu beantworten. Ja, auf Elba lässt es sich aushalten und als ich mittags vor dem hellgelben Palazzina dei Mulini mit den grünen Fensterläden stehe, fällt mein Mitleid für Napoleon Bonaparte gering aus, der das Anwesen für zehn Monate bewohnte. Für Wanderliebhaber lockt die Mittelmeerinsel mit Bergen und unberührter Natur. Weiße Sandstrände und glasklares Wasser laden in den Sommermonaten zum Baden ein. Während unserer Toskanareise im Februar,  hat die Saison noch nicht begonnen und es ist natürlich noch deutlich zu kalt fürs Schwimmen, dafür können wir die Insel in Ruhe erkunden, bevor der große Touristenansturm anfängt. Unser Ausflug nach Elba beginnt in der Hafenstadt Piombino. Hier nehmen wir die Fähre, die uns in einer Stunde auf die drittgrößte Insel Italiens bringt. Genauer gesagt, …