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Massa Marittima

Warum ihr im Winter in die Toskana reisen solltet

Im Frühling locken die Berge zu Wanderungen mit Panoramablick, im Sommer die Küste mit ihren weißen Sandstränden. Doch auch im Winter hat die Toskana einiges zu bieten. Aktivurlaubern stehen über 90 Pisten zum Skifahren zur Verfügung. Gleich im Anschluss laden wohlige Thermalquellen zum Freibad ein. Mit Temperaturen zwischen 7 und 15 Grad ist der Winter in Mittel-Italien deutlich milder als bei uns in Deutschland und an besonders sonnenverwöhnten Tagen gibt der Frühling einen ersten Vorgeschmack. Die Orangenbäume tragen bereits Früchte und der Mandelbaum öffnet langsam seine Knospen. Auch die so typische Toskanalandschaft weiß in der kühlen Jahreszeit zu verzaubern. Die Hügel wirken noch grüner, der Nebel schwebt sanft über den Tälern und die Dämmerung verwöhnt uns mit einem magischen Farbenspiel. Neben den Stränden werdet ihr im Winter, mit großer Wahrscheinlichkeit, auch die Einheimischen ganz für euch allein haben. Die Touristenströme sind verschwunden und all jene Italiener, die im Sommer vor den Urlaubern in die Ferien flüchten, sitzen in den Wintermonaten neben euch in der Bar, anstelle der sonst meist deutschen, schweizer oder niederländischen Touristen. Sollten die frühlingshaften …

Paris im Herbst

Pariser Momentaufnahmen

Im Jardin des Tuileries über raschelndes Herbstlaub spazieren. An den kleinen Souvenirständen entlang der Seine vorbei schlendern. Den Bräuten mit langen Schleppen, die vor dem Eiffelturm posieren, zuschauen. Eine Nase voll vor den Patisserien, die unwiderstehliche Macarons und Tartelettes anbieten, nehmen. An Cidre nippende Menschen, die  sich – eingehüllt in Decken – vor den Bars in Montmartre niedergelassen haben, beobachten. Die in die abendliche Novembersonne getauchte Basilika Sacré-Cœur genießen. Pärchen jeden Alters, die an den unmöglichsten Orten stehen bleiben, um einen Moment eng umschlungen zu verweilen, bemerken. Von einem verzückten „Darf ich bitte in die Wohnung hinter dieser traumhaft schönen Fassade einziehen?“ ins nächste fallen. Sich von dem hektischen Treiben in den wirren Gängen der Metro anstecken lassen. Crêpe essen und sich fragen, ob er einem nur so besonders köstlich vorkommt, weil man ihn auf einer Treppe an der Seine isst. C’est Paris.

Biderosa

Mein Sardinien-Highlight: Oasi di Biderosa

Die Luft schmeckt salzig und außer dem Zirpen der Zikaden und dem leichten Wellengang ist kaum ein Geräusch zu hören. Wer in Sardinien auf der Suche nach einsamen Sandstränden  und unberührter Natur ist, der ist in dem rund 860 Hektar großen Naturpark Biderosa genau richtig. Selbst im Hochsommer ist der Park nicht überfüllt. Das hat einen einfachen Grund: Um die Natur zu schützen, werden pro Tag nur 140 Pkws eingelassen. Für Fußgänger und Radfahrer ist der Einlass nicht begrenzt. In Biderosa erwarten euch fünf naturbelassene Strände mit weichem, puderzuckerfeinen Sand, die sogenannten fünf Oasi, werden eingeschlossen von unverfälschter, mediterraner Natur. Wem das Sonnenbaden oder das Dösen auf der Luftmatratze im glasklaren Wasser zu langweilig ist, der erkundet die einzigartige Flora und Fauna zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Schmale Schotterwege führen zu tiefblauen Lagunen.  Wachholderbäume, Pinien und wilde Lilien wechseln sich mit Myrthen-Sträuchern und Eukalyptusbäumen ab. Auch für die Tierwelt ist Biderosa ein wahres Paradies. Auf drei Stationen lassen sich Kormoranen, Stelzenläufern, Seidenreihern und Flamingos beobachten. Letztere nutzen den Park zum Überwintern. Und wenn ihr ganz viel Glück habt, trefft ihr auf dem Rückweg …

Die Altstadt von Cagliari

In den Straßen von Cagliari

Der Geruch von Sägespänen liegt in der Luft. Mit beinahe zärtlichen Bewegungen streicht der Schreiner mit dem Pinsel über den Holzrahmen. Für einen Moment bleibe ich stehen und beobachte ihn durch die offene Tür. Dann reiße ich mich los und schlendere mit meinem Pistazieneis weiter durch die Via Antonio Piccioni. Die kleine Gasse mit den vielen Pflanztöpfen entlang der Häuserwände hat es Sandra und mir besonders angetan. Obwohl wir mitten im Zentrum der größten Stadt Sardiniens sind, ist es hier mucksmäuschenstill. Ein paar Meter vor uns kratzt sich ein Hund mit heraushängender Zunge und eine Frau hängt vor ihrer Tür die Wäsche auf. Zwei Touristen, die in der lebendigen Hafenstadt zu dieser Jahreszeit spärlich gesät sind, fahren in der Apixedda vorbei. Von der Bastion Saint Remy genießen wir die Aussicht über die Stadt. Wer sich den beschwerlichen Fußweg zur Aussichtsplattform sparen möchte, kann übrigens auch bequem mit dem Aufzug nach oben fahren. Spätestens seit Münster bin ich ein großer Fan von botanischen Gärten und so begeben wir uns, nachdem noch einen kurzen Schwenk zum Amphitheater machen …

Am Golf von Orosei: Spätsommertage auf Sardinien

Nach einer Nacht in Cagliari sind Sandra und ich in unserer Ferienwohnung in Orosei, an der Ostküste Sardiniens, angekommen. Wir zwei sind auf dieser Reise beide etwas mitgenommen. Sandra hat alle paar Minuten mit einem Hustenanfall zu kämpfen, ich mit mit einer triefenden Rotznase. Krank im Urlaub. Da gehört viel Akzeptanz dazu, nicht frustriert zu sein, wenn ein paar Pläne über Board geworfen werden. Anstelle von Wanderungen auf den Monte Tuttavista, stehen nun doch mehr gemütliche Strandtage auf dem Programm. Und statt abends auf unserer Terrasse an vino rosso zu nippen, halten wir uns nun an Teetassen mit Ingwer und Zitrone fest. Man hat den Eindruck, hier auf der Insel, die rund 200 Kilometer vom italienischen Festland entfernt liegt, ist die Zeit bei so manchem stehen geblieben. Ein Hirte treibt seine Schafe auf der Schnellstraße an unserem Auto vorbei und als wir einen Zwischenstopp in dem verschlafenen Fischerdorf Santa Lucia einlegen, amüsieren wir uns ein wenig über die Ständer mit Wäsche, die zum Trocknen auf den Besucherparkplätzen aufgestellt wurden. Beim Spazieren durch die leeren Straßen sehen wir, dass viele Einwohner …

Camping Platz

Der Duft nach Kindheit

Als ich ein Kind war, fing der Urlaub bereits vor der Fahrt in den Süden an. Die großen Ferien hatten gerade begonnen. Meine Schwester Anne und ich drückten unsere Nasen am Küchenfenster platt und warteten auf den Moment, in dem meine Eltern mit dem hellblauen Volvo 240 vorfuhren und den Wohnwagen auf dem Parkplatz vor unserem Haus abstellten. Sobald der Caravan zu sehen war, stürzten wir hinaus und begrüßten ihn, wie einen alten Freund. Strichen mit den Fingerspitzen an der beigen Wand entlang und öffneten die Tür, um endlich unsere Köpfe hineinzustecken und diesen ganz besonderen Duft einzuatmen. Die leicht muffigen Polster, die darauf warteten nach der Überwinterung gelüftet und ausgeklopft zu werden, das furnierte Holz – und da war noch etwas. Ein kleiner Rest Pinien- und Meeresduft hing noch vom letzten Urlaub in der Luft. Exakt in diesem Moment fing für uns der Urlaub an und er erreichte seinen  Höhepunkt, wenn mein Vater den Blinker setzte und wir euphorisch kreischend von der Hauptstraße auf den Campingplatz Maremma Sans Souci (Sans Souci bedeutet „ohne Sorgen“) …

Blick aufs Meer

Ein Tag am Meer

Baden im Meer, eine sanfte Brise, barfuß durch den Sand, Sommersprossen zählen, Kinderlachen, frische Ananas naschen, „Wer-weiter-ins-Wasser-rennen-kann!“, ein Buch nach dem anderen verschlingen, auf der Luftmatratze dösen, bis in die Abendstunden die Sonne auf der Haut spüren – die schönste Zeit.

Katze zwischen Blumen

Chocomel und Kitty Cats

„Frida, Friiidaaa!“ Eva steht an der Tür unseres Gartenhäuschens. Zwei Rufe genügen und schon tapst die dreifarbige Katze, die wir in den vergangenen Tagen mit Streicheleinheiten verwöhnt und auf den Namen „Frida“ getauft haben, durch die Tür. Nach unseren Zwischenstopp im schönen Münster, sind wir gestern in den Niederlanden angekommen. Utrecht ist uns wettertechnisch nicht wirklich wohl gesonnen. Was uns aber keineswegs daran hindert, unsere Zeit in den Niederlanden zu genießen. Wenn es mal wieder in Sturzbächen regnet, flüchten wir uns einfach in das nächst gelegene Café und futtern uns durch die vielen Köstlichkeiten, die Utrecht zu bieten hat. Apropos Leckerem aus den Niederlanden: Wann gibt es eigentlich endlich Chocomel in deutschen Supermärkten zu kaufen? Hübsche Krachten, Second-Hand-Shops, kleine Gassen und originelle Restaurants (ich sag nur „crispy lasagne“ auf der kleinen Terrasse im De Witte Ballons. Yummy!) Amsterdams kleine Schwester hat all das zu bieten, nachdem uns gelüstet, so dass wir nicht mal in betracht ziehen, in die nur rund 50 Kilometer gelegene niederländische Hauptstadt zu fahren. Einen Abstecher nach Rotterdam und Den Haag machen wir dann doch. Aber …

Münsteraner Schloß

Die grüne Stadt

Ich muss gestehen, Münster hat es mir sehr einfach gemacht. Aber wie soll man eine Stadt auch unsympathisch finden, in der sich mehr Einwohner aufs Rad schwingen, als mit dem Auto fahren, es beachtliche 348 Hektar Grünflächen, Parks und Naherholungsgebiete gibt – und in der es Straßennamen, wie „Drubbel“ gibt? Genau am Drubbel wohnen meine gute Freundin Eva und ich während unserer Zeit in Münster, in einer zauberhaften Airbnb Wohnung, mit Blick auf den Prinzipalmarkt. Wir schlendern durch die Arkadengänge und schließlich verschlägt es uns zum Fürstbischöflichen Schloss und in den dahinter liegenden botanischen Garten. Ein wundervoller, friedlicher Ort, inmitten der Stadt. Tief atme ich die frische Luft ein und lausche. Stille. Nur ein paar Vögel machen hin und wieder auf sich aufmerksam. Im Jahr 1803 wurde der Garten gegründet und beherbergt heute mehr als 8.000 Pflanzenarten aus aller Welt. Zusammen mit dem Wochenmarkt am Dom (samstags 7 bis 13.30 Uhr), auf dem es sich wunderbar frühstücken und allerlei Leckereien naschen lässt, ist der botanische Garten mein Highlight in Münster. Als zehntgrößte Stadt in Nordrhein-Westfalen, …

Altstadt von Lissabon

Lissabon, wo das Glück zu Hause ist

Auch in den nächsten Tagen klingt unsere Begeisterung für Lissabon nicht ab. Wir lassen uns durch die Altstadt treiben und genießen den portugiesischen Frühling – und die süßen Köstlichkeiten, die es hier an jeder Ecke zu kaufen gibt. Wer auch immer der Erfinder der Pasteis de Nata ist, ist ein Genie! Der cremige Pudding auf dem luftig lockeren Blätterteig, darüber eine Prise Zimt: Göttlich! Für einen kurzen Moment gehen Meike, Sandra und ich die Umstände durch, die dagegen sprechen, unseren Aufenthalt in Lissabon zu verlängern. Verwerfen die Idee aber recht schnell, da erstens in Deutschland die Arbeit und andere Verpflichtungen auf uns warten und zweitens der Wetterbericht für die ganze nächste Woche Regen in Lissabon voraussagt. Nach einem leckeren Tapas-Essen im Viertel Bairro Alto wollen wir den Abend noch nicht enden lassen. Wir erkundigen uns bei dem Kellner nach der Bedroom Bar, über die wir schon im Reiseführer gelesen haben, erfahren aber von ihm, dass der Club mit der originellen Einrichtung seit einem Jahr geschlossen hat. Dafür empfiehlt er uns eine andere Location im Stadtviertel …