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Massa Marittima

Warum ihr im Winter in die Toskana reisen solltet

Im Frühling locken die Berge zu Wanderungen mit Panoramablick, im Sommer die Küste mit ihren weißen Sandstränden. Doch auch im Winter hat die Toskana einiges zu bieten. Aktivurlaubern stehen über 90 Pisten zum Skifahren zur Verfügung. Gleich im Anschluss laden wohlige Thermalquellen zum Freibad ein. Mit Temperaturen zwischen 7 und 15 Grad ist der Winter in Mittel-Italien deutlich milder als bei uns in Deutschland und an besonders sonnenverwöhnten Tagen gibt der Frühling einen ersten Vorgeschmack. Die Orangenbäume tragen bereits Früchte und der Mandelbaum öffnet langsam seine Knospen. Auch die so typische Toskanalandschaft weiß in der kühlen Jahreszeit zu verzaubern. Die Hügel wirken noch grüner, der Nebel schwebt sanft über den Tälern und die Dämmerung verwöhnt uns mit einem magischen Farbenspiel. Neben den Stränden werdet ihr im Winter, mit großer Wahrscheinlichkeit, auch die Einheimischen ganz für euch allein haben. Die Touristenströme sind verschwunden und all jene Italiener, die im Sommer vor den Urlaubern in die Ferien flüchten, sitzen in den Wintermonaten neben euch in der Bar, anstelle der sonst meist deutschen, schweizer oder niederländischen Touristen. Sollten die frühlingshaften …

Biderosa

Mein Sardinien-Highlight: Oasi di Biderosa

Die Luft schmeckt salzig und außer dem Zirpen der Zikaden und dem leichten Wellengang ist kaum ein Geräusch zu hören. Wer in Sardinien auf der Suche nach einsamen Sandstränden  und unberührter Natur ist, der ist in dem rund 860 Hektar großen Naturpark Biderosa genau richtig. Selbst im Hochsommer ist der Park nicht überfüllt. Das hat einen einfachen Grund: Um die Natur zu schützen, werden pro Tag nur 140 Pkws eingelassen. Für Fußgänger und Radfahrer ist der Einlass nicht begrenzt. In Biderosa erwarten euch fünf naturbelassene Strände mit weichem, puderzuckerfeinen Sand, die sogenannten fünf Oasi, werden eingeschlossen von unverfälschter, mediterraner Natur. Wem das Sonnenbaden oder das Dösen auf der Luftmatratze im glasklaren Wasser zu langweilig ist, der erkundet die einzigartige Flora und Fauna zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Schmale Schotterwege führen zu tiefblauen Lagunen.  Wachholderbäume, Pinien und wilde Lilien wechseln sich mit Myrthen-Sträuchern und Eukalyptusbäumen ab. Auch für die Tierwelt ist Biderosa ein wahres Paradies. Auf drei Stationen lassen sich Kormoranen, Stelzenläufern, Seidenreihern und Flamingos beobachten. Letztere nutzen den Park zum Überwintern. Und wenn ihr ganz viel Glück habt, trefft ihr auf dem Rückweg …

Die Altstadt von Cagliari

In den Straßen von Cagliari

Der Geruch von Sägespänen liegt in der Luft. Mit beinahe zärtlichen Bewegungen streicht der Schreiner mit dem Pinsel über den Holzrahmen. Für einen Moment bleibe ich stehen und beobachte ihn durch die offene Tür. Dann reiße ich mich los und schlendere mit meinem Pistazieneis weiter durch die Via Antonio Piccioni. Die kleine Gasse mit den vielen Pflanztöpfen entlang der Häuserwände hat es Sandra und mir besonders angetan. Obwohl wir mitten im Zentrum der größten Stadt Sardiniens sind, ist es hier mucksmäuschenstill. Ein paar Meter vor uns kratzt sich ein Hund mit heraushängender Zunge und eine Frau hängt vor ihrer Tür die Wäsche auf. Zwei Touristen, die in der lebendigen Hafenstadt zu dieser Jahreszeit spärlich gesät sind, fahren in der Apixedda vorbei. Von der Bastion Saint Remy genießen wir die Aussicht über die Stadt. Wer sich den beschwerlichen Fußweg zur Aussichtsplattform sparen möchte, kann übrigens auch bequem mit dem Aufzug nach oben fahren. Spätestens seit Münster bin ich ein großer Fan von botanischen Gärten und so begeben wir uns, nachdem noch einen kurzen Schwenk zum Amphitheater machen …

Am Golf von Orosei: Spätsommertage auf Sardinien

Nach einer Nacht in Cagliari sind Sandra und ich in unserer Ferienwohnung in Orosei, an der Ostküste Sardiniens, angekommen. Wir zwei sind auf dieser Reise beide etwas mitgenommen. Sandra hat alle paar Minuten mit einem Hustenanfall zu kämpfen, ich mit mit einer triefenden Rotznase. Krank im Urlaub. Da gehört viel Akzeptanz dazu, nicht frustriert zu sein, wenn ein paar Pläne über Board geworfen werden. Anstelle von Wanderungen auf den Monte Tuttavista, stehen nun doch mehr gemütliche Strandtage auf dem Programm. Und statt abends auf unserer Terrasse an vino rosso zu nippen, halten wir uns nun an Teetassen mit Ingwer und Zitrone fest. Man hat den Eindruck, hier auf der Insel, die rund 200 Kilometer vom italienischen Festland entfernt liegt, ist die Zeit bei so manchem stehen geblieben. Ein Hirte treibt seine Schafe auf der Schnellstraße an unserem Auto vorbei und als wir einen Zwischenstopp in dem verschlafenen Fischerdorf Santa Lucia einlegen, amüsieren wir uns ein wenig über die Ständer mit Wäsche, die zum Trocknen auf den Besucherparkplätzen aufgestellt wurden. Beim Spazieren durch die leeren Straßen sehen wir, dass viele Einwohner …

Camping Platz

Der Duft nach Kindheit

Als ich ein Kind war, fing der Urlaub bereits vor der Fahrt in den Süden an. Die großen Ferien hatten gerade begonnen. Meine Schwester Anne und ich drückten unsere Nasen am Küchenfenster platt und warteten auf den Moment, in dem meine Eltern mit dem hellblauen Volvo 240 vorfuhren und den Wohnwagen auf dem Parkplatz vor unserem Haus abstellten. Sobald der Caravan zu sehen war, stürzten wir hinaus und begrüßten ihn, wie einen alten Freund. Strichen mit den Fingerspitzen an der beigen Wand entlang und öffneten die Tür, um endlich unsere Köpfe hineinzustecken und diesen ganz besonderen Duft einzuatmen. Die leicht muffigen Polster, die darauf warteten nach der Überwinterung gelüftet und ausgeklopft zu werden, das furnierte Holz – und da war noch etwas. Ein kleiner Rest Pinien- und Meeresduft hing noch vom letzten Urlaub in der Luft. Exakt in diesem Moment fing für uns der Urlaub an und er erreichte seinen  Höhepunkt, wenn mein Vater den Blinker setzte und wir euphorisch kreischend von der Hauptstraße auf den Campingplatz Maremma Sans Souci (Sans Souci bedeutet „ohne Sorgen“) …

Blick aufs Meer

Ein Tag am Meer

Baden im Meer, eine sanfte Brise, barfuß durch den Sand, Sommersprossen zählen, Kinderlachen, frische Ananas naschen, „Wer-weiter-ins-Wasser-rennen-kann!“, ein Buch nach dem anderen verschlingen, auf der Luftmatratze dösen, bis in die Abendstunden die Sonne auf der Haut spüren – die schönste Zeit.

Blick auf Elba

Frühlingsgefühle auf Elba

Es gibt wohl schlimmerer Ort, an die man ins Exil flüchten kann. Enge Gassen winden sich in geschmeidigen Bewegungen hinauf zur Burg, die Orangenbäume tragen erste Früchte, die Sonne beginnt die Felsen zu wärmen und die Entscheidung was nun ein strahlenderes blau hervorbringt – der Himmel oder das Meer – ist schlicht nicht zu beantworten. Ja, auf Elba lässt es sich aushalten und als ich mittags vor dem hellgelben Palazzina dei Mulini mit den grünen Fensterläden stehe, fällt mein Mitleid für Napoleon Bonaparte gering aus, der das Anwesen für zehn Monate bewohnte. Für Wanderliebhaber lockt die Mittelmeerinsel mit Bergen und unberührter Natur. Weiße Sandstrände und glasklares Wasser laden in den Sommermonaten zum Baden ein. Während unserer Toskanareise im Februar,  hat die Saison noch nicht begonnen und es ist natürlich noch deutlich zu kalt fürs Schwimmen, dafür können wir die Insel in Ruhe erkunden, bevor der große Touristenansturm anfängt. Unser Ausflug nach Elba beginnt in der Hafenstadt Piombino. Hier nehmen wir die Fähre, die uns in einer Stunde auf die drittgrößte Insel Italiens bringt. Genauer gesagt, …

Castiglione della Pescaia

Castiglione della Pescaia: Eine Liebeserklärung

Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Waren es 16 oder 18 Mal? Oder habe ich doch schon die 20 geknackt? Fakt ist: Für einen Ort, fern von meinem zu Hause, war ich schon sehr oft hier. In Castiglione della Pescaia, einem beschaulichen Fischerstädtchen in der toskanischen Maremma. Und so kam es, dass dieser Platz, rund 1.100 Kilometer von Mainz entfernt, ebenfalls zu einer Art Heimat für mich wurde. Einem Ort wo ich einfach nur anzukommen brauche und gleich mit Wohlfühlen beginnen kann und wo der Abschied jedes Mal ein wenig schmerzt und eine Lücke hinterlässt. Als Kind habe ich, mit wenigen Ausnahmen, jeden Sommer mit meiner Familie in Castiglione della Pescaia, verbracht. „Ist es nicht öde jedes Jahr an den selben Ort zu fahren?“ fragten mich damals Schulfreunde. Aber wie könnte mir dieser Ort je langweilig werden. Liebe Freunde habe ich schon mit hierher genommen, um ihnen meinen kleinen Fleck großen Glücks zu zeigen. Nächte am Strand mit auf Sternschnuppen warten verbracht, meinen ersten Cappuccino getrunken, Vormittage auf dem Markt verbummelt, war im Februar, April, …

Ponte Vecchio in Florenz

Geheimtipps: Übernachten und Essen in Florenz

Bei der Auflistung der gastronomischen Highlights wundere ich mich ein wenig. Wie verdammt noch mal war es uns gelungen, in nicht mal 24 Stunden in Florenz so viel zu essen? Die Antwort liegt nahe: Weil es hier an jeder Ecke sagenhafte Leckereien gibt, die nur darauf warten gekostet zu werden. Ob hungrig oder nicht spielt irgendwann keine Rolle mehr. Und wer viel isst, der muss sich auch angenehm betten, am besten im Studentenviertel der Stadt. Wohnen im Hotel Loggia Fiorentina Eigentlich wollten wir uns ein Apartment mieten. Ein schickes, pittoreskes mit Terrasse, wie dieses hier. Doch beim Durchstöbern der Hotels fiel uns auf, dass die Preise im Februar einfach unschlagbar günstig sind. Da kann auch keine private Wohnung mithalten. Bei der Suche nach einer Unterkunft legten wir vor allem Wert auf die Lage, wir hatten schließlich nur einen Tag Zeit und wollten diese nicht mit Bus fahren vergeuden. Außerdem wollten wir unser Auto möglichst sicher und preiswert parken. Unsere Wahl fiel schließlich auf das Hotel Loggia Fiorentina. In die Altstadt sind es keine zehn Minuten …

Toskana

Wintertage in der Toskana

Ich fahre gerne durch die Nacht. Die Straßen sind leer, aus den Boxen dringt Radiohead’s „Codex“. Der Tank ist voll und der Tempomat steht regungslos auf 120 km/h. Auf der Rückbank liest Tim mit der Stirnlampe, Carlos schläft. Auch von Frithjof, der rechts neben mir sitzt, höre ich hin und wieder ein leises Schnarchen. Wir sind auf dem Weg in die Toskana. Hinter Mailand steuern wir am frühen Morgen eine kleine Tankstelle an. Drinnen duftet es herrlich nach frischem Kaffee und ein paar Lastwagenfahrer lassen sich ihren morgendlichen Espresso schmecken. Auch ich genieße meinen ersten Cappuccino, seit wir über die Grenze gefahren sind, mit einem köstlichen Cornetto con Ciocolatto. Hmmm…, auf diesen Moment habe ich mich seit Wochen gefreut. In Sestri Levante legen wir den nächsten Zwischenstopp ein. Die Gemeinde mit den zwei Buchten ist wunderschön auf einer Halbinsel am Golf von Tigullio gelegen und hat eine zauberhafte kleine Altstadt, gleich an der kleinen Bucht Portobello. Wunderbar cremigen und fast schon puddingartigen Kakao trinkend, erfreuen wir uns daran, dass unser gesamter Urlaub noch vor uns …