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Römische Re­t­ro­s­pek­ti­ve

Seit ein paar Tagen bin ich wieder zurück aus der Toskana. Der Koffer steht noch unausgepackt in der Ecke meines Zimmers, der süße Nachgeschmack des dolce vita ist noch gegenwärtig.
Neben dem Baden im Meer, Wanderungen entlang der Küste und Dörfer-Hopping bis nach Montepulcaino hatte ich viel Zeit zum Nachdenken, zum sich Sehnen und zum Erinnern. Rom spukte mir oft durch den Kopf. Der ewigen Stadt so nah, habe ich es in den drei Wochen in Italien nicht ihr einen Besuch abzustatten. Nächstes Jahr wieder, mein geliebtes Roma, versprochen. Bis dahin bleibt uns die Erinnerung!

Vor fünf Jahren wagte ich mich in eines der größten Abenteuer meines bisherigen Lebens. Ich buchte einen Italienisch-Sprachkurs, mietete mir ein kleines Studio am Campo de‘ Fiori und verbrachte einen ganzen Sommer in Rom.
Mit Höhen und Tiefen hat mich wohl keine andere Zeit so geprägt wie diese drei intensiven Monate. Doch eines blieb unverändert: Meine Liebe zu dieser unvergleichlichen Stadt.

Wenn ihr Lust habt, nochmal zurückzublicken und mit mir in Erinnerungen zu schwelgen, gibt es hier ein paar Eindrücke aus meiner Zeit als Römerin.

Morgen geht’s los, in die ewige Stadt. Hin und wieder überkommt mich ein angenehmes Kribbeln in der Magengegend. Ein freudiger Vorbote, dass das Warten bald ein Ende hat. Dann werde ich drei Monate Zeit haben meine Lieblingsstadt intensiver zu erkunden.

Kiloweise gelato vertilgen, die Nächte in römischen Clubs durchtanzen, in Secondhand Shops stöbern, auf dem Piazza del Fico den älteren Römern beim Schachspielen unter Feigenbäumen zusehen, Fellini-Filme im Freilichtkino auf der Tiberinsel anschauen, Pizza backen lernen, das Innere des Kolosseums bei Nacht besichtigen, auf der spanischen Treppe vino rosso trinken und das bunte Treiben beobachten und im Schatten eines Orangenbaumes in einem der vielen Obstgärten Andrea Camilleri lesen.

Meine erste Woche in Rom verging wie im Flug.
Einen Spitznamen habe ich auch schon. Als ich ein Paar braune Schuhe in einem Geschäft anprobieren wollte, sagte ich „maccheroni“ anstatt „marrone“. Meine Freunde nennen mich nun “Makkaroni”.

In diesem Augenblick bin ich mit der Welt vollkommen im Reinen. Ich sitze in meiner neuen Wohnung und in der kleinen Küche kocht mein erstes in Rom selbst zubereitetes Essen vor sich hin, (davor habe ich mich größtenteils von Baguette mit Käse und Ketchup ernährt). Ich kann es noch gar nicht fassen: Seit gestern lebe ich in einem kleinen Apartment im Zentrum, in einer der schönsten Straßen Roms und bin nur wenige Gehminuten vom Campo dei Fiori entfernt. Die Wohnung ist zwar winzig aber dafür umso gemütlicher und vor dem Haus ist ein kleiner Trinkwasserbrunnen, so dass ich mir das Schleppen von Wasserflaschen sparen kann. Ich kann es kaum erwarten morgen aufzustehen und in dem Café um die Ecke zu frühstücken.

Ansonsten kehrt langsam Routine in mein Leben in Rom ein. Ich freunde mich Schritt für Schritt mit den Busfahrplänen an und eine Stammkneipe habe ich mittlerweile auch. Ich schaue dort so gut wie jeden Tag vorbei und werde immer von einem schlechten Gewissen geplagt, da ich das Café eigentlich nur wegen des gratis Wi-Fi nutze, aber meistens lediglich  ein kleines Bier oder einen Cappuccino bestelle. Bislang wurde ich dennoch, trotz meiner absolut unrentablen, oft mehrstündigen Anwesenheit, immer freundlich behandelt und das „Ciao bella!“ mit dem mich die Bedienung mittlerweile begrüßt werte ich als gutes Zeichen und bin optimistisch, dass ich auch in Zukunft meinen Cappuccino im Nick Nowego (nic nowego ist polnisch und bedeutet „nichts Neues“) trinken darf.

when in Rome, do as the Romans doHeute saß ich mal wieder in einem wunderschönen Park, der durch den Duft der Pinien und das Zirpen der Zikaden, toskanische Erinnerungen in mir weckte.
Nach kurzer Zeit setzte sich eine reizende ältere Italienerin zu mir, die über ihre „piedi vecchi“ schimpfte. Wir kamen ins Gespräch und einige Minuten später stieß ihr Mann dazu. Er hatte eine Flasche mit Kaffee dabei, von dem mir die Dame auch gleich anbot. Da ich nur eine volle Flasche Wasser bei mir trug, funktionierte ich meinen Flaschendeckel zu einer Tasse um. Nachdem wir ein paar „Deckel“ getrunken hatten, zeigte mir die Italienerin eine zauberhafte, kleine Kirche, die in einem Hinterhof versteckt war.

Was tun, wenn man um unmenschliche 6 Uhr in Rom erwacht und nicht mehr einschlafen kann? Auf zu den Plätzen, die sonst so überfüllt sind, dachte ich mir. Gesagt, getan.
Ich schlenderte durch die noch verschlafenen Straßen Roms. Die Cafés öffneten langsam ihre Türen und verströmten den Duft nach frisch geröstetem Kaffee und ofenwarmen Croissants. Ein paar Gemüsehändler richteten ihre Waren und auch die Souvenirverkäufer bereiteten sich auf den Tag vor, stellten Miniatur Kolosseums in Reih und Glied. Hier und da lagen leere Peroni-Flaschen. Die Spuren der vergangenen Nacht.

Schräg gegenüber meiner Wohnung, lebt ein entzückendes, italienisches Ehepaar. Er stellt nachmittags gern einen kleinen Tisch und zwei Stühle auf die Straße und spielt mit seinen Freunden Karten. Laut missmutiger Aussage seines Freundes gewinnt für gewöhnlich mein Nachbar. Seine Frau sitzt meist in der Nähe und unterhält sich lautstark, wild gestikulierend mit vorbeikommenden Bekannten. Ein wirklich charmantes Pärchen. Er hat mir auch schon häufig aus der Patsche geholfen. Sei es mir einen Dosenöffner zu borgen oder mir beim Öffnen meiner widerspenstigen Haustür behilflich zu sein.

Meine letzten Tage in Rom habe ich hauptsächlich mit dem Verspeisen italienischer Köstlichkeiten verbracht. Ein letztes cena in meinem Lieblingsrestaurant bei Ivo, gekrönt mit köstlichem Tiramisu. Ich genoss göttlich-schmeckende überbackene Aubergine in der Bar del Fico und schaute dabei den älteren Italienern beim Schachspielen unterm Feigenbaum zu. Beim letzten Frühstück in meinem Stammcafé habe ich noch schnell Adressen mit der sympathischen Kellnerin ausgetauscht und der Abend gehörte natürlich Trastevere. Ganz bewusst sog ich noch einmal die Düfte nach Pizza und Après Lotion ein, um die Erinnerung an die laue Sommernacht an einem kalten Herbsttag in Deutschland besonders intensiv ins Gedächtnis rufen zu können.

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Römische Retrospektive

Sonnenblumen in der Toskana

Italien nachhaltig erleben

Abstand zum Alltag gewinnen, die Sinne mit neuen Eindrücken verwöhnen. Kaum etwas hilft uns dabei unsere Reserven wieder aufzuladen, wie eine Reise. Noch wohltuender wird der Urlaub wohl, wenn wir die Tage oder Wochen mit grünem Gewissen verbringen können. Dabei geht es nicht darum, die Reise von vorne bis hinten umweltfreundlich zu planen. Schon kleine Bestandteile haben eine große Wirkung und schonen Klima und Umwelt.

Bei der Reiseplanung können Ökosiegel hilfreich sein und geben Orientierung. Europaweit gibt es mittlerweile mehr als 50 Umweltzertifikate für Hotels, Campingplätze, Ferienhäuser und Restaurants, aber auch für Strände und Urlaubsorte. Da fällt es gar nicht so leicht den Überblick zu behalten. Ökologische Tourismusbetriebe erkennt Ihr an der Kennzeichnung der Blauen Schwalbe. Umweltverträglichen Produkten und Dienstleistungen wird das EU Ecolabel als Gütesiegel vergeben.

Einen auf Nachhaltigkeit fokussierten Urlaub kann man in einer der beliebtesten europäischen Ferienregionen, Italien, verleben. Unterkünfte, die meist verbunden mit Ökotourismus sind, sind die gefragten Agriturismen. Hierbei handelt es sich um charmant umgebaute Bauernhöfe in kleineren Ortschaften, bei denen man Ursprünglichkeit und gutes Essen aus lokalen Erzeugnissen genießen kann. Aromatische Oliven, ein würziger Rotwein und selbst gebackenes Brot werden den Urlaubern hier von herzlichen Gastgebern gereicht, die ihre Produkte seit vielen Jahren selbst herstellen. Die Zutaten kommen in der Regel aus dem eigenen Garten.

Nachhaltiger Urlaub beginnt schon vor der Abreise

Umweltbewusst verreisen fängt noch vor der Abreise an. Geht nochmal in euch, bevor ihr euer zu Hause verlasst. Vergesst nicht die auf Standby geschalteten Geräte auszuschalten. Auch die Heizung sollte abgedreht sein. Der Kühlschrank und die Gefriertruhe müssen in der Regel angeschaltet bleiben. Oder wäre der mehrwöchige Urlaub eine gute Möglichkeit zum Abtauen? Dann vergesst nicht zur Sicherheit ausreichend Handtücher auszulegen.

Der größte Teil des CO2-Ausstoßes einer Urlaubsreise wird bei der An- und Abreise erzeugt. Wer mit dem Zug in den Urlaub reist, reduziert zudem nicht nur seinen CO2-Fußabdruck, er kommt in der Regel auch erholter an, als bei einer Fahrt mit dem Auto. Ganz ohne nervige Staus, einfach einsteigen, Platz nehmen und mitten in der Stadt ankommen. Florenz, beispielsweise, ist ab München schon in acht Stunden zu erreichen.

Abenteuer Zugfahren in Italien

Auch in Italien selbst ist es spannend, sich auf das Abenteuer der öffentlichen Verkehrsmittel einzulassen. Erfreulich für den Fahrgast sind die vergleichsweise günstigen Tarife. Noch dazu kommt man bei dieser Art des Reisens wunderbar in Kontakt mit Menschen.
Das Streckennetz innerhalb Italiens ist recht gut ausgebaut. Jedoch ist es nicht immer ganz einfach, kleinere Ortschaften mit der Bahn zu erreichen. Anschlussbusse verkehren selten. Hier empfiehlt es sich im Vorfeld zu informieren.
Wer sich vor Ort mit dem Fahrrad fortbewegen möchte, kann sein Rad in einem Eurocity nach Italien befördern. Dort wiederum kann man sein Fahrrad fast nur in Regionalzügen mitnehmen.

Renaissance des Urlaubs auf dem Land

Mailand, Rom, Florenz – wie wäre stattdessen ein Urlaub in den schönsten Dörfern Italiens? I Borghi più Belli d’Italia ist ein Zusammenschluss italienischer Dörfer, um das große Erbe der Geschichte, Kultur und Traditionen kleiner italienischer Städte und Dörfer abseits der großen Tourismuszentren zu fördern. Der Club versteht seine Aufgabe nicht allein in der Tourismusförderung, sondern auch in der Bewahrung und Restaurierung von historischen Gebäuden und Denkmälern, die oftmals in Gefahr sind, verloren zu gehen.

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italien nachhaltig erleben neu

Sarah Waltinger von Itchy Feet ein Reiseblog

Summer Vibes

Sonnenuntergänge am Fluss. Himbeereis. Mit den Füßen im Bach wippen. Kinderlachen im Freibad. Grillen. Polternde Gewitter am Nachmittag. Mitttsommerküsse. Laue Nächte, heiße Tage. Sommersprossen zählen. Bis in die späten Abendstunden draußen bleiben. Barfuß über die Wiese. Open-Air-Kino – schluchzen bei Into the wild, schmunzeln bei Lammbock. Die letzten, aber auch besten, Erdbeeren der Saison naschen. Yoga draußen. Samstagmorgendliches Marktfrühstück. Sich beim Fahrradfahren den Kopf frei pusten lassen. Oh, du wundervolle Sommerzeit.

Für mich heißt es nun – endlich wieder – Koffer packen. Denn am Samstag geht es Richtung Süden. Drei entspannte Wochen in der Toskana warten auf mich. Meine Zeit in Bella Italia könnt ihr aber natürlich auf Instagram mitverfolgen.

Macht euch einen fantastischen Sommer, ihr Lieben. – Und für all diejenigen unter euch, die noch auf der Suche nach einem besonderen Reiseziel für den Spätsommer sind: Das Otto-Magazin stellt euch 5 Reiseziele vor.

Costa Rica Tortuguero

Vom friedvollen Leben

Wenn ich das Paradies auf Erden beschreiben müsste, dann würde ich euch von Tortuguero erzählen. Einem kleinen Dorf inmitten des costaricanischen Dschungels, deren 700 Einwohner wie in einer Kommune zusammenleben. Jeder schaut und sorgt sich um das Wohl des anderen. Das Pura Vida der Ticos, ein Lebensgefühl, verbunden mit den kleinen Freuden des Alltags, mit Gelassenheit und Optimismus, vereint auf diesem kleinen Fleckchen Erde. Luxus sucht man hier vergebens. Er versteht sich in Costa Rica in der Schönheit der Natur und der Zufriedenheit der Menschen.

Die Ticos gehören, laut Happy Planet Index, zu den glücklichsten Menschen der Welt. Seit mehreren Jahren steht das kleine Land, das mehr als sechs Mal in Deutschland hineinpassen würde, an der Spitze der Glücksstatistik. Ein Land mit hohen Zielen und einer der wenigen Staaten ohne Armee. Seit 1949 verwendet die Regierung die Gelder, die einst für die Finanzierung des Militärs genutzt wurden, für Bildung, Gesundheit und die Rente.
Auch der Umweltschutz zählt zu den Faktoren, um die Lebensqualität in einem Land greifbar zu machen. Steuereinnahmen durch fossile Brennstoffe werden in den Erhalt des Urwaldes investiert. Im Jahr 2015 konnte Costa Rica 99 Prozent der Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen gewinnen. Bis 2021 möchte das Land das Ziel CO2-neutral erreicht haben.

Weltweit gilt Costa Rica als das Land mit der höchsten Biodiversität. Ein Viertel der Landesfläche steht unter Naturschutz. Das war nicht immer so. In den letzten Jahrzehnten wurde ein großes Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Klimaschutz geschaffen. Frühere Kaffeeplantagen wurden aufgeforstet und ihnen so wieder neues Leben eingehaucht.

I got a map of the world, put a line through the cold places and all the places where there was a war going on, and ended up here

Die meisten Touristen besuchen den Tortuguero Nationalpark wegen seiner Artenvielfalt. Am „Platz, an den die Schildkröten kommen“ („tortuga“ ist spanisch und bedeutet „Schildkröte“ ) sind außerdem Brüllaffen, Kapuzineraffen und Faultiere zu Hause. Doch für mich ist das kleine Dorf selbst die wahre Attraktion.
Im verträumten Tortuguero, das umgeben von Wasser liegt, fahren keine Autos. Man bewegt sich mit dem Fahrrad oder dem Boot fort. Nur die kleine Polizeistation des Dorfes schmeißt auch mal den Motor seines Quads an.

Die Einheimischen freuen sich über jeden, der sich hierhin verirrt. Alexander klettert eine Palme hinauf und versucht eine Kokosnuss herunterzuholen. Und ein anderer Tico, dessen Namen ich leider vergessen habe, schnitzt mir eine kleine filigrane Schildkröten, aus einem Stück Holz, das er im Dschungel gefunden hat. Am Abend, wenn die Sonne etwas tiefer steht, treffen sich die Ticos auf dem Fußballfeld, wenige Meter vom karibischen Meer, zum spielen oder anfeuern.

Schon nach kurzer Zeit werden meine Schritte etwas langsamer und der Kopf freier. Tortuguero lässt mein Hippieherz höher schlagen. Dieser Ort ohne Straßenlärm, bei dem der Tag mit einer Bootsfahrt durch den Dschungel bei Sonnenaufgang beginnt und mit frischer Kokosmilch in der Hängematte sein Ende findet. Ein Ort, so sehenswert – und so schützenswert.

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Vom friedvollen Leben

Anika Landsteiner

People on my Way: 10 Fragen an Anika Landsteiner

Heute ist der Start einer Interview-Reihe auf meinem Blog. In People on my Way stelle ich euch Menschen vor, die mich auf Reisen und in meinem Leben inspiriert und bewegt haben.

Anika Landsteiner ist ein solcher Mensch. Spätestens seit ihren wunderbar verträumten Mauritius-Tagebüchern vefolge ich ihren Blog Ani.denkt. Hier schreibt sie mit leichter Feder in,  mal leiseren, mal lauteren Tönen, vom Leben im Allgemeinen und ihren Reisen im Besonderen. Packlisten und ultimative-das-müsst-ihr-gesehen-haben-Listen sucht man hier vergebens. Anika will mit ihren Texten viel mehr Dankanstöße geben und zum Nachdenken anregen. Wie geht nachhaltiges Reisen, warum wird Afrika fälschlicherweise oftmals als Land und nicht als Kontinent betrachtet, warum sollten wir uns dringend bewusster ernähren, sind Themen, vor denen sie nicht die Auseinandersetzung scheut.
In ihrer Kolumne Kaffeesätze greift sie alltägliches aus dem Leben einer jungen Frau auf. Was tun nach dem Studium, Fernbeziehungen, Schreibblockaden, von dem Suchen – und vor allem dem Finden – vom Glück. Anikas Worte sauge ich bei jedem Lesen regelrecht auf und beim Beenden des letzten Satzes fühle ich mich stets ein Stück beschwingter und auf wundersame Weise beflügelt.

Anika Landsteiner

Foto Credit: Anika Landsteiner

Anika Landsteiner

Foto Credit: Anika Landsteiner

Dieses große Talent, Menschen in dieser Form anzutreiben, hat die ausgebildete Schauspielerin, die, bevor sie sich der journalistischen Laufbahn zuwandte, die ein oder andere Soap mitnahm, nun als Printform veröffentlicht. In ihrem Debütroman Gehen um zu Bleiben stellt sich Anika die Frage, wie weit wir fahren müssen, um irgendwann einmal anzukommen. Als ersten Schritt zur Antwort erklärt Anika das Losfahren.  Denn, nur wenn man das warme Nest zu Hause verlässt, kann man sich für die Welt öffnen und das entdecken, was man liebt. Der richtige Zeitpunkt um sich auf das große Abenteuer zu begeben? Jetzt!

10 Fragen an Anika Landsteiner

In welches Land ging deine allererste Reise?

Mit zwei Jahren saß ich das erste Mal im Flugzeug nach Gran Canaria. Seitdem war ich leider nicht mehr dort und kann mich deshalb auch nicht an die Reise erinnern. Die erste große Reise, die mich so richtig durchgewirbelt hat, war eine Woche in New York City, mit 14. Das war 2001.

Was steht gerade ganz oben auf deiner Bucketlist?

Ich will sehr gerne den Winter 17/18 in der Sonne verbringen, am liebsten direkt nach Weihnachten wegfliegen, denn die Adventszeit mag ich gerne. Für Silvester habe ich gar nichts übrig und die kalte, regnernische Zeit Anfang des neuen Jahres auch nicht. Eigentlich sollte man motiviert sein, genau dann Pläne anzugehen, doch den meisten geht es mit dem Winterblues einfach nicht so gut. Ich würde diese Zeit daher gerne an einem Ort verbringen, an dem es warm ist, unbedingt am Meer, um diese anfängliche Motivation und Energie für das neue Jahr besser genießen zu können. Vorstellen könnte ich mir Kalifornien.

Was treibt dich an?

Das geschriebene Wort und das Betreten eines fremden Flughafens.

Anika Landsteiner

Foto-Credit: Anika Landsteiner

Wofür bist du dankbar?

Ich habe festgestellt, wie einfach es ist, für große Sachen dankbar zu sein, und wie selten man es im Kleinen ist. Deshalb bin ich heute sehr, sehr dankbar dafür, dass du mir so eine liebe E-Mail geschrieben und mir diese Fragen geschickt hast.

Woraus schöpfst du Inspiration?

Aus richtig guten Büchern. Eine meiner absoluten Lieblingsgeschichten ist „Polarkreis“ aus „Wir haben Raketen geangelt“ von Karen Köhler. Letzt saß ich mit meinem Freund in der Hängematte und habe sie ihm vorgelesen und dann habe ich das Buch zugeklappt und war einfach nur glücklich, dass sie diese Geschichte geschrieben hat. Außerdem schöpfe ich viel Inspiration aus Musik, vor allem Folk, Rock und Indie. Wenn ich meditiere, bekomme ich ebenfalls recht schnell Ideen. Und, natürlich, das Reisen.

Was bedeutet für dich Heimat?

Heimat empfinde ich immer bei meinen Eltern, an dem Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Aber ich habe festgestellt, dass sich Teile vom Heimatgefühl ändern können. Seit 10 Jahren wohne ich in München und stelle mich mittlerweile mit „ich bin aus München“ vor und so fühlt es sich auch wirklich an. Und wenn ich nach Indien reise, habe ich ebenfalls das Gefühl, wieder heimzukommen. Es heißt so schön, dass man überall einen Teil des Herzens lässt, wo es einem gut gefällt, und das klingt nach großem Bla Bla und nicht greifbarer Metaebene, aber ich finde schon, dass es stimmt.

Anika Landsteiner

Foto-Credit: Anika Landsteiner

Was ist für dich Freiheit?

Ein Sinnbild für Freiheit ist für mich ein Roadtrip mit einem Oldtimmer-Cabrio, einer wunderschönen Strecke und einem verdammt guten Mixtape. Generell bedeutet Freiheit für mich, dass ich weitestgehend so leben kann, wie ich möchte. Ich werde für meine Überzeugungen und Lebensweisen nicht bestraft, genieße also beispielsweise Meinungsfreiheit und viele Werte, die damit einhergehen. Das ist unglaublich wertvoll.

Teile mit uns eine besondere Erinnerung.

Als ich in Willemstad (Curacao) herumgelaufen bin, bin ich am späten Nachmittag auf einen kleinen, wunderschönen Marktplatz gestoßen. Dort standen unter großen Magnolienbäumen mehrere Tische, die zu einem Café gehörten. Leider hatte ein alter Mann bereits angefangen, alles zusammenzuräumen, also habe ich beschlossen, am nächsten Morgen dorthinzugehen, wenn noch jeder schläft. Um 9 Uhr stand ich also wieder dort, der alte Mann auch, er hatte gerade alles wieder aufgebaut und kehrte die vielen pinken Blüten von den Pflastersteinen. Ich setze mich ins Eck des Marktplatzes mit einem Cappuccino und meinem Laptop. Dann schrieb ich zwei Stunden an meinem Roman und währenddessen wachte die Stadt auf. Am Ende war der Platz voll und ich bin gegangen. Das waren wundeschöne zwei Stunden.

Was fehlt dir zum Glück?

Innere Ruhe, mehr Selbstbewusstsein und mehr Zufriedenheit mit mir und dem, was ich tue.

Wohin geht deine nächste Reise?

Nach Paris.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast mitzumachen, liebe Anika!

 

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Anika Landsteiner

 

 

Reisetipps: Bocas del Toro

Nur einen Katzensprung von Costa Rica entfernt liegt ein kleines Paradies, namens Bocas del Toro. Nicht nur sechs Inseln gehören zu der Provinz im Nordwesten Panamas. Das Archipel umfasst auch ein Stück Festland. Das Surferparadies im karibischen Meer ist bekannt für sein reges Nachleben. Für ruhige Familienurlaube ist die Inselkette, meiner Meinung nach, weniger geeignet.

Individualtouristen und Backpacker schätzen an Bocas del Toro die große Auswahl an Aktivitäten, die man hier unternehmen kann. Ob Aktivurlaub mit tauchen, schnorcheln, surfen, Natur- und Tierwelt erleben oder entspanntem Badeurlaub. Die Möglichkeiten sind in Bocas del Toro besonders vielfältig. Was ihr wissen müsst, bevor ihr euch auf den Weg auf die Inseln macht, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Beste Reisezeit

Trotz unterschiedlicher Höhenlagen herrscht in nahezu allen Regionen Panamas ein tropisches Klima. Klassische Jahreszeiten, wie wir sie kennen gibt es nicht. Man unterscheidet zwischen Trockenzeit, die in der Regel von Dezember bis April andauert, und der Regenzeit von Mai bis November. In der Regenzeit kommt es nicht nur zu erhöhten Niederschlägen, sie bringt auch eine hohe Luftfeuchtigkeit und Schwüle mit sich. Optimales Reiseklima findet ihr in Panama von Januar bis März vor. Die Jahresdurchschnittstemperatur in Bocas Del Toro liegt bei 26 °C.

Visa, Währungen und Impfungen

Bei einer Aufenthaltsdauer bis zu 180 Tagen, benötigen Staatsangehörige von EU-Ländern kein Visum, lediglich ein Reisepass mit einer Mindestgültigkeit von 6 Monaten. Wer bei der Einreise den Landweg aus Costa Rica wählt, sollte unbedingt darauf achten, dass er sowohl den costa-ricanischen Ausreisestempel, als auch den panamaischen Einreisestempel erhält. Andernfalls kann es zu Schwierigkeiten bei der Ausreise kommen.

Mit dem Balboa und dem US-Dollar hat Panama zwei Zahlungsmittel. Der Balboa ist im Verhältnis 1:1 an den US-Dollar gekoppelt. Beide Währungen sind gleichermaßen verbreitet. Direkt am Flughafen Tocumen kann man beim Schalter der Banco Nacional seine heimische Währung in Balboa bzw. US-Dollar wechseln. In den meisten Hotels, Restaurants und Boutiquen ist die Zahlung mit gängigen Kreditkarten wie VISA und Mastercard, kein Problem.

Bei der direkten Einreise aus Deutschland wird zwar kein Nachweis einer Gelbfieberimpfung verlangt, die Impfung wird jedoch dringend empfohlen. Außerdem solltet ihr die Standardimpfungen (Tetanus, Diphtherie und Pertussis (Keuchhusten), ggf. auch gegen Mumps, Masern Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza) vor der Reise überprüfen und gegebenenfalls auffrischen lassen. Sinnvoll sind zudem Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und Typhus. In Bocas del Toro besteht ein geringes Malaria-Risiko.

Anreise nach Bocas del Toro

Es gibt verschiedene Möglichkeiten nach Bocas del Toro zu gelangen. Ich bin aus Costa Rica über die Grenze nach Panama eingereist. Einige Firmen bieten einen Shuttle Service an, bei dem ihr für ca. 30 Dollar von eurem Hotel abgeholt und bis zur Grenze gebracht werdet. Sie helfen euch mit dem Gepäck und sind euch bei der Einreise behilflich. Ihr passiert die Rio Sixaola Brücke zu Fuß. Auf der anderen Seite steh ein neuer Shuttle bereit, das euch nach Almirante fährt. Dort wartet ein Wassertaxi nach Colon (ca. 30 Minuten) auf euch.

Von Panama City aus nehmt ihr zunächst ein Taxi von eurem Hotel oder dem Tocumen International Airport zum Albrook Busbahnhof. Von dort bringt euch ein Bus nach Almirante. Die Fahrt dauert 10 bis 11 Stunden.

Von der Hauptinsel Colon lassen sich super Tagesausflüge auf die umliegenden, kleineren Inseln unternehmen. In den Gewässern des Starfish Beachs könnt ihr Seesterne beobachten. Der Wizard Beach und die Playa Primera sind super, wenn ihr ruhigere Strände vorzieht. Auch der Red Frog Beach gehört zu den abgeschiedeneren Stränden. Naturliebhaber sind hier genau richtig.

Hotels in Bocas del Toro

Ich habe auf Colon in dem günstigen und einfachen Hotel Casa Max übernachtet. Schöner finde ich allerdings die fröhlich bunten Overwater Bungalows. Davon konnte ich mich überzeugen, als ich am Abend zwei Schweizerinnen in ihrer Airbnb Wohnung mit toller Terrasse, die auf Stelzen über dem Wasser gebaut ist, besuchte. Sehr zu empfehlen!

The Firefly

Foto Credit: The Firefly

Auf der Insel Bastimentos könnt ihr ab 84 Euro im The Firefly in einem der fünf stilvollen Bungalows übernachten. Unter dem Motto „eat, drink, relax, explore“ bietet die Adults-only Anlage alles für einen gelungenen Urlaub. Zudem überzeugt das durchdachte Eco-Konzept mit viel Liebe zum Detail. Pool, Yoga Retreats, Bio-Smoothies aus regionalem Gemüse und Früchten, selbst gemachte Kokosnussseife in den Zimmern. Was will man mehr?

Essen in Bocas del Toro

Nur wenige Meter vom Meer entfernt gibt es im Skully’s Pasta und Micheladas. In familiärer Atmosphäre lässt es sich in der Bar eines sympathischen kalifornischen Pärchens prima verweilen.
Im charmantem Karibik-Flair und zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis speisen könnt ihn im Capitán Caribe. In dem Soul-Food-Restaurant gibt es Burger, Burritos, Patacones und Smoothies. Lecker frühstücken lässt es sich im Cafe del Mar. Aber auch für den kleineren oder größeren Hunger bietet das Bistro feine Sachen, wie Wraps oder Panini.

 

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Reisetipps Bocas del Toro

Kulinarische Weltreise: Indisches Linsen-Dal mit Kochbananen

Kulinarische Weltreise: Indisches Linsen-Dal mit Kochbananen

Ich muss gestehen, ich bin wahrlich keine begnadete Köchin. Jahrelang war das einzige innovative Gericht, das ich in regelmäßigen Abständen auf den Tisch brachte, Süßkartoffel Risotto. Daneben wechselten sich meist Pasta mit Barilla Pesto rosso und Maultaschen ab.
Seit wir in der Mädels-WG Zuwachs bekommen haben und Laura samt ihrer appetitanregenden Kochkünsten und kleinen Kunstwerken, die sich ganz bescheiden als Kochbücher ausgeben, bei uns eingezogen ist, hat sich mein Verhältnis zur Kulinarik verändert. Heute bin ich deutlich anspruchsvoller was bei mir im Kochtopf landet. Mein Glück ist außerdem, dass meine zweite Mitbewohnerin Sandra in einem Bioladen arbeitet und jede Woche eine Kiste voll mit leicht angedatschtem Obst und runzligem Gemüse mitbringt, das zwar nicht mehr verkauft werden kann, aber natürlich viel zu schade zum wegwerfen ist.

Nothing brings people together like good food

Meine neu entdeckte Freude am Kochen möchte ich in Zukunft gerne mit euch auf dem Blog teilen. Daher starten wir heute meine kulinarische Weltreise mit einem köstlichen indischen Dal mit Kochbananen. Los geht’s!

Schwierigkeit: Leicht | Vorbereitung: 5 Minuten | Kochzeit: 30 Minuten

Zutaten für 4 Personen:

  • 1 EL Öl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer
  • 1 1/2 EL Kurkuma
  • 1 TL Kreuzkümmel gemahlen
  • 2 ELGaram Masala
  • 1 TL Koriander gemahlen
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 400 ml  Kokosmilch
  • 200 g rote Linsen
  • 2 große, mittelreife Kochbananen
  • frischen Koriander zum Garnieren

Zubereitung:

Die Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer fein hacken und in Öl andünsten. Dann Kurkuma zugeben, kurz mitbraten und danach Kreuzkümmel, Garam Masala und den gemahlenen Koriander verrühren.
Die Linsen gut abwaschen und mit in die Pfanne geben. Nach kurzem mitbraten nun den Gemüsefond aufgießen und bei niedriger Temperatur garen lassen. Die Kokosmilch nach und nach dazugeben. In der Zwischenzeit die Kochbananen schälen, der Länge nach halbieren und in feine Scheiben schneiden. Gib die Kochbananen mit in den Topf wenn die Linsen schon bißfest sind und gare sie weitere 10 Minuten mit. Zwischendurch immer mal wieder Kokosmilch nachgeben, bis das Dal die gewünschte Konsistenz hat. Mit frischem Koriander garnieren und genießen.

Wie gefällt euch mein Start der Rezept-Reihe? Habt ihr Lust, euch mit mir auf eine kulinarische Weltreise zu begeben? Ich freue mich auf euer Feedback.

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*Das Rezept habe ich bei Steffi von KochTrotz entdeckt und leicht abgewandelt.

 

Reise nach Puerto Viejo in Costa Rica

Pura Vida in Costa Rica

So viel mehr als Bananenplantagen. Costa Rica ist atemberaubende Wildnis, Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit – und die pure Lebenslust. Wer in das kleine Land in Mittelamerika reist, der wird schon bald den Begriff Pura Vida, in fast schon gesungenen Tönen, vernehmen. Dieser Ausdruck gehört zur Wesensart der Ticos, so nennen sich die Costa Ricaner. Pura Vida bedeutet pures Leben und strahlt Optimismus und Gelassenheit aus. Auch als Antwort auf die Frage „Wie geht es dir?“, verwenden viele Ticos“ Pura Vida!“. Das soll meinen, sie sind gesund und glücklich. Pura Vida verkörpert ein Lebensgefühl, verbunden mit den kleinen Freuden des Alltags abseits von Reichtum und Konsum; verbunden mit dem Abstreifen der Armbanduhr, barfuß laufen und von sorglosen Momenten mit zufriedenen Menschen, mit denen man bei Reggae Musik nicht oft genug auf das Leben anstoßen kann.

Unsere Reise nach Lateinamerika bringt Kim und mich schließlich nach Costa Rica. Vier Tage verbringen wir in Puerto Viejo, das unweit der Grenze zu Panama liegt. Die quirlige Stadt an der karibischen Küste gilt als Zentrum für Hippies, Surfer, Yogis und für all diejenigen, die es werden wollen oder zumindest eine ordentliche Ladung der positiven Vibes, die hier umher schwirren, mit nach Hause nehmen wollen.

Wir übernachten im Perla Negra Beach Resort. Einer lauschigen Anlage mit der bezauberndsten Rezeptionistin, die immer ein offenes Ohr und ein freudestrahlendes Lächeln für ihre Gäste übrig hat. Gleich vor dem Hotel liegt der Strand Perla Negra mit seinem dunklen Sand, der mit dem blauen Meer eine wunderschöne Symbiose eingeht.
In unserem Zimmer, in dem fast alles aus Holz gefertigt ist, fühle ich mich sofort wohl und dieses Gefühl verstärkt sich so gleich, als ich – wie bereits in Puerto Lopez – Freundschaft mit einer Katze schließe.
pura vida
Die letzten zwei Wochen mit den vielen Kilometern, die wir im Flieger, in Bussen und im Auto zurückgelegt haben kombiniert mit den fast täglichen Ortswechseln und dem Klingeln des Weckers zwischen fünf oder sechs Uhr morgens, waren erlebnisreich und intensiv, aber auch strapaziös und etwas ermüdend. Hier in Puerto Viejo habe ich nun zum ersten Mal seit unserer Reise die Gelegenheit einen Tag ganz für mich zu haben. Ein Tag gefüllt mit ausschlafen, lesen, schreiben und treiben lassen, wie es sich in Costa Rica gehört. Am Pool komme ich endlich ein gutes Stück in meiner Autobiografie von Marquez voran und zum Mittagessen besuche ich das Nachbarresort, um mir einen Veggieburger mit Pesto und Aubergine zu gönnen.
Am Abend treffen wir uns mit einigen Leuten aus Frankreich und Kanada zum Essen und Cocktails schlürfen. Einige Stunden später liege ich wieder in meinem wooden home. Zum Einschlafen gibt es Urwaldgeräusche und die tosende Brandung.

Am nächsten Tag wache ich erholt und auch etwas kribbelig auf. Denn heute haben wir etwas ganz besonders vor: Im Jaguar Rescue Center werden wir Babyfaultiere und viele andere Tiere aus nächster Nähe beobachten. Die Auffangstation für Wildtiere, die weniger als fünf Kilometern entfernt liegt, wurde 2008 von Sandro Alviani und seiner Frau Encar gegründet und ist in Costa Rica das einzige seiner Art ist.

Nach unserer Tour durch das Center möchten wir den Tag am Strand fortsetzen. Der ist allerdings noch einige Kilometer entfernt und so platzieren wir uns am Straßenrand und halten den Daumen raus, vielleicht erbarmt sich einer der Autofahrer und nimmt uns ein Stück mit. Wir haben Glück. Schon bald hält eine sympathische Tica in ihrem roten Pick-up und wir hüpfen auf die Ladefläche.
Die letzten zweihundert Meter von der Straße zum Strand laufen wir zu Fuß. Bei der Ankunft kommt ein Tico auf uns zu, der an einem Holzstand Kokosnüsse und T-Shirts verkauft. Er deutet uns in die Baumwipfel zu schauen. Und tatsächlich. In den gewöhnlich, langsamen und bedachten Bewegeungen, reckt sich ein Faultier zwischen dem dichten Blätterwerk. Gleich über unseren Köpfen.
That’s Costa Rica!
Pura Vida!

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Kleiner Mainzer Höhenweg

Wandertipp zum Wochenende: Der kleine Mainzer Höhenweg

Obwohl ich als Meenzer Mädche oft meine, hier im Mainzer Umland schon alles gesehen und ausprobiert zu haben, bin ich dann hin und wieder doch baff, dass es sie doch noch gibt. Diese unentdeckten Wege und Fleckchen ganz in der Nähe.

Christi Himmelfahrt habe ich dazu genutzt mit meiner Schwester Anne und ihrem Freund Simon einen neuen Wanderweg zu testen. Die 3. Etappe des Kleinen Mainzer Höhenwegs schien ideal. Die Strecke beginnt am Ober Olmer Forsthaus und führt durch den Ober-Olmer Wald, die Finthener Obstfelder und den Lenneberg Wald.
Mit der Buslinie 54 starten wir in der Nähe des Forsthauses und machen uns durch den Ober Olmer Wald auf den Weg Richtung Mainz. Wo sich Anfang der 90er Jahre noch Spuren von Kriegsgeräten des US-Militärs zu finden waren, wo Zäune, Bunkeranlagen und mit Asbest belastete Gebäude standen, befindet sich heute eine grüne Oase. Mit 350 Hecktar ist der Ober Olmer Wald das größte zusammenhängende Wald- und Naherholungsgebiet im nördlichen Rheinhessen.

Der gut ausgeschilderte Wanderweg führt uns weiter durch Finthen, vorbei an blühenden Rapsfeldern und Obstplantagen. Bald tauchen wir ein in den Lennebergwald, der auch als Gonsenheimer Wald bekannt ist. Zur Mittagszeit suchen wir uns ein lauschiges Plätzchen an den Sieben Weiheren. Inmitten von unberührter Natur, kommt uns trotz der Nähe zu Mainz, die Stadt auf einmal ganz fern vor. Bei Käsestullen, Nudelsalat und Erdbeeren zum Nachtisch genießen wir die Ruhe im Grünen und beobachten die massigen Karpfen, wie sie ihre Runden im Weiher ziehen und ab und zu ihren Kopf aus dem Wasser strecken.
Wenige Meter nach dem wir wieder aufgebrochen sind, sehen wir auf der linken Seite eine Beschilderung zum Café Rheingoldruhe. Gerade erst gerastet, gehen wir weiter und verschieben unsere Kaffeepause.

Der Weg führt uns weiter bergauf, durch eine Allee. Kurz darauf stehen wir vor dem Schloss Waldthausen. Heute ist das prachtvolle Bauwerk Sitz der Sparkassenakademie. Der Park des Schlossgeländes ist öffentlich zugänglich.  Wir durchqueren die Anlage und passieren die K 10 nach Finthen und die L 422 nach Gonsenheim. Kurz darauf erreichen wir die Lennebergkuppe mit ihrem 1880 errichteten Lennbergturm. Auf der Terrasse des Restaurants am Turm lassen wir uns im Schatten eines Sonnenschirms nieder und belohnen uns mit einer Eisschokolade.

Jeder Wanderpfad ist einmal fertig. Nach 12,7 Kilometern haben wir unser Ziel erreicht. Wie gut, dass noch so viele andere Wege gibt, die darauf warten entdeckt zu werden.

Weiterführende Links:
Outdooractive.com – Kleiner Mainzer Höhenweg Etappe 3: Forsthaus Ober-Olm – Gonsenheim Waldfriedhof

Nutzt ihr die Feiertage auch zum Wandern? Welche sind eure liebsten Routen? Ich freue mich über eure Kommentare!

Den Burg

Inselleben auf Texel – Teil II

Weiter geht’s mit meinem Texel-Travel-Diary. Nach unserer Insel-Safari und dem Mittagessen am Strand besuchen wir Lennart Witte auf seinem Schaf-Bauernhof. Auf diesen Tag freue ich mich schon seit Wochen, denn auf Lennarts Hof wagen putzige Lämmer ihre ersten Gehversuche. Noch dazu dürfen wir die kleinen Wollknäuele nicht nur aus der Ferne beobachten, sondern sogar vorsichtig beschmusen. Mein Herz ist im Nu erobert, als mir eine Mitarbeiterin des Hofs ein Lamm auf den Schoß setzt. Noch dazu ein Schwarzes. Da hüpft mein Herz gleich noch ein gutes Stück höher. Denn für Underdogs hege ich schon immer eine besondere Empathie. Sei es in der Gesellschaft, bei der Fußballweltmeisterschaft oder eben bei Schafen.

Und dann gibt es da diese Augenblicke, die einem wohl ein Leben lang im Gedächtnis bleiben. Während unserer Zeit auf dem Hof haben wir das große Glück einen ganz besonderen Moment mitzuerleben. Eines der Schafe ist trächtig und bringt gleich zwei Babys zur Welt – und wir sind mit dabei und schauen, etwas angespannt aber vor allem fasziniert, zu. Magie pur!
Auf Texel gibt es übrigens weit mehr Schafe als Einwohner. Im Frühjahr leben rund 40.000 Schafe und Lämmer auf der Insel und knapp 14.000 Menschen.

Bei unserem nächsten Halt bleiben wir in der Familie und besuchen Lennarts Vater, Anton Witte, in seiner Käserei Wezenspyk. Seit 1981 wird hier Käse produziert. Zunächst aus Kuhmilch, danach auch aus Milch von Schafen. Anton weiht uns in die Geheimnisse der Herstellung ein. Mehr als 100 Liter Schafsmilch benötigt der Käsebauer für einen 11 Kilogramm schweren Käselaib.
Wir probieren uns durch echten texelschen Schafskäse und Bauernkäse. Nach der Verkostung ist mir klar warum der Käse in der ganzen Region so beliebt ist. Da kann ich nicht widerstehen und kaufe im Hofladen ein großes Stück Schafskäse mit Kräutern für zu Hause. Lange gehalten hat es leider nicht. Nach zwei Tagen habe ich das Stück, mit etwas Hilfe von meinen Mitbewohnerinnen, verputzt.

Ein Bad in Schafwolle

Die Nacht verbringen wir im charmanten Boutique Hotel Texel.  Aber zuvor steht noch ein einmaliges Wellness-Treatment auf dem Programm: Woolness. Bei dieser Anwendung werde ich, mit einer interessanten Technik, in Wolle gewickelt. Das „Baden“ entspannt die Muskeln und die Gelenke. Durch den Lanolin-Gehalt in Wolle wird die Haut geschmeidig zart und kleine Wunden geheilt.
So eingehüllt und rundum gepolstert fühle ich mich, als hätte mich jemand in eine Wolke gesteckt. Wenn ihr mal die Möglichkeit habt, Woolness auszuprobieren, kann ich es nur empfehlen. Das Gefühl ist wirklich unvergleichlich.

Bevor mich die Woolness-Expertin zum Entspannen alleine lässt, bekomme ich eine wohltuende Hand- und Fußmassage mit einer auf Wollfett basierenden Creme. Anschließend wird das Licht gedämmt und während ich dem Wind lausche, der durch die Holzbalken zieht, gebe ich mich ganz dem wohligen Gefühl hin.
Nach zwanzig Minuten dahin schweben ist leider wieder Zeit fürs Entwickeln. Die Wolle wird übrigens nicht weggeworfen. Sie wird re- und upgecycelt indem sie für Kunsthandwerk und andere kreative Basteleien weiterverwendet wird.

Bevor wir mit einem phänomenalen Abendessen verwöhnt werden, ist noch etwas Zeit in den Innenpool des Boutique Hotels zu planschen. Den haben Sylvi, Josi, Christina und ich an diesem Nachmittag ganz für uns allein.

Im Restaurant Gusta lassen wir den Abend ausklingen. Bei regionalen und saisonalen Speisen wird viel erzählt und noch mehr gelacht. Ein toller Abschluss für einen besonderen Tag!

Ein Besuch im größten Strandgutsammlermuseum der Welt

Am nächsten Tag tauchen wir ein in das Leben der Strandräuber und Seemänner. Giells van Mil vom Schiffsbruch- und Strandgutsammlermuseum Flora erzählt uns von den Geschichten hinter den vielen Fundstücken, die in den vergangenen 60 Jahren an den Strand von Texel gespült wurden. Vier Scheunen sind mittlerweile gefüllt mit Schuhen, Flaschen, Bojen, Fernsehern, Flugzeugmotoren, Kokosnüssen und anderen skurrilen Stücken. Laut Texeler Strandgutsammlern, ist Flora das erste und größte Strandgutsammlermuseum der Welt.

Streifzug durch Den Burg

Am Abend spaziere ich zusammen mit Katharina durch Den Burg. Mit knapp 7.000 Einwohnern wohnen hier etwa die Hälfte der Texelaner. Wir schlendern durch kleine Gassen und können uns nur schwer satt sehen, an der typischen niederländischen Architektur mit ihren charmanten Backsteinhäusern, den großen Fenstern und den Frontgiebeln.
Die Frühlingssonne treibt die Menschen hinaus auf die Straßen und Plätze. In der „Hauptstadt“ der Insel haben sich die ersten Touristen der Saison in den Cafés und auf den Terrassen der Restaurants niedergelassen.

Nach einem leckerem Apfelpfannkuchen im Schoutenhuys, Texels ältestem Steingebäude, falle ich nur ein Haus nebenan glülcklich in mein Hotelbett. Das Einschlafen ist mir heute ein Leichtes. Das Schäfchen zählen, habe ich ja schließlich schon am Tag erledigt.

Diese Reise wurde unterstützt vom VVV Texel. Die geschilderten Erlebnisse und Erfahrungen bleiben davon unberührt.