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Lissabon Städtetrip

Lissabon-Liebe: Heimatgefühle am Tejo

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Ein liebenswerter Ort. Jung und altmodisch zugleich. Turbulent und impulsiv. Und doch findet man zwischen all dem Trubel der Stadt, auch immer wieder Oasen der Ruhe. Ja, Lissabon hat mich bereits während meiner ersten Reise in den Bann gezogen.
Zum Abschluss unseres Azoren-Trips können Sandra und ich also gar nicht anders, als auf dem Rückweg von der Inselgruppe im Atlantik noch einen zweitägigen Zwischenstopp in der Hafenstadt am Tejo einzulegen.

Da stehe ich also wieder, vor dem Lissaboner Bahnhof Cais do Sodré an diesem wundervollen Spätsommertag mit einem Kribbeln in der Magengegend und bereit mich noch ein wenig mehr in diesen Ort zu verlieben.

Bevor Sandra und ich uns in die Straßen Lissabons stürzen, beziehen wir unsere phänomenale Airbnb-Wohnung im hippen Bairro Alto Viertel. Gastgeberin Marta empfängt uns herzlich und zeigt uns die geschmackvoll eingerichteten Zimmer. Sich hier wohlzufühlen könnte einfacher nicht sein. In der stylischen Küche werden wir wohl wenig Zeit verbringen. Wir wollen unsere Gaumen schließlich mit all den lissabonner Köstlichkeiten verwöhnen, anstatt selbst den Kochlöffel zu schwingen. Dafür kosten wir unsere sensationelle Dachterrasse mit Blick auf den Tejo voll und ganz aus.

Unser erster Stopp, nachdem wir uns endlich vor lauter Staunen von unserer Wohnung auf Zeit losgerissen haben, ist der nahe gelegene Time Out Market. Ein Tipp von Marta. Die große Markthalle ist eine Begegnugsstätte und ein Eldorado für internationale Spezialitäten. Viele der Besucher sitzen mit ihren Tellern an den großen Tafeln in der Mitte der Halle. Bei dem großartigen Wetter nehmen Sandra und ich unsere Snacks mit nach draußen und suchen uns ein Platz am Fluss.
Den restlichen Tag schlendern wir gemütlich durch die Altstadt und genießen den einmaligen Flair Lissabons. Fasziniert bestaune ich die bunten Azulejos, die kunstvollen Keramikfliesen an den Häuserfassaden und wir kommen auch gleich an der ersten für Lissabon so typischen Straßenbahn vorbei.

Den Abend lassen wir auf unserer genialen Dachterrasse bei einem Glas Rotwein ausklingen. Noch eine ganze Weile sitzen wir da oben über den Dächern Lissabons in der milden Nacht und blicken hinaus zum Horizont. Dorthin, wo der Tejo sich in den Atlantik ergießt.

Am nächsten Tag lassen wir uns wieder durch die Stadt treiben. Ich bin ja ein großer Fan von Städten, die man am besten zu Fuß erkundet. Heute führt unser Weg uns nach Alfama. Alfama ist das älteste Stadtviertel Lissabons und erstreckt sich von der Mündung des Tejo bis hinauf zum Castelo de São Jorge. Von dem schweren Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 wurde Alfama größtenteils verschont. In den verwinkelten Gassen des einstigen Rotlichtviertels findet man heute zahlreiche kleine Cafés und Bars.

An unserem letzten Abend in Lissabon wollen wir hinauf zum Miradouro São Pedro de Alcântara, um uns den Sonnenuntergang anzuschauen. Wie im vergangenen Jahr möchten wir bei live Fado dabei zusehen, wie sich der Himmel über Lissabon in die kitschigsten Pastelltöne färbt. Doch eine Baustelle machte uns einen Strich durch die Rechnung. Also gehen wir die Straße weiter bergauf, lassen uns in der Sonne bei Pão à Mesa nieder und ordern Erdbeer-Mojitos.
“Soll ich von euch beiden zusammen ein Foto machen?” klingt plötzlich eine freundliche Stimme, zwei Tische weiter, zu uns hinüber, als ich Sandra im Abendlicht fotografiere.
Und so lernen wir Laura und Konstantin aus Stuttgart kennen und unterhalten uns bei einem zweiten Cocktail, über den freien Tisch zwischen uns hinweg, über Reisen und das Leben im Allgemeinen. Das Paar ist gerade mit ihrem VW Bus unterwegs und erzählt von Camping Plätzen mit Badekappenpflicht im Pool und wie sie vor ein paar Tagen mit ihrem Grill einen Kuchen gebacken haben.

Auf die Cocktails folgt ein gemeinsames Abendessen und als unsere leeren Dessertteller vor uns stehen, wollen wir den Abend noch nicht allzu schnell enden lassen. Schon Wochen vor unserer Portugal-Reise war für Sandra und mich klar, dass wir während unserer Zeit in Lissabon unbedingt noch einen Abstecher ins Pensão Amor machen würden. In dem wohl coolsten Club Lissabons, in dem die Cocktails nach Exhibitionisten namens Carmen benannt sind, schwingen auch heute noch ein paar der Vibes des früheren Bordells. An die Tanzfläche mit der kleinen Bühne grenzt eine Bibliothek mit bis unter die Decke mit Büchern gefüllten Regalen. Hinter einem weiteren Raum, in dem eine Wahrsagerin ihre Dienste anbietet, befindet sich ein kleiner Laden, in dem man Reizwäsche und Sex-Spielzeug kaufen kann.
Klar, dass es nach unseren Erzählungen vom Pensão Amor keine schwere Aufgabe war, Laura und Konstantin noch auf einen Drink in der Bar zu überzeugen. Bei  “Carmens” und Bier stoßen wir auf das Leben an – und auf die nächste Reise nach Lissabon. Die hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt.

Tipps für deinen Lissabon-Trip:

Lecker frühstücken lässt es sich im Fábrica. Cappuccino, frisch gepresster Orangensaft, Croissants mit extra viel Schocki. Kann nicht jeder Morgen so beginnen? Aber auch für die Pause am Mittag bietet das Café  in der Rua das Portas de Santo Antão feine Sachen, wie gegrillte Sandwiches.

Ein Besuch in der LX Factory ist sogar etwas für kühlere Regentage. Auf dem Gelände einer ehemaligen Textilfabrik ist ein angesagter Kulturkomplex entstanden. Mit einer Mischung aus Shops, Kunst und köstlichem Essen für den kleineren und den größeren Appetit, ist hier für jeden etwas dabei. Mir hat es insbesondere die Buchhandlung Le Devagar, mit ihrer im wahrsten Sinne des Wortes, fantastischen Dekoration und der außergewöhnlichen Auswahl an Büchern angetan.

Die vielleicht besten Pastéis de Nata genießt man in  der Manteigaria União. Die Manufaktur in Bairro Alto hat sich auf die kleinen Blätterteigteilchen spezialisiert. Auch die Einheimischen stehen hier gerne mal Schlange. Einziges Manko: Nach dem ersten Pastéis de Nata folgt meist mindestens ein zweites.

 

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* Die Nacht in der traumhaft schönen Dachgeschosswohnung wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Die geschilderten Erlebnisse und Erfahrungen bleiben davon unberührt. Vielen Dank an Marta für den wundervollen Aufenthalt!

Advent Gewinnspiel

Adventsgewinnspiel: Cause sharing is caring

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Was ist noch schöner als selbst Geschenke zu bekommen? Richtig, lieben Menschen eine Freude zu bereiten. Also ist es gar nicht mal so uneigennützig, dass ich euch dieses Weihnachten mit drei tollen Gewinnen beschenken möchte.

Um an der Verlosung teilzunehmen, abonniert meinen Blog via E-Mail und hinterlasst einen Kommentar unter diesem Beitrag. Das Gewinnspiel endet am 24. Dezember um 23:59 Uhr.

Viel Glück und macht euch eine wundervolle Adventszeit, ihr Lieben!

1. Preis
Ein Gutschein für zwei Personen für zwei Übernachtungen im Doppelzimmer inkl. Frühstück in einem der tollen MEININGER Hotels. Ich kann, zum Beispiel, das Hotel „Downtown Franz“ in Wien sehr empfehlen.  Der Gutschein ist 1 Jahr gültig (auf Anfrage und Verfügbarkeit) und nur direkt über das MEININGER Service Center per Telefon oder E-Mail buchbar.

Meininger Hotel Downtown Franz in Wien

2. Preis
Ein Fernweh-Wandkalender mit 12 verschiedenen Fotos aus der ganzen Welt, von Deutschland bis Panama. Die Motive wurden mit viel Liebe zum Detail von mir entdeckt und fotografiert. Die Kalender (DINA A 3 Format) wurden ökologisch umweltbewusst gedruckt, auf hochwertigem 250g/m2 aus 100% Recyclingmaterial.

3. Preis
Der Island on tour Reiseführer von Polyglott-Verlag hilft bei der individuellen Planung und bringt euch zu den schönsten Reisezielen in dem faszinierenden Land. Die zauberhafte Metropole Reykjavik, Islands Westen mit Gletschern, Lavafeldern und Wasserfällen, die Fjorde mit kleinen Fischerorten oder den mächtigen Vulkan Vatnajökill im Süden des Landes – der Islandführer gibt einen Überblick über die einzelnen Regionen und stellt die schönsten Touren vor.

Island Reiseführer Polyglott

Teilnahmebedingungen

Teilnehmen könnt ihr, wenn ihr aus Deutschland und über 18 Jahre alt seid. Die Gewinner werden ausgelost und im Anschluss per Mail kontaktiert (dazu gebt bitte eure Mailadresse im vorgesehenen Fenster an). Die Gewinne können nicht in bar ausgezahlt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

*Vielen Dank an MEININGER und an den Polyglott Verlag, die mir die Gewinne zur Verfügung gestellt haben.

São Miguel: Die Insel der Zufriedenen – Teil 2

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Die weiße Kerze ist fast nieder gebrannt und flackert mit letzter Kraft im Dunklen des Gewölbekellers. Im Brotkorb liegt eine unangetastete Scheibe Baguette. Eine kleine, traurige Pfütze Rotwein steht in dem geschwungenen Glas. In sanften Tönen erklingt eine Gitarre. Eine Fado-Sängerin stimmt ein Lied an, voller Schwermut und Verletzlichkeit in ihrer Stimme. Sie singt von einer Zigeunerin, die davon lief, um ihren eigenen Weg zu gehen. In der Melancholie der Melodie schwingt gleichzeitig etwas Tröstendes mit.

Es ist Sandras und mein achter Abend während unserer Azoren Reise. Wir verbringen ihn in dem Restaurant Casa do Bacalhau in Ponta Delgada, wo es neben Kabeljau am Wochenende Fado Live-Musik gibt. Dieses einmalige Event gönnen wir uns nach einem Wandertag um den Lagoa Verde. Der “grüne See” befindet sich im Westen der Insel und ist, neben dem Lagoa Azul, einer der Teilseen des Lagoa das Sete Cidades.
Gleich beim Start unserer Wandertour trafen wir auf Petra, Moni und Guido, samt den beiden Hunden Lui und Knut und schlossen uns dem Gespann aus Deutschland an. Petra ist mittlerweile auf die Azoren ausgewandert und führt ein Bed & Breakfast. Auf den Hund kam sie, als Knut eines Morgens vor ihrer Terrassentür saß. Alles deutete darauf hin, dass er ausgesetzt wurde und so nahm Petra ihn bei sich auf.
Welpe Lui ist aus einer Rettungsstation auf São Miguel und wird sein neues zu Hause bald bei Petras Sohn in Deutschland finden. Die Station, die sich Hunden in Not verschrieben hat, wurde von einer Deutschen ins Leben gerufen, die ebenfalls auf der Azoreninsel lebt. “Wenn man sich Rettungsstationen im Ausland anschaut, sind es oft deutsche Frauen, die sie eröffnet haben”, erzählte Petra amüsiert. Als ich höre, dass noch ein Welpe aus Luis Wurf darauf wartet vermittelt zu werden, gerate ich ernsthaft in Versuchung und überlege, ob und wie mein Leben als Reisebloggerin mit Hund funktionieren könnte.
Während der Wanderung stärkten wir uns im erst kürzlich eröffneten Teehaus O Poejo. Auf der großen Terrasse saßen wir eine Weile bei grünem Tee, der sogar auf São Miguel angebaut wird, und leckeren Apfelrosen.

Man mag kaum glauben, was sich hinter der großen blauen Tür verbirgt, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Ein langer Fußweg führt uns mitten durch eine Bananenplantage zu einem Cottage der Casa Vitoriana – und das mitten im Zentrum Ponta Delgadas.
Ein erster Laut der Entzückung meinerseits ertönt, als ich die ersten zwei Katzen auf einer Bank im Innenhof liegen sehe. Auf dem Weg, vorbei an den Beeten, treffen wir auf Katze Nummer 3 und 4. Neben der Fußmatte unserer Unterkunft sitzt Nummer 5. Das kleine Katzenparadies genügt schon, um mich an diesem Ort wohl zu fühlen, die liebevolle Einrichtung des Cottages setzt noch ein i-Tüpfelchen oben drauf.

Am nächsten Morgen treffen wir auf unsere Gastgeberin Maria. Eine richtige Powerfrau. Neben der Casa Vitoriana leitet sie in der gleichen Straße ein Hostel. Zudem plant sie für Anfang nächsten Jahres ein Café zu eröffnen.

Am Nachmittag schlendern wir durch Ponta Delgada, kaufen Souvenirs in unserem Lieblingscafé Louvre Michaelense. Am Hafen von Ponta Delgada legen wir in einer Bar eine Pause ein und genießen unser azoreanisches Lieblingsgetränk Kima, Maracujalimonade die hier auf der Insel produziert wird. Neben Maracujas wachsen auf São Miguel übrigens auch die einzigen Ananas Europas.

Im Hafen ist heute ein riesiges Kreuzfahrtschiff eingelaufen. Die vielen Decks übereinander müssen hunderte Kabinen beherbergen. Die Masse an Menschen wirkt wie eine Invasion hier auf die kleine Insel im Atlantik.
Erst neulich habe ich gelesen, wie viel Klimasünde tatsächlich hinter einem Urlaub mit dem Kreuzfahrtschiff steckt und, dass, ökonomisch betrachtet, nicht die bereisten Länder, in denen die Schiffe anlegen, die Profiteure sind, sondern lediglich die Veranstalter und die Werften. Selbst das Essen für das Buffet an Bord wird meist aus Deutschland in die jeweilige Urlaubsregion geflogen.

Wenn es heiße Quellen wie die Caldeira Velha in Deutschland gäbe, ich würde wohl, besonders in der kalten Jahreszeit, so gut wie jeden Abend darin sitzen. Das Naturschwimmbecken im Dschungel hat seine warme Temperatur durch einen Wasserfall am nördlichen Abhang des Vulkans Vulcão do Fogo.
Sandra und ich konnten uns während unsere Reise auf São Miguel nichts angenehmeres vorstellen, als nach den Wanderungen in die Badeoasen auf der Insel zu hüpfen. Fast zwei Stunden saßen wir in dem eisenhaltigen Wasser, genossen die wohltuende Wärme und sahen zu, wie unsere Finger immer schrumpeliger wurden.

Zum Abschied unserer Zeit auf São Miguel, fahren Sandra und ich noch einmal an den Lagoa do Fogo. Bereits beim ersten Besuch des Kratersees, hatte er uns verzaubert, obwohl wir durch die tiefen Wolken den See nur erahnen konnten.
Beim zweiten Mal haben wir mehr Glück und obwohl sich der Tag dem Ende hin neigt, scheint die Abendsonne noch vom Himmel und taucht die Landschaft in ihr warmes Licht. Diesmal wagen wir den Abstieg bis hinunter an den See. Hier lassen wir uns eine Weile am Wasser nieder, essen Kekse und genießen die Ruhe, bis alle Wanderer bereits wieder den Weg aufgestiegen sind. Nun sind wir die letzten, die sich an der Natur für diesen Tag erfreuen.
Wir blicken nochmal zurück auf unsere Zeit auf den Azoren, denken an die vielen Begegnungen mit wunderbaren Menschen und die Gastfreundschaft, die wir hier erfahren haben, an die bezaubernden Unterkünfte, die wir bewohnen durften, an den spektakulären Sonnenuntergang als wir in der Tuká Tulá Bar in Ribeira Grande zu Abend aßen, an die Begegnung mit einem Wal vor der Küste und natürlich an die unvergleichliche Schönheit der Natur.
Ja, São Miguel bietet viele Gründe zu kommen – und nur wenige zu gehen.

 

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Die Nächte im Cottage der Casa Vitoriana wurden uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Die geschilderten Erlebnisse und Erfahrungen bleiben davon unberührt. Vielen Dank an Maria für den wundervollen Aufenthalt!

Cozy November Tunes

Ein bisschen Altes, ein wenig Neues. Etwas französisch und eine Prise arabisch aus dem Libanon, hat sich auch hinein gemischt, in meine Playlist des Monats. Dazu der verträumte Folk-Pop von Angus & Julia Stone aus Australien. Alles in allem also ein recht wilder Mix, genauso wie das stürmische Novemberwetter.

Zeit es sich mit dicken Wollsocken an den Füßen, einem guten Buch und einer Tasse Tee zu Hause gemütlich zu machen. Die passende Hintergrundmusik für gemütliche Herbsttage findet ihr hier.

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Kulinarische Weltreise: Pastéis de Nata

Ganz ehrlich, allein sie sind Grund genug nach Portugal zu reisen. Der cremige Pudding auf dem luftig lockeren Blätterteig, darüber eine Prise Zimt: Göttlich! Da ist es für mich als Naschkatze im Nachhinein absolut unverständlich, wie ich innerhalb der zwei Wochen in Portugal nur ein Puddingtörtchen essen konnte. Ein einziges, kaum der Rede wert. Ihr versteht sicher, dass meine Lust auf Pastéis de Nata damit nicht befriedigt ist und ich auf keinen Fall bis zu meiner nächsten Portugalreise auf die cremig-süße Verführung warten kann.
Da habe ich mal eben zu Hause den Blätterteig ausgerollt und den Ofen angeschmissen – und war angenehm überrascht wie einfach die Törtchen gelingen. Probiert es doch auch mal aus.

Schwierigkeit: Leicht | Vorbereitung: 10 Minuten | Backzeit: 15 Minuten

Zutaten für 4 Personen:

  • 1 Rolle Blätterteig
  • 250 Gramm Schlagsahne
  • 1 TL Mehl
  • 2 EL brauner Zucker
  • 4 Eigelb
  • 1 Vanilleschote
  • Salz
  • Zimt

Zubereitung:

Den Backofen auf 220 Grad vorheizen. Für den Pudding Sahne, Mehl, Zucker, Eigelb und eine Prise Salz in einem Topf unter Rühren aufkochen lassen. Wenn der Pudding leicht angedickt ist, vom Herd nehmen und auskühlen lassen.
Muffinform einfetten. Den Blätterteig ausrollen, mit einem Glas Kreise ausstechen und in die Form legen. In die Kuhlen jeweils einen Esslöffel Pudding geben und etwa 15 Minuten backen, bis die Törtchen goldbraun sind. Mit einer Prise Zimt bestreuen und genießen.

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Sao Miguel: Die Insel der Zufriedenen – Teil 1

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Ich sitze eingepfercht in einem Ryanair Flieger, bis auf zwei Plätze ausgebucht. Es ist kurz vor zehn Uhr am Abend. Aus meinen Kopfhörern dringt Atlas Bound in voller Lautstärke. Ein kläglicher Versuch die Turbinen und die penetranten Lautsprecherdurchsagen, die für unnötige Dinge werben, zu übertönen. Neben mir ein deutsches Pärchen, das mittlerweile in Portugal zu Hause ist, über mir grelles Neonlicht, unter mir der tiefschwarze Atlantik. Ich bin auf dem Weg nach São Miguel der größten Insel der Azoren.

Nach einer kurzen, letzten Nacht in Deutschland, hatte ich gehofft, während des Fluges ein wenig Schlaf nachzuholen. Doch in meine Gedanken mischen sich Erinnerungen an gestern und Phantasien von morgen. Gleichzeitig bin ich voller Neugierde auf das was mich erwartet auf São Miguel.
Was es zu sehen gibt, wie die Luft riecht, das Essen schmeckt, wie die Landschaft aussieht und die Menschen leben, auf dieser westlichsten Inselgruppe Europas. Ich bin gespannt, mit welchen Bildern und Geschichten im Gepäck, ich schließlich in zwei Wochen wieder in Deutschland landen werde. Und während die Jungs von Atlas Bound von ihrer Landung auf dem Mars singen, gehen wir in Sinkflug auf Ponta Delgada.

Kurz vor Mitternacht setzt der Taxifahrer Sandra und mich vor unserer Unterkunft ab. Margarida begrüßt uns herzlich und zeigt uns das Zimmer für die nächsten zwei Nächte. Aus Mosambik stammend, ist sie durch ihren Ehemann auf den Azoren gelandet – und hat es nie bereut.
Während unserer Reise werden wir noch Begegnungen mit einigen Menschen machen, die nach einem Besuch auf den Azoren geblieben sind. Genauso wie gebürtige Azoreaner, die es für eine Weile nach Lissabon oder in eine andere Stadt auf dem Festland getrieben hat, die jedoch nach längerer oder kürzerer Zeit zurückgekehrt sind. In ihr kleines Paradies am Rande Europas. Wo das Haus vielleicht ein wenig einfacher ist und die Möglichkeiten begrenzt sind. Der Wert des Lebens aber umso klarer zu sein scheint.

Hahnenkrähen reist mich aus meinem Schlaf. Ich klettere aus dem Bett, trete hinaus auf die Terrasse und bekomme das erste Mal einen Eindruck, wie meine Umgebung aussieht, jetzt wo der Tag angebrochen ist. Die Luft ist frisch und die Umgebung saftig grün – und dann fällt mein Blick auf das Meer.

Sobald wir aus der Zimmertür treten, verfliegt auch die Müdigkeit als wir im Flur auf unseren Airbnb-Host Margarida treffen. Eigentlich wollen wir uns gerade auf den Weg ins Stadtzentrum von Ponta Delgada machen, um uns auf die Suche nach etwas Essbarem zu begeben. Doch Margarida hat andere Pläne und führt uns ins Esszimmer wo bereits ein typisch azorisches Frühstück mit lokalen Früchten und leckeren bolos lêvedos, das sind regionale, süße Brötchen, denen wir schnell verfallen sind, auf uns wartet. Der perfekte Start unserer Azoren-Reise.

Den ersten Tag verbringen wir damit unseren Mietwagen abzuholen, einkaufen zu gehen und die Umgebung zu erkunden. Ganz oldschool mit Karte lotse ich Sandra durch die Straßen, denn für unser Navigationssystem, das wir aus Deutschland mitgebracht haben, gehören die Azoren wohl nicht mehr zu Europa. Dafür kennen wir die Insel nach einer Woche wie unsere sprichwörtliche Westentasche – und auch irgendwie beruhigend zu wissen, dass man eben doch auch ohne Navi von A nach B kommt.

Am Nachmittag wollen wir uns einen der Kraterseen der Insel vornehmen. “Definitely Lagoa do Fogo!” Ist Margaridas Antowort auf meine Frage, welcher ihr liebster See auf São Miguel ist. Und als ich wenig später am Rand des Kraters stehe, kann ich sie verstehen. Der See ist durch die tief hängenden Wolken zwar nur zu erahnen, trotzdem, oder gerade wegen der mystischen Stimmung, bin ich verzaubert von dem “Feuersee”.

Am nächsten Morgen ziehen wir aus unserem Zimmer bei Margarida aus und übernachten im Hotel Solar de Lalém, einem geschichtsträchtigen Haus, das im Jahr 1506 erbaut wurde. Seit über 20 Jahren leben Gabriele und Gerd Hochleitner nun auf São Miguel und haben den einstigen Adelssitz liebevoll restauriert und dabei besonderen Wert darauf gelegt, den ursprünglichen Charakter beizubehalten. In der alten Küche wird zwar heute nicht mehr gekocht, trotzdem wertet die Feuerstelle und die massiven Töpfe das Speisezimmer auf und die Gästezimmer sind geschmackvoll mit antiken Möbeln eingerichtet.
In der kleinen Kapelle aus dem Jahr 1687, die gleich neben den Gästezimmern liegt, kann sogar geheiratet werden. “Die Tür steht immer offen”, erzählt Gerd Hochleitner. Auch die Menschen aus dem Ort kommen gerne mal für einen ruhigen Moment und nehmen auf einem der Bänke Platz. Nachhaltigkeit und sanfter Tourismus werden bei Familie Hochleitner groß geschrieben.

Auf unserem Weg nach Furnas zum Terra-Nostra-Park fällt mir das erste Mal auf, wie unglaublich vielfältig São Miguel ist. Eben noch an der Nordküste, kommen nur wenige Kilometer im Inselinneren Dschungelerinnerungen an Costa Rica in mir hoch.
Laut Condé-Nast-Verlag zählt der Terra-Nostra-Park zu einem der schönsten der Welt. Mit seiner bunten Pflanzenmischung ist die 12,5 Hektar große Parkanlage einzigartig und lässt mit seinem teilweise über 100 Jahre altem Baumbestand, den Teichen und verschlungenen Wegen so manchen botanischen Garten erblassen.
Highlight des Parks ist das Thermalbecken mit seinem natürlich braunem Wasser. Das Baden in dem 38 Grad warmen Nass ist das pure Vergnügen und gehört bei einer Reise auf die Azoren unbedingt dazu. Allerdings färbt das Wasser ab und ihr solltet euch für einen Besuch im Terra-Nostra-Park mit Badesachen und Handtüchern in dunklen Farben wappnen.

Und wieder heißt es Koffer packen, um von dem verschlafenen Dorf Maia ins 13 Kilometer entfernet Ribera Grande zu fahren. Die ständigen Unterkunftswechsel erscheinen mir mittlerweile wie eine Art Speeddating und machen einen Teil dieser Reise aus. Mir macht es Spaß dadurch immer wieder andere Ecken der Insel kennenzulernen.
Heute geht es also in die Quinta das Rosas und als Eduardo Sandra und mir unser zu Hause für die nächsten zwei Nächte zeigt, bin ich ein wenig sprachlos. Von dem kleinen Garten mit den Orangenbäumen und der Hängematte, von dem Willkommenskörbchen in dem stilvoll gestalteten Bungalow und von dem Pool mit sagenhafter Aussicht. Genau dort lassen Sandra und ich den Abend ausklingen und genießen die letzten Sonnenstrahlen des Tages.

Am nächsten Morgen schmeißt uns der Wecker aus dem Bett. Mit Ausschlafen ist nicht wirklich während unserer Azoren-Reise. Denn heute steht etwas ganz besonderes auf dem Programm. Eine Whale-Watching-Tour. Dafür fahren wir nach einem schnellen Frühstück in den Hafen von Ponta Delgada und bekommen dort erst mal von einer Biologin erzählt, welche Tierarten im Meer vor der Insel zu finden sind. Interessant finde ich dabei, dass beim Wale beobachten für das Orten der Tiere die gleiche Technik angewandt wird, wie zum Walfang, der glücklicherweise seit dem Jahr 1984 auf den Azoren verboten ist.
Und dann geht es zusammen mit Antonio hinaus aufs Meer. Mit dem Wind im Haar und der frischen Brise um die Nase, fühle ich mich in meinem Element und freue mich, als der kräftige Seegang das Boot noch ein wenig mehr durchruckelt.

Einige hundert Meter vor uns erblickt Antonio einen Schwarm Möwen, die tief über dem Wasser kreisen. Er lenkt das Boot in deren Richtung und schon aus der Ferne sehen wir sie. Delfine. Und wie viele das sind. Hier fünf und dort nochmal drei. Und auch ganz weit in Richtung des Horizonts. Beinahe synchron springen sie durch die Luft, ganz nah am Boot, begleiten uns einige Meter während unserer Fahrt. Ich versuche sie mit der Kamera zu erwischen. Merke aber schnell, dass das bei der Schnelligkeit der Tiere kaum möglich ist. Also packe ich die Kamera wieder weg und erfreue mich am Beobachten.
Auch als später der Rücken eines Wals neben unserem Boot auftaucht und eine Fontäne Wasser ausstößt, bleibt die Kamera beiseite. Manche Momente muss man einfach so genießen, ohne sie durch ein Display zu erleben.

Nach der Bootstour mit Antonio fallen wir, zurück in Ponta Delgada, hungrig ins Rotas ein. Sowohl Margarida, als auch Eduardo hatten uns das Restaurant empfohlen, als sie hörten, dass ich Vegetarierin bin. Hier essen wir alles was das Tagesmenü hergibt. Und zum Dessert gibt’s noch ein großes Stück Berry Cheesecake. Somit ist der Hunger bis zum Abend gestillt. Den verbringen wir wieder in unserer zauberhaften Unterkunft bei einem obligatorischen Glas Wein und der Ananas die wir auf dem Heimweg bei einem Bauern gekauft haben. Wohlgemerkt der besten Ananas meines Lebens. Man schmeckt einfach, dass die Frucht keinen langen Transportweg hinter sich hat, sondern gleich hier auf den Azoren geerntet wurde.

Und bei den letzten Schlücken Rotwein schmieden wir neue Pläne für die nächsten Tage und erfreuen uns, dass noch ein großes Stück unserer Reise vor uns liegt. Natürlich darf Sete Cidades nicht fehlen, Caldeira Velha steht ebenfalls weit oben auf unserer Liste und dann wollen wir ganz unbedingt noch einmal an den traumhaft schönen Lagoa do Fogo, der mich schon vor ein paar Tagen begeistert hat. Das dieser Enthusiasmus nochmals um ein vielfaches gesteigert wird, davon habe ich in diesem Moment aber noch keinen blassen Schimmer.

 

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*Die Nächte im Hotel Solar de Lalém und in Quinta das Rosas wurden uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Die geschilderten Erlebnisse und Erfahrungen bleiben davon unberührt. Vielen Dank an Gabriele und Gerd Hochleitner und an Eduardo für den wundervollen Aufenthalt!

Wie ich auf Flores die Langeweile kennenlernte

Draußen fegt ein Sturm über die Felder. Ich lege das Buch beiseite und schaue aus dem Fenster. Kleine Kreise auf der Wasseroberfläche des Pools verraten mir, dass der Regen noch nicht aufgehört hat. Mücke, die kleine rote Katze der Vermieter unserer Ferienwohnung, springt aus dem Gebüsch, maunzt einmal klagend zu mir hoch und huscht über die Terrasse in Richtung Trockenheit.
Ich setze mich wieder in den Sessel neben dem Esstisch und sehe auf die Uhr meines Handys. Kurz vor fünf am Nachmittag. Ich rechne die verbleibende Zeit aus, die ich noch überbrücken muss, um nicht zu einer vollkommen absurden Zeit schlafen zu gehen. Fünf Stunden ohne WLAN, wandern, essen, denn satt bin ich schon mehr als mir lieb ist, und lesen, denn von meinem Buch sind nur noch drei kurze Kapitel übrig. Fünf. Lange. Stunden.
Und zum aller ersten mal während einer meiner Reisen, weiß ich absolut nichts mit mir anzufangen. Die Langeweile ist so gähnend, dass ich mir sogar meinen Schreibtisch mit der darauf wartenden Arbeit herbei sehne.

Es ist der letzte volle Tag, den Sandra und ich auf der kleinen Insel im Atlantik verbringen, bevor es Richtung Heimat, mit Zwischenstopp auf São Miguel und in Lissabon, geht. Am Vormittag, noch vor der sich einschleichenden Langeweile, gehen wir den abwärts führenden Pfad zu einem Steinstrand. Vorbei an Kühen und einem Arbeiter, der sein kleines Steinhaus auf Vordermann bringt. Von den Bäumen pflücken wir Araçás. Die kleinen, roten Früchte sind die Erdbeeren der Azoren und schmecken süß-säuerlich. Joachim, der seit zweieinhalb Jahren auf Flores lebt, macht daraus mit Vorliebe Eis. “Einfach noch ein paar reife Bananen in die Maschine. Fertig.” Auch die wachsen bei dem feucht-warmen Klima ausgezeichnet auf der kleinen Insel.

Nach unserer zweiten Wanderung zum Hafen von Lomba machen wir auf dem Rückweg halt bei der pastelaria. Drei frische Kuchen stehen dort in der Vitrine. Die freundliche Azoreanerin packt uns zwei große Stücke in eine Schachtel und kurz bevor die ersten Regentropfen vom Himmel fallen, sitzen wir bei einer Tasse Kaffee in unserer Ferienwohnung und lassen es uns die großen Stücke schmecken.

Eine Stunde später wandle ich rastlos durch die Wohnung. Ich öffne mit fragendem Blick den Kühlschrank, schließe die Tür, ohne eine Antwort erhalten zu haben. Hier ist sie also, die Langeweile. Zehn Buchstaben, die in meinem Leben sonst ein Fremdwort bilden. Und hier am westlichsten Punkt Europas treffe ich sie mit Argwohn und Skepsis. Und dann greife ich zu meinem Handy und tippe diese Zeilen.

17 Kilometer lang und 12,5 Kilometer breit und mit 143 Quadratkilometern hat Flores etwa die Größe von Mannheim. Der Flughafen in Santa Cruz, der “Hauptstadt” der Insel, erinnert mit seinen dunkelblauen Fliesen von außen mehr an ein Schwimmbad, als an einen Ort, wo keine bis immerhin vier Flugzeuge am Tag starten. Drei Tankstellen kommen auf die 3500 Einwohner. Einige davon haben das westlichste Stück Europas nie verlassen. Bei der Anzahl an Menschen, auf diesem kleinen Fleckchen Erde, gestaltet sich die Partnerwahl recht übersichtlich.

Trotz der kleinen Größe bietet Flores ganz viel Natur, die auf zahlreichen Wegen vorbei an tosenden Wasserfällen und tiefen Kraterseen, darauf wartet erwandert zu werden.
Die Ruhe und Abgeschiedenheit auf der Insel tut gut, aber nach vier Tagen freue ich mich zurück im vergleichsweise turbulenten Ponta Delgada zu sein. Mit den kleinen Gassen, den hübschen Cafés und vielseitigen Restaurants. Und dann natürlich auf Lissabon, einer Stadt, die mir wohl auch nach vielen Jahren, keinen Grund zur Langeweile geben würde.

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Nachhaltigkeit mitbringen – an den Baikalsee

Nachhaltigkeit mitbringen – an den Baikalsee

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Unsere Projektreise geht an den magischen Baikalsee. Die Jungs und Mädels von EastWest e.V. verbringen vier Tage auf der Insel Ol‘chon – das Schmuckstück der Baikalseeregion. Im folgenden Eintrag erzählen sie von ihren Eindrücken des fernen Russlands im Zusammenhang mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Tag 1: Zwischen Magie und Industrie

Von Maurice und Martin

Gleich am ersten Tag unserer Reise lernen wir eine der rund 200 Volksgruppen Russlands kennen: Die Buratier leben als einheimischer Stamm bereits seit dem 10. Jahrhundert auf der Insel Ol’chon, der größten im Baikalsee. Ihre Religion, ein naturalistischer Schamanismus, hält sich bis heute in der Kultur der Insel und findet sich in zahlreichen Sagen über die im trockenen Steppenklima gut sichtbaren Felsen wieder.

In einer dieser Sagen geht es um die Familienplanung. Wenn ein burjatisches Ehepaar kinderlos blieb, verbrachte es eine Nacht am „Liebesfelsen“. Die auf den ersten Blick ersichtliche Herzform ist, laut den fantasiereichen Ureinwohnern, eine gebärende Frau, die ihre Schenkel dem Baikal öffnet. Es heißt: Wer auf dem linken „Knie“ (linker Hügel) eine Münze zurücklässt, darf einen Jungen erwarten. Eine Münze auf dem rechten „Knie“ führt zu einem Mädchen.

Foto Credit: EastWest e.V.

Die Liebesfelsen sind nur ein Beispiel dafür, welche Bedeutung die verschiedenen Landmarken der Insel Ol’chon für die Buratier haben. Der Gipfel des Schima – mit 1274 m der höchste Berg der Insel – gilt ihnen als heiliger Sitz des fiktiven Herrschers des Baikals. Hier haben sich in der Vergangenheit nur die Schamanen hingetraut, um mit den Geistern und Ahnen zu sprechen. Bei Kap Choboi, der nördlichsten Punkt Ol’chons, befindet sich eine Klippe, die an das Profil einer Frau erinnert. Die Metapher der Buratier besagt, diese Frau habe sich von ihren Mitmenschen wie eine Göttin verehren lassen. Für ihre Überheblichkeit wurde sie bestraft und in Stein verwandelt. „Erst, wenn sich die Menschheit von Neid, Gier und Arroganz befreit haben wird, wird die Frau wieder zum Menschen,“ erklärt uns eine Einwohnerin.

Ein ähnliches Schicksal erlitten drei Brüder, die auf den Befehl ihres Vaters, einem mächtigen Schamanen, ihre Schwester von ihrem Geliebten trennen mussten. Aus Liebe zu ihrer Schwester weigerten sie sich, dem Vater das Versteck des Paares zu verraten. Zur Strafe verwandelte er seine Söhne in drei Felsen. „Die drei Brüder-Felsen“ oder auch Sagan Khuschun Kap blicken seitdem nach Nordwesten über den Baikalsee.

Foto Credit: EastWest e.V.

Foto Credit: EastWest e.V.

Unsere Umgebung

Der Name Ol’chon hat zwei Bedeutungen: „Trockene Insel“ und. „kleiner Wald“. Neben der hügligen Steppenlandschaft ist die Insel zu einem Drittel zusammenhängend bewaldet. Die Bäume wachsen aufgrund des Steppenklimas der Insel nur langsam und erreichen bei weitem nicht die Dimensionen unser heimischen Wälder. Zum Vergleich: Selbst in Deutschlands trockensten Regionen fallen im Jahr noch etwa 400-450 ml Niederschlag. Auf der Insel Ol’chon sind es nur 160 ml. An Ackerbau ist bei diesen Bedingungen nicht zu denken. Die Insel bietet ein großartiges Panoramen, in dem sich freilaufende Pferde und Kühe weiden. Bei einer Gelegenheit konnten wir heute auch ein paar wunderbar zottelige Yaks bewundern.

Foto Credit: EastWest e.V.

Die heutige, überwiegend europäischstämmige Bevölkerung kam vor etwa dreihundert Jahren nach Sibirien und auf die Insel Ol’chon. Viele erst im zwanzigsten Jahrhundert, als die Sowjetunion Arbeiter für ihre, in den dreißiger Jahren errichtete Fischfabrik zwangsumsiedelte. Die Fischer der Insel, wie auch die inhaftierten Kleinkriminellen des als Fischereibetrieb ausgelegten Gulags im Ort Pezhan‘ka, lieferten ihren Fang dort auch nach dem Gulag und bis zum Fall der UdSSR ab. Im chaotischen Umbruch der 1990er Jahre zahlte die Fabrik unzuverlässig und viele Fischer umgingen die während der Sowjetzeit strikt durchgesetzten Fangquoten durch zusätzlich ausgebrachte Netze. Durch Schwarzfänge verschafften sie sich ein schnell verfügbares Nebeneinkommen. Heute ist die Fischfabrik geschlossen und an den ehemaligen Fischkuttern ertüchtigt sich der Rost und ein lokaler Straßenkünstler. Fischfang ist aufgrund der teuren Ausrüstung, der wieder vorhandenen Kontrollen, insbesondere aber aufgrund der schrumpfenden Fischbestände derzeit kaum noch lohnend und vom Tourismus als Haupteinnahmequelle der Inselbevölkerung abgelöst worden. Das wird von der einheimischen Bevölkerung zwiespältig gesehen. Zum einen sind sie auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen, zum anderen bringen die Touristen ihren Müll mit auf die Insel und begegnen der Natur auf eine respektlose Art. Die Frau eines burjatischen Lebensmittelverkäufers, der wir abends in Khuzhir begegnen, bringt die Sachlage auf den Punkt: „In 50 Jahren ist Ol’chon eine Müllhalde!“

Weshalb die Fischbestände schrumpfen ist noch unklar. Unser Fahrer Igor nennt den Klimawandel und die Überfischung als mögliche Ursachen. Anderen Angaben zufolge soll die Massenvermehrung von Algen in den flacheren Bereichen des Sees den natürlichen Lebensraum der Fische einschränken. Die Algen werden meist durch industrielle und ungeklärte Fäkalieneinleitungen, insbesondere in den stark touristisch frequentierten Bereichen des Sees, hervorgerufen. Um Überfischung als Ursache ausschließen zu können, ist für die kommenden drei Jahre ein Fangverbot in der Region geplant. In dieser Zeit soll der Grund für den zurückgehenden Fischbestand endgültig geklärt werden.

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Tag 2: Die Weiten des Südens

Von Lea W. und Lea F.

Heute geht es mit dem Retrowagen „UAZ“ (Ulyanovsker Autozentrum), unserem Fahrer Igor und unserer Reiseführerin Dasha in den Süden der Insel Ol’chon. Was sofort auffällt: Im Gegensatz zum Norden der Insel, den wir am Vortag gesehen haben, bietet der Süden touristenfreie Sehenswürdigkeiten. Während des sechsstündigen Ausflugs begegnen uns weder Autos, noch Menschen. Uns umgaben nichts weiter als die Geräusche unserer knipsenden Kameras. Noch nicht einmal der Wind wagte es zu flüstern.

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Inmitten einer Steppenlandschaft wächst eine einsame Birke. Vor etwa 50 Jahren soll an dieser Stelle ein Dorf existiert haben, von dem heute nichts mehr zu sehen ist. Wie die einzige Birke der Insel dort hingekommen ist, ist unklar. Aber ein Hingucker ist sie allemal.

Ein paar Meter weiter zeigt uns Dasha die „Weißen Kurikaner Wände“. Eine Reihe von aufgetürmten Steinen, die sich wie ein kleiner Wall über die Felsen ziehen. Archäologen vermuten eine Festung, die im 11. Jahrhundert an dieser Stelle existiert haben soll.

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Nach einer anstrengenden Bergwanderung und einer längeren Autofahrt bringt uns Igor zum See Schara Nuri Dasha erzählt, ein Bad in diesem See habe eine verjüngende Wirkung. Das testeten wir natürlich sofort! Nach dem kurzen und vor allem kalten Ausflug gab es vom Fahrer eine selbstgemachte Fischsuppe, die auf offener Flamme zubereitet wurde. Im Gegensatz zu Deutschland wird in Russland bei offenem Feuer nicht auf Regeln gesetzt, sondern auf Menschenverstand. Jeder kann überall Feuer machen, ist aber verantwortlich dafür, dass sich dieses nicht weiter verbreitet.

Etwas ohne Elektrizität zu zubereiten ist hier oftmals Alltag, zumal die Insel vor noch 10 Jahren keinen Stromanschluss hatte. Im kalten Wind mit Blick auf den Baikalsee sitzend und unsere warme Suppe schlürfend, weiß man erst so richtig, was Freiheit bedeutet. Ein Gefühl, dass man in Deutschland gar nicht in dem Maße wahrnehmen kann.

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Nach dem Löschen des Feuers ging es weiter zu einigen der ältesten Felsen der Welt, die ca. 3 Milliarden Jahre alt sind. Eine Besonderheit, die nicht nur auf diesen Felsen, sondern auch bei anderen auf dieser Insel zu sehen ist, sind grüne und rote Flechten. Sie dienen als Bioindikator für die Luftverschmutzung und wachsen nur dort, wo die Luft frei von Schadstoffen ist.

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Auf Ol’chon treffen wir die Flechten in großer Anzahl an, was auf die ausgezeichnete Luftqualität zurückzuführen ist. Diese natürlichen Indikatoren sind, laut Dasha, weltweit selten anzutreffen. Denn außer der reinen Luft ist ein vielfältiges Klima für das Wachstum der Flechten vorausgesetzt.

Den Abschluss des Tages bildet der Besuch bei einem Schamanen. Dieser gibt uns durch Bilder, Zertifikate und typische Schamanen-Accessoires einen kleinen Einblick in seine mystische Welt.
Insgesamt war es ein spannender und facettenreicher zweiter Tag. Und obwohl die Landschaft wunderschön und auf den ersten Blick sehr sauber erscheint, fällt auf, dass auch in den touristenarmen Gebieten immer wieder Müll auf dem Boden herumliegt, den die Natur nicht von alleine zersetzen kann: Plastik, Glas, Zigarettenfilter.

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Tag 3: Die Nachhaltigkeit der Ureinwohner

Von Lea S. und Mariella

Nachhaltigkeit besitzt bei den Burjatiern aufgrund ihrer Traditionen und ihrer Lebensweise einen besonderen Stellenwert. Milch- und Schafwolleprodukte werden selbst hergestellt. Bei der Begehung ihres Dorfes spazieren durch aus Holz und Fell gebauten Hütten namens „Yurta“. Ihre runde Form symbolisiert die Sonne – eine Metapher für ein warmes Zuhause. Von Schaffellen, über ausgestopfte Wildtiere bis hin zum Wohnzimmer lassen sich viele, teils altertümliche Gegenstände ihrer Kultur entdecken. Verschiedene Holzbehältnisse wurden zur Aufbewahrung von Sahne, Butter und Tarasun, einem alkoholhaltigen Getränk aus vergorener Milch, genutzt. Die Burjatier zeigen uns ihre Herbst- und Wintermützen (letzteres mit Schaffell verkleidet), demonstrieren ihr Schuhwerk aus Robben- und Schaffell und zeigen weitere Textilien, die sie mithilfe ihrer Nutztiere produzierten. Selbst die Hörner der Rinder finden bei den Burjatiern Verwendung: sei es nun als bloßer Wandschmuck oder als mit Milch befüllbare Trinkhörner. Statuen von Tieren, die für die Schamanisten eine wichtige Rolle spielen, säumen den Garten der Stammesältesten und ihrer Familie.

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Im Anschluss lädt uns die Stammesälteste zu sich ein und bittet uns zu Tisch, wo wir hausgemachten Käse, Schmand und Hüttenkäse zusammen mit Brot, einer Tasse Tee und etwas Tarasun probieren konnten. Vor dem Schnaps müssen wir eine Art Begrüßungsritual durchführen. Einzelne Tropfen des alkoholischen Getränks werden in die Luft, auf den Tisch und auf den eigenen Brustkorb verspritzt. Während des Essens erzählt sie burjatische Rätsel. Hier ein Beispiel: „Nennt drei weiße Dinge!“ Die Antwort lautet: Salz, Milch und weißes Haar. Dies gibt Einblick in das Wertesystem und die Denkweise der Burjatier: Es ist zu erkennen, dass sie Respekt vor dem menschlichen Alter und Fruchtbarkeit und den Gaben der Natur haben.  In der Natur holen die Burjatier vor allem ihren Segen: Die bunten Bänder, an Pfählen angebracht, sieht man auf der ganzen Insel. Jedes Band symbolisiert einen Wunsch oder eine Bitte. Im Anschluss bekommen wir die Möglichkeit traditionelle Lieder, Tänze und Kämpfe der Burjatier anzuschauen. Die ganze Familie der Stammesältesten ist beteiligt, insbesondere die Kinder von 3 bis 15 Jahren. In diesen Familien ist es noch so, dass die Jüngeren für die Älteren die Verantwortung übernehmen. Alle tragen die traditionelle Tracht der Burjatier, die laut der Stammesältesten nur an Festtagen zum Einsatz kommt, „oder wenn Gäste wie ihr bei uns zu Besuch sind“, ergänzt sie. Die modernen Burjatier leben nicht mehr ganz nach der Lebensweise ihrer Vorfahren: „Vieles holen wir auch aus den Läden“, so die Stammesälteste.

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Tag 4: „Wer, wenn nicht wir?“

Von Anne und Jürgen

Unser Tag fing mit einem ganz speziellen Eindruck an – zum ersten Mal hatten wir die Möglichkeit an einer freiwilligen Müllsammelaktion „Subotnik“ (zu dt. am Samstag) hier auf der Insel mitzumachen. Während des Müllsammelns an touristischen Hotspots an der Küste haben wir genug Zeit, uns ausgiebig Gedanken über das Thema Müll am Baikalsee, dessen Auswirkungen und der Nachhaltigkeit im Allgemeinen zu machen. Um den Blog-Eintrag abzurunden, möchten wir die Theorie klären:

Zu dem Begriff „Nachhaltige Entwicklung“ gibt es verschiedene Definitionen. Eine der wohl gängigsten Ansätze ist der Brundtland-Report, der besagt, dass die nachhaltige Entwicklung eine sein soll, die die Bedürfnisse der Menschen in der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen nicht mehr die Chance haben, eben dies tun zu können. Eine weitere Theorie besagt, dass Nachhaltigkeit auf drei Säulen beruhen muss: Ökonomie,  Ökologie, Soziales. Diese stehen in gegenseitiger Wechselwirkung und beeinflussen einander. So haben wir uns auch am Baikalsee die Frage gestellt, inwiefern wir dieses Modell auf die verschiedenen Probleme vor Ort übertragen können. Dazu im Folgenden das ein oder andere Beispiel.

Industrie

Das voraussichtlich kommende Fischereiverbot würde sich unserer Meinung nach in jedem Fall positiv auf die Ökologie auswirken, da vorhandene Fischbestände die nötige Zeit hätten sich zu regenerieren. Allerdings könnte dies auch den Wegfall von regionalen Arbeitsplätzen bedeuten, was wiederum die ökonomische und soziale Seite beeinflusst. Genauso verhält es sich mit der am Baikalsee angesiedelten Industrie – ökonomisch gesehen ein wichtiger Faktor. Aus ökologischer Sicht ist die Abwasserentsorgung von Schadstoffen in den See bedenklich. Diese Faktoren sollten bei der Betrachtung ökologischer Entscheidungen berücksichtigt werden.

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Müllproblem & mögliche Lösungen

Während des „Subotniks“, so wie die Müllsammelaktion an diesem Samstagmorgen genannt wird, trafen wir uns mit 25-30 weiteren Freiwilligen, die gemeinsam mit uns auf einigen Teilen der Insel Müll aufsammelten. Was uns positiv überrascht hat – einige von ihnen sind tatsächlich den weiten Weg aus Irkutsk (dies sind vier bis fünf teilweise sehr ruckelige Autostunden von der Insel Ol‘chon entfernt) angereist, um tatkräftig mitzuhelfen. „Wer, wenn nicht wir?“, war der Kommentar einer helfenden Mutter aus Irkutsk, die zusammen mit ihrer Tochter gekommen ist. Unsere mitgebrachten Sammelbeutel füllten sich mit der Zeit immer mehr. Hauptsächlich waren das Glasscherben, Zigarettenstummeln und weiterer Plastikmüll. Gerade die Filter der Zigarettenstummeln, die von vielen meist unbedacht auf dem Boden ausgetreten werden, haben verheerende Folgen für Mensch und Tier. Die Abbauzeit dieser beträgt 10 bis 15 Jahre, wobei die giftigen Filter teilweise von Tieren verschluckt oder von Vögeln zum Nestbau weiterverwendet werden – Schadstoffe wie Nikotin bleiben dabei in den Filtern erhalten.

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Deshalb wäre es wichtig zu erfahren, wo der Müll genau herkommt. Viele Interviews mit Einheimischen machten uns deutlich, dass nicht nur die Bewohner oder traditionelle burjatische Schamanen für den Müll verantwortlich sind, sondern vor allem die steigenden Touristenzahlen, vorwiegend aus Fernost. Vor allem Campingurlaub ist nicht nur auf der Insel, sondern in der gesamten Baikalseeregion sehr beliebt. Grundlegend wichtige Toilettenanlagen oder Mülleimer fehlen dafür an vielen Stellen hingegen komplett – der hinterlassene Müll wird teilweise verweht oder bleibt gänzlich an Ort und Stelle liegen.

„Man könnte meinen, vielen Touristen fehle es an Kultur. Einige spucken auf den Boden und lassen all ihre Hinterlassenschaften liegen. Sie zeigen keinen Respekt für diesen heiligen Ort.“, erzählte uns Nadezhda, eine der 1.600 Ortsansässigen der Insel.

Doch was kann man dagegen tun? Während wir alte Autoreifen und Batterien entsorgten, stellten wir uns nach und nach die Frage, ob eine reine Müllsammelaktion nachhaltig genug sei, um das Problem wirklich an der Wurzel zu packen. Eine ausgeprägte Mülleimerlogistik bzw. mehr Toilettenanlagen wären zwar sinnvoll, aus ökonomischer Perspektive jedoch bisher viel zu teuer. Diese sind allerdings notwendig, um die Insel nachhaltig vor der Vermüllungsapokalypse zu schützen. Kontrollen könnten eine weitere Möglichkeit sein, um zur Gewährleistung der Sauberkeit beizutragen, denn im Moment bringt es das Städtchen Khuzhir nur auf gerade einmal einen (!!) Polizisten.

Es ist kein Geheimnis, dass Khuzhir sich in den kommenden Jahren mit steigendem Tourismus und damit verbundenen Müllbergen konfrontiert sieht. Eine Bewohnerin sieht den Ort sogar bereits „… in 50 Jahren unter Müll begraben.“ Dies hat zur Folge, dass man sich der wachsenden Verantwortung klar werden muss.

Ganz so radikal ist die Situation allerdings noch nicht. Besonders in Khuzhir konnten in den vergangen Jahren einige Fortschritte erzielt werden. Dazu gehören bsp. das Anlegen von Naturschutzgebieten, regelmäßig stattfindende Müllsammelaktionen sowie das Aufstellen von Mülltrennungscontainern.

Das alles sind Schritte in die richtige Richtung. Im Endeffekt muss es nicht ganz so drastisch kommen, wie es uns einige verängstigte Einwohner geschildert haben. Es ist in jedem Fall wichtig, ein Bewusstsein für einen nachhaltigen Tourismus am Baikalsee zu schaffen, sei es mit strengeren Kontrollen oder mit einer gezielten Eingrenzung der Touristenzahlen. In jedem Fall hätten unserer Meinung nach alle Seiten ein Interesse daran – sowohl die ökologische, wie auch dauerhaft die ökonomische und soziale Seite.

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*Dieser Beitrag wurde unterstützt von EastWest e.V.

Wandern in der Toskana: Küstenrundweg zur Cala Violina

Wandern in der Toskana: Küstenrundweg mit Panoramablicken

Die Sonne steht noch tief. Die Zypressen werfen lange, elegante Schatten auf die Straße. Ich bin auf dem Weg zur Cala Violina, einem der schönsten Strände in Italien, inmitten des Naturschutzgebiets Bandite di Scarlino. Nur mit dem Boot, dem Fahrrad oder zu Fuß kann man die “Geigenbucht” erreichen. Der nächst gelegene Parkplatz liegt eine dreiviertel Stunde entfernt in Pian d’Alma. Ich fahre etwas nördlicher nach Puntone. Dort stelle ich den Wagen im Porto Scarlino unweit des Restaurants Il Cantuccio ab.

Gleich hinter dem Restaurant startet der, mit einer roten 1 markierte, Wanderweg hinter einem Eisentor. Ich spaziere durch einen dichten Pinienwald bis sich mir schon bald ein erstes Panorama auf die Insel Elba darbietet. Weiter geht es auf dem breiten Schotterweg zur ersten Badebucht. Breite Stufen führen hinab zur Cala Martina, mit ihrem groben Kiesstrand. Hier finde ich, neben einer Picknickmöglichkeit, ein Denkmal des Freiheitskämpfers Giuseppe Garibaldi.

Nach einer weiteren halben Stunde entlang der Küste, komme ich an der paradiesischen Cala Violina an. Die Bucht zählt noch als Geheimtipp und so haben sich hier vor allem Italiener im feinen Sandstrand niedergelassen.
Neben einem mobilen Kiosk sowie zahlreichen Bänken und Tischen, gibt es auch eine Toilette.

Ich folge weiter der roten Markierung Nummer 1entlang der Küste bis der Weg gen Landesinnere führt und die Markierung Nummer 8 in einen kleinen, zypressengesäumten Weg nach links führt. Nun beginnt der beschwerliche, wenig schattenreiche Weg, der nur mit guten Schuhwerk zu empfehlen ist. Eine Brandschneise führt mich auf eine Aussichtskuppe, die ein herrliches Panorama auf die Landschaft der Maremma und hinter mir noch einmal den Blick auf die Bucht der Cala Violina offenbart.
Ich folge dem Weg leicht rechts hinab, um wenig später zum Poggio di Carpineta aufzusteigen. In der Ferne sehe ich, wie die Brandschneise steil zum Poggio Sentinella hinaufführt. Aber keine Sorge, mein Weg führt mich am Fuß des Hügels nach links. Das schwierigste Stück habe ich also hinter mir.
Bei einer Picknickbank biege ich also links in Richtung Wegzeichen 2 ab und halte mich kurze Zeit später bei der Gabelung rechts Richtung Cala Martina.

Nach etwa 10 Minuten biege ich von dem breiten Schotterweg links in einen kleinen Trampelpfad ein. Vorbei an einem zerfallenem Steinhaus, das sich die Natur langsam aber sicher zurück erobert, treffe ich schließlich auf den Weg mit dem Denkmal und dem gestuften Abstieg zur Cala Martina. Ich biege nach rechts und gehe etwa 30 Minuten den bekannten Küstenweg zurück.

Um ein Uhr mittags komme ich wieder am eisernen Tor, dem Start der Wanderung, an. Genau zur rechten Zeit, denn das Il Cantuccio öffnet gerade für das Mittagsmenü seine Terrasse. Bei sagenhafter Aussicht auf die Bucht von Follonica genieße ich zur Belohnung gegrilltes Gemüse und zum Nachtisch köstliches Rosmarineis.

Der Rundweg im Überblick:

Dauer: 4 Stunden
Schwierigkeit: leichte Tour bis auf zwei sehr steile An- und Abstiege mit Geröll. Wer aus dem Wanderweg eine einfache Tour machen möchte, geht nur die Strecke an der Küste entlang bis zur Cala Violina (etwa eine Stunde) und kehrt nach einem Badestopp auf gleichem Weg wieder zurück.
Parken: Am Straßenrand vor dem Restaurant Il Cantuccio.
Einkehrmöglichkeit: Kiosk bei der Cala Violina (in den Sommermonaten) und das Fischrestaurant Il Cantuccio am Anfang bzw. Ende der Strecke. Die Öffnungszeiten sind recht überschaubar. Montags, Dienstags und Donnerstags hat das Restaurant nur zum Abendessen von 20 bis 22.30 Uhr geöffnet. Freitag, Samstag und Sonntag zusätzlich zur Mittagszeit von 13 bis 14.30 Uhr.

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Sweet September Tunes

Was wären die letzten Sommertage ohne gute Musik? Diese Songs haben mich in den letzten Wochen begleitet und vor allem während meiner Fahrt in die Toskana, habe ich sie rauf und runter gehört. Bei einigen der Bands kam ich sogar in den Genuss sie live zu sehen. Wie Strand Child mit feinstem Indie aus Berlin und Krautrock von His Clancyness aus Bologna und dann noch die fünf Brüder, die mit My Friend The Immigrant längst nicht nur ihre Heimatstadt Wiesbaden rocken. Also ihr Lieben, Ohren auf und noch ein wenig länger am Sommer festhalten.

 

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